Meerrettichwurzeln Fexer
Die dünnen Wurzeln werden weiter vermehrt.

Meist steht Meerrettich, Armoracia rusticana, im Kräutergarten in einer Ecke, und man gräbt bei Bedarf die Wurzeln aus. Aus den verbleibenden Wurzeln entwickelt sich die Staude dann wieder neu. Das funktioniert recht gut, wenn man im Herbst die Meerrettich-Ecke nochmals aufgräbt (also ordentlich lockert) und ein paar Wurzeln wieder auf 10 cm Tiefe legt. Nur wenn der Boden an dieser Stelle jährlich gelockert wird, kann man auch leicht die nötigen Wurzeln ernten.

Allerdings sollte die Meerrettichstaude an einem Platz stehen, wo sich die Wurzeln ungehindert ausbreiten können.

"Professionelle" Anbaumethode für den Kleingarten

Fechser schneiden: Wer es sich zutraut, der kann die ausdauernde Staude in "einjähriger" Kultur anbauen. Die Wurzeln werden also in jedem Herbst aufgenommen. Die sehr langen, dünnen (kleinfingerstark), senkrecht wachsenden Wurzeln schneidet man in 30 – 40 cm Stücke. Diese Pflänzlinge, die sogenannten Fechser (Fexer) werden bis zur Pflanzung draußen eingeschlagen.

Pflanzzeit: Mitte April bis Anfang Mai, doch auch die Herbstpflanzung ist möglich (sieh unten: Bodenansprüche und Düngung)

Reihenabstand: Für einen umfangreicheren Anbau benötigt man Beete mit Reihenabständen von 40 – 50 cm. Der Boden des Meerrettichbeetes soll gut gedüngt und tiefgründig gelockert sein.

Pflanzung: Man legt die Fechser schräg in eine 6 – 8 cm tiefe Rille, wobei das untere, dünnere Ende mit Hilfe eines Pflanzholzes möglichst doppelt so tief liegen sollte. Dabei können (laut Literatur, Bild ) die Fechser etwas übereinander liegen. Wenn alle Setzlinge in eine Richtung zeigen, behindern sie sich mit dem Wurzel- und Blätterwachstum nicht. Am unteren Ende wird der Fechser neue Wurzeln senkrecht nach unten treiben und am Kopfende Blätter. Werden die Pflänzlinge zu waagerecht gelegt, gibt es wenig Dickenwachstum; pflanzt man zu steil, wird nur viel Blattmasse gebildet.

Seitenwurzeln entfernen: Die waagerechte Hauptwurzel soll glatt und stark werden und unverzweigt bleiben, deshalb muss jede Neigung zur Bildung von Seitenwurzeln unterdrückt werden. Um das zu erreichen wird die Hauptwurzel zwei- oder dreimal im Jahr (Juni/Juli/August) von der Erde frei gemacht, mit einem weichen Tuch abgerieben und eine etwa vorhandene Nebenwurzeln mit einem scharfen Messer glatt abgeschnitten. Nur die Wurzeln am Ende bleiben zur Nährstoffversorgung bestehen. Nach dem Abreiben wird die Wurzel wieder mit Erde bedeckt und die Pflanze gut gegossen. So bildet sich aus dem gelegten Fechser bis zum Herbst eine dicke Meerrettichstange aus.

Pflanzung der Wurzelsetzlinge (Fexer)
Pflanzung der Wurzelsetzlinge ...
Austrieb der Wurzeln nach der Pflanzung
Austrieb der Wurzeln nach der ...
Abreiben der Meerrettichstangen im Sommer.
Abreiben der Meerrettichstange...

Pflege: Die Kultur bedarf kaum einer Pflege, nur sollte im Spätsommer bei Trockenheit gegossen werden, weil da das Dickenwachstum der Meerrettichstangen vonstatten geht.

Ernte: Im Oktober kann der Meerrettich geerntet werden.

Bodenansprüche und Düngung

Die Pflanzen wollen möglichst einen sandigen Lehmboden (Löss, sandiger Schwemmlandboden) in alter Dungkraft, wenn kräftige Stange ausgebildet werden sollen. Der Boden sollte im Herbst umgegraben (bzw. gelockert) und dabei Mist eingegraben werden. Stallmistgaben direkt zur Pflanzung sind ungünstig. Von Kunstdünger sehe man besser ab, denn diese können mehr schaden als nutzen.

Zubereitung der Meerrettichwurzel, Tipps

  • Herstellung von Sahne-Meerrettich
  • Meerrettichstücken werden als Gewürz für Einlegegurken verwendet
  • als Beilage zu Fisch, Fleisch und Wurst geben
  • Die Blätter werden bei der Herstellung von Sauerkraut vor der Befüllung in den Topf eingelegt.
  • In Würfel geschnitten, hält er bei eingelegten Gurken und Roten Rüben die Brühe klar.
  • Meerrettich einen Tag in Weißwein gezogen, wirkt als Trank appetietanregend.
  • Meerrettich im Gericht nie mitkochen, sondern immer erst am Schluss dazu geben 
  • Wird die geriebene Wurzel etwas mit Apfelmus gemischt, mildert das deren scharfen Geschmack und Geruch.

Literatur & Quellen:

  • eigene positive Anbauerfahrungen
  • Bier, A. Lohnende Gemüsezucht, Erfurt um 1925, im Verlag des Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau. (3 Bilder oben)
  • Buro/Meißner/Reinhold/Vaniceck: Freude am Garten, Berlin 1978
  • Boettner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt 1942
  • wikipedia