Strauchbasilikum Topfpflanzen Terrasse
'Magic Blue' ist hier in die Blüte gegangen und 'Magic White' liefert hellgrüne Blätter und Kontrast

Basilikum (Ocimum basilicum) ist schon deshalb ein interessantes Gewürzkraut, weil seine Heimat und Herkunft nicht mehr nachvollziehbar ist. Man nimmt an, dass es aus Indien stammt, doch sicher ist das nicht. Es zeigt aber, dass es tatsächlich eine sehr alte Kulturpflanze ist. Das sogenannte Strauchbasilikum soll hier näher betrachtet werden, da es sich im Selbstversorgungsanbau sehr einfach kultivieren lässt. Wir können das Kraut im Topf ziehen, was es für den Balkon attraktiv macht und auch die eigene Vermehrung durch Stecklinge ist leicht möglich. Allerdings ist festzustellen, dass das Staudenbasilikum noch recht jung als Gartenpflanze in unseren Breiten ist. Erst mit mehreren Anläufen hat es das geschafft, nachdem es den Zuchtbetrieben gelungen ist, Sorten auf den Markt zu bringen, welche robust sind, aber geschmacklich den gewohnten südländischen Sorten in keiner Weise mehr nachstehen.

Der Autor erinnert sich noch genau, wie Ende der 2000er Jahre die ersten Ocimum-Hybriden in den Gartenausstellungen zu finden waren und als eine Einjahresstaude vorgestellt waren, die wohl mehr Schmuckeigenschaften aufwiesen, als Aromaqualitäten [1]. So oder so, die Würzpflanzen sind tatsächlich auch wunderschöne blühende Sommerblumen, welche Bienen und Schmetterlinge in Massen anziehen können. Wespen soll das Kraut hingegen fernhalten. Ein Topf oder Strauß von Basilikum auf dem Tisch gestellt, gilt als Wespenabwehr.

Ocimum Strauchbasilikum Magic White

Zudem duften die Büsche auch sehr aromatisch und gehören deshalb in Duftgärten. Ebenso aber auch in mediterrane Anlagen. Um ihre Blütenfülle und das Aroma zu entfalten, benötigen die Pflanzen aber volle Sonne. Bevor auf die Nützlichkeit der Art für die Küche eingegangen wird, betrachten wir aber noch die botanischen Parameter der Staude. Zur Schnellinformation vorweg aber der Steckbrief:

Pflanzensteckeckbrief für Strauchbasilikum

  • Würzkraut – aromatische Blätter, für Kräuteressig, Pesto
  • nicht winterharte Staude bis 40 cm hoch
  • für Balkon und Garten
  • sonniger Platz
  • sollte nicht zu trocken stehen
  • Rückschnitt der Blüten bringt mehr Blätter
  • Überwinterung möglich, doch
  • Stecklingsvermehrung über Winter bringt neue, bessere Pflanzen

Botanik

Die Pflanzenart Ocimum basilicum ist eine von etwa sieben in der Küche verwendbaren Arten, die der Pflanzengattung Basilienkraut/Basilicum (Ocimum) angehört. Die Gattung fügt sich in die Unterfamilie der Nepetoideae und diese in die Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Lippenblütler wiederum gehören in die Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Über die Unterfamilie der Nepetoideae besteht ein enges Verwandschaftsverhältnis zu den Arten des Salbeis, wie des Lavendels. Die Blauraute ist ebenfalls ein Zierpflanze, welche mit dem Basilikum verwandt ist. Der Pflanzenname Ocimum basilicum leitet sich vom griechischen ozein ab, welches mit riechen oder duften übersetzt werden kann. Basilikós ist ebenfalls griechisch und heißt königlich, womit auch der weniger gebräuchliche Name Königskraut und Königsbalsam erklärt ist. Weitere deutsche Synonyme sind Basilie, Basilienkraut und Polnischer Balsam. Die Sorte 'Genoveser Basilikum' ist das klassische Würzkraut in Töpfen, welches wir aus dem Supermarkt kennen und im Jugendstadium verkauft wird.

Bei Rümpler [2] ist 1879 bereits das Große oder Lattichblättrige Basilienkraut als Nutzpflanze beschrieben, als ein Vorfahre des hier beschriebenen Staudenbasilikums. Weiterhin liest man bei Rümpler vom Nelken-Basilikum, dessen Blätter nesselartig sind und von purpurvioletter Färbung [3] – also ähnlich der heutigen Sorte Ocimum hybrida 'African Blue'. Deren Aroma beschreibt Rümpler als gewürznelkenartig. Weiterhin kennt man 1879 auch das Anis-Basilienkraut, mit anisartigen Geschmack aller Pflanzenteile (sieh Sorten unten). Ein Variante, welcher einer anderen Art angehört, wir ebenfalls aufgezählt. Es ist Ocimum minimum, das Kleine Basilienkraut. Dies ist das heute die als Griechisches Basilikum (Ocimum basilicum v. minimum) benannte Form, welche in allen Teilen kleiner ist und auch sehr gut im Topf gezogen werden kann. Diese Art hat ein angenehmes Basilikum-Aroma und die heute ausgelesenen Sorten um so mehr. Es ist ideal im Balkonkasten zu kultivieren und es ist für die Bepflanzung von Kräuterspiralen im unteren Bereich geeignet.

Griechisches Basilikum

Diese bereits im 19. Jahrhundert kultivierten Kräuter sind dann in der späteren Gartenliteratur kaum noch zu finden. Die Aromen kamen vermutlich auch aus der Mode und in Deutschland kam das Würzkraut wohl erst wieder in den Fokus der Meisterköche, als in den 1960er Jahren italienische Gastarbeiterfamilien ihre Kochkünste über die Alpen brachten und andersherum deutsche Touristen Italien und seine Küche neu entdeckte. Bis weit in die 2000er Jahre hinein versorgten dann die Gärtnereien und Supermärkte ihre Kunden mit dem immer beliebter werdenden 'Genoveser Basilikum', bis dann der Eingangs beschriebene Durchbruch mit den neuen Stauden-Sorten kam. Die meisten dieser neuen Sorten sind allerdings Hybriden, also Kreuzungen verschiedener Arten oder Unterarten. So ist beispielsweise bei der Sorte 'African Blue' der Kampferbasilikum (Ocimum kilimandscharicum) eingekreuzt. Bei vielen Hybridsorten wird sicher bald die Herkunft nicht mehr nachvollziehbar sein. So gibt es diesbezüglich auch Verkaufsnamen, wie Ocimum herbalea, wobei Herbalea® kein botanischer Name ist. Von diesen Hybriden gibt es dann wiederum verschieden Sorten, wie zum Beispiel Ocimum herbalea 'Wild Magic' (siehe unten).

Doch welche züchterischen Erfolge auch zu erwarten sind, wird wohl keines dieser Basilikum-Arten frosthart sein. Daheim in ihrer tropischen Heimat sind es zwar mehrjährige Stauden, doch in unserem harten Klima sterben sie beim ersten kleinen Frost komplett ab.

Strauchbasilikum – Pflege – Rückschnitt

Die Gewächse gedeihen in jedem normalen Gartenboden oder auf dem Balkon entsprechend in jeder handelsüblichen Blumenerde. Hat man die Wahl, so ist fettes, etwa feuchtes Erdreich optimal, welches aber locker sein sollte. Das heißt, das wir dem Substrat auch gerne etwas Lehmerde beimischen können. Zudem weisen diese Bodenansprüche auch darauf hin, dass das Staudenbasilikum regelmäßig gegossen werden muss. Nach dem reichlichen Wässern, muss aber das überschüssige Wasser ablaufen können. Hohe Übertöpfe, in denen die Wurzelballen oft voll im Wasser stehen bleiben, sind deshalb ungünstig. Dass das Würzkraut vollsonnig stehen sollte (lichter Schatten geht auch), ist klar. Windgeschützte Standorte sind zugigen Plätzen vorzuziehen. Da wir durch das Abzupfen der Blätter und das Zurückschneiden der Blütentriebe der Pflanze ständig Biomasse entziehen, und sie diese immer wieder aufbauen muss, ist es ratsam die Basilikumpflanzen zu düngen. Das kann mit einem gewöhnlichen flüssigen Blumendünger (nach Produktanleitung) geschehen, oder man mischt der Erde/dem Substrat schon frühzeitig Hornspäne der Knochenmehl zu. Deren Nährstoffe schießen sich nach und nach auf und es kann auf die Flüssigdüngung verzichtet werden. Eine weitere Biovariante für die Düngung ist die Verwendung einer Düngerjauche, welche man sich zum Beispiel aus vergorenem Hühnerkot herstellen kann.

Bei den meisten Sorten schießen die Stauden schon nach kurzer Zeit in die rispenförmigen Blüten, welche durchaus einen Zierwert haben und auch eine gute Bienenfutterpflanze darstellen. Wollen wir aber noch zur Zeit der Haupternte der Tomaten, reichlich Basilikumblätter ernsten, dann müssen wir schon ab dem Monat Mai beginnen, all diejenige Triebe an der Spitze zu kappen, welche dort Blüten ausbilden wollen. Zwar ist auch blühendes Basilikum essbar, doch mit der Ausbildung der Blüten, werden kaum noch junge Blätter nachwachsen. Die Pflanzen sollten also beständig zurückgeschnitten werden, allerdings nur die Spitzen. Ende Juli ist es angeraten die Hälfte der Haupttriebe in einem Topf zu 2/3 einzukürzen, damit sich dort die Pflanze vom Grunde her neu aufbaut. Mit dem übrigen Teil der Topfpflanze verfahren wir ebenso, wenn vom ersten Rückschnitt wieder genügend Baslilkumblätter nachgewachsen sind. Von den abgeschnittenen Trieben machen wir Stecklinge. Diese können wir, wenn sie bewurzelt sind, Anfang September eintopfen – mit ihnen bauen wir und einen Bestand auf oder verschenken sie weiter.

Ernte und Verwendung

Das Pflücken der Blätter ist ganzjährig möglich. Im Herbst vor den ersten Nachtfrösten können die Töpfe Pflanzen können vom Beet ausgegraben und getopft werden, und Topfpflanzen sowieso, Töpfe [4] können im Herbst, vor dem ersten Nachtfrost ins Haus geholt und an einen warmen hellen Platz gestellt werden. Dort schneidet man sie noch einmal 1/3 zurück und kann dann die Pflanzen weiter beernten, so lange sie Blätter treiben. Es ist aber angeraten für den Winterbedarf neue Büsche heranzuziehen, was im nächsten Abschnitt erklärt ist.

Was die Verwendung der Kräuter und Aromen betrifft, so ist dazu zu sagen, dass unserer Alltags-Kochkünste diesbezüglich noch tief in den Kinderschuhen steckt. Man nimmt es bekanntlich zu Mozzarella, Pesto und Pizza und zu den verschiedensten Tomatengerichten. Doch aus der Thai-Küche können wir nicht nur die dort verwendeten Arten des Thai-Basilikums (Sammelbegriff für 4 Arten) annehmen, sondern auch die Rezepte für das Rote und Grüne Thai-Curry (Thai-Red-Curry und Thai-Green-Curry), welche wiederum in Suppen und Saucen zur Anwendung kommen.

Überwintern und Vermehren

Die mehrjährigen, aber frostgefährdeten Stauden, könnten theoretisch ohne Probleme überwintert werden. Dafür holen wir sie im September ins Haus oder in den Wintergarten. Für die Überwinterung ist es gut, diese um die Hälfte einzukürzen. Abgestorbene Triebe und Blätter werden entfernt. So kann die Staude an einem hellen, kühlen, aber frostfreien Platz von Oktober bis Mai über den Winter gebracht werden. Der Autor hält es aber für günstiger im August/September oder nach dem Einräumen der Mutterpflanzen im Oktober/November von den Pflanzen etwa 10 bis 15 cm lange Stecklinge zu schneiden und diese in einem mit Wasser gefüllten Glas oder Krug zu bewurzeln.

Stecklinge Strauchbasilium Vermehrung

Dafür braucht es nur einen hellen und warmen Platz in der Wohnung. Als Steckling kann jeder verholzte Trieb der Mutterpflanze genommen werden. Nach etwa sechs Wochen im Wasser haben diese reichlich Wurzeln gebildet und wir können die Stecklinge in die Erde bringen. Dazu wählen wir nicht zu große Blumentöpfe und pflanzen in diese (mit gut verrotteter Blumenerde) unsere Stecklinge tief in die Erde hinein. Dabei setzen wir jeweils zwei oder drei bewurzelte Stecklinge nahe zueinander. Diese werden später zusammen eine große Pflanze ergeben. Die Jungpflanzen brauchen weiterhin einen hellen Platz, der aber auf keinen Fall kalt sein darf. 15 bis 20°C sind optimal. Es ist tatsächlich so, dass die Zöglinge in ihrem Jugendstadium, nachdem sie als bewurzelt und getopft wurden, am empfindlichsten sind. Sie müssen zwar in der Folge regelmäßig gegossen werden, aber auf die Dauer dürfen sie auf keinen Fall zu nass in der Erde stehen. Also, besser zu trocken, als zu nass halten!

69 Stecklinge Strauchbasilium bewurzelt

Treiben sie rasch durch, dann stutzen wir sie über die Wintermonate beständig, dass sie nicht weit über 12 bis 15 cm Höhe hinaus wachsen. Erst, wenn die Pflanzen im März an Widerstandskraft gewonnen haben, pflanzen wir sie in größere Blumentöpfe um und stellen sie an warmen Apriltagen bereits über Mittag an einen lichtschattigen Platz im Freien. Hier können sie kräftig Treiben und so entwickeln sich nun rasch Basilikumbüsche, die gesünder sind, als überwinterte Altpflanzen.

Sorten

  • 'African Blue' (Blaues Bergbasilikum) – blau-violette Blattadern und überlaufene Blätter
  • Anis-Basilikium (O. basilicum) – eine geschmackliche Variante, die als "Thai-" oder "thailändisches Basilikum" gilt
  • Griechisches Basilikum (Ocimum b. v. minimum) – Unterart, die kleinwüchsig bleibt
  • 'Harlekin' – um die 20 cm hoch, rotes und grünes Laub
  • 'Magic Blue' – violettes Laub
  • 'Magic Mountain' – besonders starkwüchsig, verstrauchend, schwärzlich-dunkelgrüne Blätter
  • 'Magic White' – hellgrün, kommt der Supermarktvariante geschmacklich gleich (Bild oben)
  • Russisches Strauchbasilikum – grünblättrig, ähnlich wie 'Magic White'
  • 'Zanzibar' – gekrauste Blätter, hellgrün, zum trocknen geeignet

Ocimum herbalea (Herbalea Series) – Sorten sind:

Es sind dekorative Sorten, welche natürlich auch verschiedenste Aromen besitzen.

  • 'Ajaka'
  • 'Dark Lady'
  • 'Feronia'
  • 'Lhasa'
  • 'Snow White'
  • 'Snow White'
  • 'Wild Magic'

Ocimum herbalea Wild Magic


  • [1] die geschmacklich kräftigeren Sorten nimmt man für Kräuteressig
  • [2] Th. Rümpler; Illustrierte Gemüse- und Obstgärtnerei (Bearbeitete Auflage); Verlag von Wiegand , Hempel & Parey; Berlin 1879
  • [3] Nelkenbasilikum ist Ocimum gratissimum, doch die Form ist sicher eine Abart oder Hybride davon
  • [4] Pflanzen können vom Beet ausgegraben und für die Überwinterung getopft werden