Gurkenanbau
Eine Gurkenpflanze bringt 20 Gurken.

Hier habe ich diejenigen Gewächshausgemüse aufgelistet, die relativ robust sind und welche, die sich sowohl für den Sommer- als auch für den Winteranbau eignen. Über Gemüse für Unterglas-Anbau habe ich zwar schon insoweit geschrieben, als das ich versuchte, die Frage zu klären, ob sich denn die Anschaffung eines Gewächshauses im Kleingarten überhaupt lohnt und welche Gemüsearten speziell für die Winternutzung der Gewächshäuser oder der Frühbeete verwendet werden können.

Für die Zucht im Gewächshaus empfehle ich vor allem diejenigen Arten zu verwenden, die sich bewährt haben. Denn für ständige Experimente mit irgendwelchen exotischen Gartenkulturen ist die Anschaffung eines teuren Gewächshauses wirklich nicht rentabel.

1. Gewächshausgurken

Die höchsten Erträge bringen Gewächshausgurken. Man kauft die nötigen Jungpflanzen Anfang Mai in einer Gärtnerei und pflanzt sie Mitte Mai auf entsprechend vorbereiteten Boden. In ein Kleingewächshaus (um die 2x2 m) passen 6 Gurkenpflanzen. Um jeden Tag eine Gurke zu ernten, braucht es ca. 4 Pflanzen. Wer nur 4 Stück pflanzt, der kann vorn am Eingang rechts und links jeweils eine Gewächshaustomate pflanzen.

Ich ernte mit 4 Gurkenpflanzen etwa 80 Salatgurken, was für eine Normalfamilie völlig ausreichend ist. Mit den Sorten ist es meist so, dass man die nehmen muss, die gerade im Angebot sind. Mit dem Kauf solltest du nicht zu zögerlich sein, denn die Jungpflanzen gibt es oft nur kurze Zeit.

2. Gewächshaustomaten + Basilikum

GewächshaustomatenPrinzipiell ist es besser, Tomaten und Gurken separat anzubauen. Es sei denn, man pflanzt sie - wie oben beschrieben - im Gurkengewächshaus vorn an die Tür, wo die meiste Frischluft vorhanden ist.

Die Tomaten können am Fester vorgezogen werden. Man sät sie Anfang März (etwas später als Freilandtomaten) und pflanzt sie Ende April ins Gewächshaus oder in einen Folietunnel. Bei starkem Frost stellt man nachts eine Kerze oder Petroleumlampe dazu, denn die Tomaten vertragen keine Minusgrade.

Der Boden braucht nicht so gut gewählt sein wie beim Gurkenanbau. Es ist möglich, die Tomaten jedes Jahr am gleichen Platz zu kultivieren (Tomaten auf Tomaten), was nur wenige Gemüse vertragen. Dagegen sollte man keinesfalls Gurken auf Gurken anbauen. Da in einem Gewächshaus aber einmal jährlich fast das gesamte Bodensubstrat gewechselt wird, ist es dann doch wieder möglich, immer dieselben Kulturen anzubauen. Wer allerdings zwei Kleingewächshäuser hat, der kann jährlich die Kultur wechseln. Das beugt auf jeden Fall Pilz-Krankheiten vor, und Schädlinge werden schwerer übertragen.

Wer schlau ist, der pflanzt zu den Tomaten Basilikum (wichtigstes Tomaten-Würzkraut). Man kauft einfach einen Basilikumtopf im Supermarkt, teilt die Pflanzen und pflanzt sie ein. Man kann das Basilikum auch selber aussäen, aber bis zur Ernte dauert es sehr lange, und die jungen Pflänzchen sind ein Leckerbissen für Schnecken.

3. Herbst- und Wintersalate

Ist die Salatgurken- und Tomatensaison vorbei, kann das unbeheizte Gewächshaus sofort für den Salatanbau fertig gemacht werden. Zu dieser Thematik habe ich schon auf anderen Seiten geschrieben. Kopf- und Pflücksalat kann man auch im Herbst anbauen oder jungen Salat überwintern.

Das einzige, was beim Salatanbau schiefgehen kann, ist dass man die rechtzeitige Aussaat für die Jungpflanzen verpasst, oder dass falsche Sorten ausgewählt wurden finden.

4. Portulak

Ein recht ertragreicher "Wintersalat", der auch bei sehr kühlen Temperaturen wächst, ist der Portulak. Er kann noch im Oktober gesät werden. Der Wermutstropfen bei dieser Kultur ist, dass der Samen relativ teuer ist, aber man kann ihn recht leicht selber gewinnen: Portulak Anbau.

5. Pflücksalat 'Amerikanischer Brauner'

Wintersalat, PflücksalatWer sein Kleingewächshaus im Herbst nicht bepflanzt oder im Herbst keinen Portulak gesät hat, der kann hier im Februar den Pflücksalat 'Amerikanischer Brauner' säen. Das ist eine alte Salatsorte, die schnell und sicher unter Glas wächst. Die Besonderheit ist, dass bei diesem Pflücksalat immer die untersten Blätter an der Pflanze gepflückt werden. Die Pflanzen werden so mit der Zeit gut 50 cm hoch und können bis Anfang Mai beerntet werden.

Den preiswerten Samen gibt es überall zu kaufen. Ich lasse meist 2 Pflanzen stehen und ernte selber Samen. Hier bietet die Saatzucht im Gewächshaus den Vorteil, dass sich der Salat nicht mit anderen oder mit Wildsalaten kreuzt. Damit hat man also immer sortenechten Pflücksalat-Samen im Haus.

(Sorte im Bild: 'Kopfsalat Wintersalat' (Anke Radke/Dreschflegel-Versand), dieser Kopfsalat kann auch wie ein Pflücksalat geerntet werden bzw. prinzipiell kann man Kopfsalate ständig beernten. Sie bilden dann aber keine Köpfe aus sondern schießen.)

6. Treibmöhren, Treibgemüse

Im Februar können auch Treibmöhren ('Gonsenheimer Treib', 'Amsterdamer Treib') gesät werden, wenn die Bodenschicht tief genug ist. Die Möhren sind zwar erst im Juni erntereif, doch können sie so gesät werden, dass sie die Parallel-Bewirtschaftung mit Salat und später mit Gurken oder Tomaten nicht behindern. Möhren kommen mit wenig Licht aus.

Verschiedene andere Treibgemüse habe ich hier beschrieben >>