Kleintierhaltung und Imkerei

Masthybride Brathähnchen

Die Hühnerhaltung zur Selbstversorgung wird immer populärer. Jedenfalls bekomme ich diesen Trend immer wieder einmal mit, wenn ich mich im Landhandel mit den Mitarbeitern unterhalte. Das betrifft allerdings nur die Haltung von Legehennen, also die eigene Produktion von Eiern. In der industriellen Tierhaltung macht aber auch die Aufzucht von Masthähnchen ein beachtlicher Teil des Tagesgeschäftes aus, worauf sich natürlich die Frage stellt, ob das nicht auch daheim umzusetzen wäre. Immerhin können wir die Fleischhähnchen halbwegs unter artgerechten Umständen aufwachsen lassen und hätten am Ende hochwertiges Fleisch von fröhlichen Tieren. Merkwürdigerweise denken die meisten Eigenversorger kaum in diese Richtung.

Hühnergehege

Am Sonntagmorgen das Frühstücksei direkt aus dem Garten holen. Frischer geht es nicht. Eine schöne Vorstellung und mit Sicherheit auch ein wunderbares Geschmackserlebnis. Die eigene Hühnerhaltung kann so gestaltet werden, dass es den Tieren nicht nur "saugut" geht und an nichts fehlt, sondern man nimmt auch die Fütterung und die Zusammensetzung des gesunden Futters selbst in die Hand.

Honigbienen

Die Imkerei bekommt mehr und mehr Liebhaber. Angesichts sich häufender Lebensmittelskandale verwenden immer mehr Menschen eine erhöhte Aufmerksamkeit darauf, was sie essen und vor allem, wie die Lebensmittel hergestellt weren. So auch beim Honig, der ja ein naturbelassenes Produkt sein sollte, es aber in vielen Fällen nicht mehr ist. Wer die Möglichkeit hat, Bienenstöcke in seinem Garten aufzustellen und die Arbit nicht scheut, der kann durchaus Freude an diesem Hobby haben. Immerhin liegt der pro Kopf Verbrauch an Honig im Jahr in Deutschland bei 1,2 kg. Damit liegen wir weltweit auf einem der vorderen Plätze, und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Anzahl der Hobbyimker steigt.

Hühner Freilandhaltung

Vorweg gesagt – Anfänger sollten bei der Legehennen-Haltung mit vier bis sechs Hennen beginnen. In den meisten Fällen wird sich die Hühnerhaltung dann mit den Jahren aber etwa auf einen Bestand von 15 bis 20 Tieren einpegeln. Mit diesen Zahlen haben wir für den Eigenbedarf nämlich ausreichend Eier und können nebenher regelmäßig ein paar Eier verkaufen, welche uns wiederum ermöglichen, bestes Futter und Equipment für unseren Bestand zu erwerben. Zudem bleibt der Arbeitsaufwand im Prinzip der Gleiche, ob wir nun fünf, zehn oder zwanzig Stück Federvieh betreuen müssen. Bei 20 bis 30 Tieren ist der Pflegeaufwand schon etwas größer und was über den Bestand von 30 hinaus geht, ist dann schon eine Form der nebenberuflichen Landwirtschaft, die hier aber nicht thematisiert werden soll.

Kleiner Hühnerstall

Ich hatte schon immer vier bis fünf Kaninchen zu versorgen und so dachte ich mir eines Tages, dass auch ein paar Hühner dazu kommen könnten, da ohnehin regelmäßig Zeit in das Füttern investiert werden muss. Nachdem ich dann ein Stück meiner Werkstatt abgetrennt, dort einen kleinen Hühnerstall mit Außengehege gebaut und mir vier Legehennen zugelegt habe (heute sind es 15), bemerkte ich recht schnell, dass die Hühnerhaltung außerordentlich rentabel ist. Im Vergleich zur Kaninchenzucht hat man deutlich weniger Arbeit und man benötigt weniger Einstreu in Form von Heu, Stroh und dergleichen. Zudem wird man täglich mit frischen Eiern belohnt. Wer sich das Schlachten zutraut, braucht kein Suppenhuhn mehr zu kaufen, bzw. holt sich nie wieder mehr eines aus dem Supermarkt. – Und irgendwann hatte ich mir aus dem Landhandel auch ein paar Masthähnchen mitgebracht, die im Garten auch noch ihren Platz fanden. Nach wenigen Wochen guter Fütterung und viel Auslauf sind diese schlachtreif und stehen unserer Küche als bestes Bio-Fleisch zur Verfügung. Für die Kleintierhaltung zur Selbstversorgung sind Hühner mit Abstand die geeignetsten Nutztiere.