Frühkartoffeln und Weißkraut
Frühkartoffeln und spätes Weißkraut.

Der Kartoffelanbau im Garten ist einfach, unkompliziert und ergiebig: Wer seine Kartoffeln schon zeitig gelegt und mit Vlies oder Folie geschützt hat, der hat im Juni schon wieder das Beet frei und kann die Fläche noch ein zweites Mal bestellen. Es ist aber auch möglich, nach dem Anhäufeln der Kartoffelreihen Anfang April, die Furchen zwischen den Reihen für einen Zwischenkulturanbau zu nutzen und mit den Frühkartoffeln eine weitere Gemüseart auf ein und demselben Beet zu kultivieren.

Werden die Kartoffeln im Juni geerntet, dann bleiben die in den Fuchen gepflanzten Kulturen stehen. Durch die Vorkultur gemeinsam mit den Kartoffeln, welche meist um die 80 Tage zur Reife benötigen, stehen diese Zwischenkulturen dann ebenfalls kurz vor der Ernte (Stangenbohnen), oder es sind Spätgemüse, die eine lange Kulturzeit brauchen wie etwa spät reifende Kohlarten.

Furchenpflanzung von Gemüse

Furchenpflanzung KOhlgemüsePrinzipiell bietet das Pflanzen von Gemüse in Furchen vielerlei Vorteile. Es erleichtert bzw. erübrigt das spätere Anhäufeln (was viele Gemüsearten als Pflegemaßnahme brauchen) und verringert das Gießen und, was sehr wichtig ist, es schützt die jungen Pflanzen vor Wind und Kälte. Außerdem stehen die Pflanzen feuchter, weil sich das Regenwasser in den Furchen ansammeln kann, was auf abschüssigem Boden von größtem Vorteil ist. Mag das in-die-Furche-Pflanzen auch nicht für alle Böden passend sein (z.B. feuchte Böden), so ist es auf trockenen Böden und bei der Sommerpflanzung von Gemüse-Setzlingen von größtem Vorteil.

Haben wir nun zum Beispiel Kohl in die Furchen der Kartoffeln gepflanzt, so ist es ein Leichtes, den Kohl später nach der Kartoffelernte bis unter die Blätter mit Erde anzuhäufeln, ohne dass dann an diesen Pflanzen entlang ein Damm entsteht, der das Gießen und Düngen erschwert. Der Kohl steht also später auf ebener Erde.

Frühkartoffeln und Zwischenkultur

Ähnlich kann man auch mit einem Stangenbohnenbeet verfahren, da die Bohnenreihen ähnlich wie die Kartoffeln angehäufelt werden sollten. Die Zwischenpflanzung in den Furchen könnten aber auch mit Kohlrüben, Kohlrabi oder Winterrettich erfolgen. Es findet sich zwar in der Literatur der Hinweis einer Unverträglichkeit der Kartoffel mit Kohlpflanzen, doch das oben stehende Beispiel relativiert diese Vermutung. Auf jeden Fall sollte beim Einsatz von Kohlgemüse der anschließende Fruchtfolgewechsel beachtet werden. Es darf niemals Kohl auf Kohl angebaut werden. Was mit dem Kartoffelanbau nicht indie Mischkultur gebracht werden sollte, sind Chinakohl, Erbsen, Tomaten und Sellerie.

Hinweis: Im Gartenbau ist noch lange nicht alles zu Ende erfunden und du kannst selber noch viel Neues und Wichtiges im Kartoffelanbau und Mischkulturenanbau finden und erproben.

Literatur & Quellen:

  • www.lwg.bayern.de/gartenakademie/infoschriften/gemuese/linkurl_0_7_0_8.pdf
  • Grau, Prof. Dr. Jürke/Friedrich, Dr. Hans-Christian: Mein Gartenjahr, HonosVerlagsAG Zug 1988.
  • Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, 1944.
  • Bier, A.: Lohnende Gemüsezucht, Erfurt um 1925, im Verlag des Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau.
  • Sobischek, Josef: Der kleine Garten, Wien und Leipzig, um 1940.