Portulak erntereif
Portulak erntereif im Februar/März (Gewächshaus).

Um ein unbeheiztes Gewächshaus auch im Winter optimal auszunutzen, eignet sich der Portulak sehr gut. Er bringt ganz ordentliche Erträge, solange der Winter mild ist bzw. im Vorfrühling. Dadurch, dass die salatähnlichen Pflanzen nach dem Rückschnitt wieder austreiben, hat man auch gar nicht viel Arbeit. Man kennt dieses Gemüse auch unter dem Namen Winterportulak, Tellerkraut oder Winterpostelein.

Bei mir haben die Portulakpflanzen 4 mal wieder ausgetrieben, um davon ernten zu können. Beim nächsten Austrieb haben sie gleich Blüten getrieben. Wenn sie nur noch blühen, dann sticht man sie mit dem Spaten samt Wurzeln aus und pflanzt sie ins Freiland, wo sie bis zum Sommer stehen bleiben können.

Ansprüche

Der Portulak stellt keinen besonderen Anspüche an den Boden, nur sollte die Erde feinkrümelig sein. Man sät den Portulak 1 cm tief und nach 8 Wochen kann die erste Ernte beginnen. Das ist schon alles.

Sommerportulak und Winterportulak

Es gibt zwei Arten: Winterportulak, Claytonia perfoliata (Syn. Montia perfoliata); und Sommerportulak: Portulaca oleracea (Portulaca oleracea subsp. sativa, Portulaca sativa, Portulaca oleracea var. sativa).

Sommerportulak wird von März bis August gesät und kann nach 4 Wochen geerntet werden. Er ist ein ideales Salatgemüse aber mit zwei Nachteilen. 1.) In dieser Zeit kann man effektiver Kopf- oder Pflücksalat anbauen. 2.) Die niedrigen Salatpflänzchen verschmutzen bei jedem Regenguss.

Winterportulak wird von Anfang September bis Anfang Oktober gesät. Er gibt nach 8 Wochen erste Ernten, überwintert und kann ab Vorfrühling weiter geerntet werden. Da im Freiland aber die Ernte im Winter keine Freude macht, wenn es recht nass oder schneereich ist, schlage ich Folgendes vor:

Tipp: Portulak im Gewächshaus

Portulak Ernte

Ich denke, man sollte den Winter-Portulak besser nur unter Glas (Frühbeet oder Gewächshaus) anbauen, denn da bleibt er sauber und kann auch bei Schnee geschnitten werden. Als winterliches Freiland-Blattgemüse sind Spinat und Grünkohl die bessere Wahl.

Nachdem im September die Gurken- oder Tomatenpflanzen aus dem Gewächshaus entfernt wurden, wird der Boden etwas aufgearbeitet. Anschließend kann man den Portulak bis in den Oktober hinein säen.

Für die Unterglaskultur (kaltes Gewächshaus oder Frühbeet) sehe ich den Aussaat-Termin um den 10. Oktober als optimal an, also direkt, nachdem die Gurken- und Tomaten-Saison im Gewächshaus beendet ist.

Übrigens: Eine weitere Alternative für das leere Gewächshaus im Winter ist der Wintersalat. Er kann zusammen mit dem Portulak gesät werden, wird anschließend auf Beete in den Garten verpflanzt, überwintert und ist dann erntereif, wenn die Portulak-Ernten erschöpft sind. Die jungen Pflanzen sind winterhart und wachsen bei milder werdenden Temperaturen sofort weiter.

Winterportulak und Wintersalat

Eigenen Samen gewinnen

Claytonia perfoliata wird im November im Gewächshaus in Reihen gesät und ist dann im April mehrfach abgeerntet worden. Nun beginnen sich hier aber auch schon die Blüten auszubilden. Sobald das der Fall ist, werden die Pflanzen mit dem Spaten reihenweise vorsichtig und mit Wurzelballen aus der Erde gehoben und an eine neue Stelle im Garten wieder in Reihen verpflanzt. Um den 1. Juni werden die ersten winzigen schwarz glänzenden runden Samen reif.
Nun schneiden wir weniger Zentimeter über dem Boden die Stängel samt Laub und Samen ab und breiten es vorsichtig (damit kein Samen vorzeitig ausfällt) in einer Schüssel oder Wanne aus und lassen die Pflanzen an einem sehr luftigen Ort nachreifen und trocknen. Nach und nach reifen die Samen und fallen aus, worauf dieser dann aufgefangen in dem Behältnis, abgefüllt werden kann. Oft blühen und reifen die beschnittenen Reihen ein zweites Mal und die beschriebene Ernte und Nachreifung wird wiederholt.
Man reiße aber für die Trocknung die Pflanzen nicht mit den Wurzeln aus, da man sonst alles voller Erdkrümel hat und diese kaum vom Samen trennen kann. 
Der Aufwand der Samenvermehrung lohnt, da gekaufter Portulaksamen sehr teuer ist und für ordentliche Ernten aber auch viel gebraucht wird.

Portulak mit Samen