Firmengelände Feng ShuiMit wenig Aufwand eindrucksvoll gestaltet.
Mit wenig Aufwand eindrucksvoll gestaltet.

Gestaltung im geschäftlichen Bereich beginnt vor der Ladentür, im Eingangsbereich des Unternehmens oder im Büro selber. Pioniere auf diesem Gebiet waren die alten Chinesen mit ihrer Lehre vom "Feng-Shui", was heute in China voll umfänglich praktiziert wird und in unserer abendländischen Kultur mittlerweile auch ganz groß in Mode ist.

Wie man dieses mystisch anmutende Feng-Shui-Gestaltungssystem auch betrachten mag, richtig ist: Formen wirken auf unser Unterbewusstsein und können Barrieren aufbauen oder auch niederreißen. Formen schaffen Atmosphäre, haben eine Seele und sprechen eine eigene Sprache, die in den unterschiedlichen Kulturen verschieden sein kann. Geomantie ist die europäische Tradition dessen, was wir heute eben als Feng Shui kennen und bezeichnen.

Hier einige Beispiele, worauf im Feng Shui-System geachtet wird:

Bewegte Objekte: Fahnen, Windspiele, Windräder, Springbrunnen, Quellsteine... vor dem Geschäftseingang wirken sich positiv aus.

Computerarbeitsplätze: Sie müssen so gestaltet sein, dass man den Blick zu Tür hat. Prinzipiell beeinträchtigen Türen im Rücken die Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz und wirken sich negativ auf die Geschäftstätigkeit aus.

Ecken an oder in Gebäuden: Hervorstehende Ecken wirken bedrohlich, wenn sie auf uns gerichtet sind. Grünpflanzen schaffen Abhilfe. Im Innenbereich können ein- oder beidseitig Spiegel angebracht werden.

"Gekreuzte Klingen": Alle X-Formen sind ein abwehrendes Symbol. In der Nähe der Ladentür und im Kassenbereich sollen sie Ladendiebe abschrecken (es wird weniger geklaut). Ich finde diese XXXXXXX-Jägerzäune nicht sehr einladend – etwa um Biergärten; Hecken sind da schöner. Alles was schräg ist, schreckt ab. Ein Besen, schräg in eine Tür gestellt, galt in unseren Breiten als abwehrendes Symbol. Also vermeide in Eingangsbereichen derartige Formen.

Geschäftslage sorgfältig wählen: Bei einer Ladenstraße sollte man (bevor man ein Geschäft mietet) beobachten, welche Straßenseite oder welche Wegstrecke von den Fußgängern hauptsächlich benutzt wird. Aus den verschiedensten Gründen meiden Passanten bestimmte Wege und Zonen. Da ist es natürlich nicht empfehlenswert, genau dort ein Geschäft zu eröffnen.

Hauseingänge:Eingänge haben bei Feng Shui eine Schlüsselfunktion. Der Eingang soll einladend und frei zugänglich sein. Hindernisse in diesem Bereich sollten besser entfernt (z.B. Sträucher, Pflanzkübel und ähnliche Dinge) oder verdeckt (Strommasten, Elektrokästen) werden.

Eingangsbereich: Die Vorplätze vor wichtigen Eingangsbereichen sollten (ähnlich einem "roten Teppich") zur Tür hin rot gepflastert werden. Das vermindert Schwellenängste bei den Besuchern.

Schmale Wege: Zum Firmengebäude oder zum Geschäft wirken diese sich ungünstig aus. Der Weg sollte besser ein Gefühl von Weite vermitteln und sich möglichst vom Gebäude wegführend verbreitern.

Sträucher und Stauden: Sie haben einen positiven Einfluss auf das Haus und deren Bewohner; das Grün sollte üppig sein, jedoch nicht den Weg zum Haus einengen.

Feng Shui, Pflanzen, Pflanzkübel: Man sagt: "Wo Blumen und Pflanzen gut gedeihen, da ist ein guter Ort für Menschen." Andersherum gesagt: besser gar kein Grün im Büro oder vor der Haustür als verkümmerte Grünpflanzen oder Grünanlagen.

"Mystische Einbruchsicherung": Sie basiert wohl eher auf Symbolen, die auf unser Unterbewusstsein abschreckend wirken (siehe auch: "Gekreuzte Klingen") - eine rote Uhr und ein Becken mit sechs schwarzen Fischen. Die Chinesen verwenden aber auch Friedenssymbole wie Vase oder Bambusflöte (aber nie verkehrt herum aufhängen) - jeweils mit einem roten Band versehen. In der Nähe einer Registrierkasse schützt es angeblich vor Dieben.

Raumgestaltung, Pfeiler: Im Hausinneren können eckige Pfeiler ungünstig auf unser seelisches Gleichgewicht wirken, besonders dann, wenn scharfe Ecken bedrohlich auf die Bewohner zeigen. Abhilfe schaffen Spiegel an allen Seiten. Oder man verwendet Grünpflanzen, um die Härte der Kanten abzuschwächen.

Raumgestaltung, schwere Objekte: Statuen, Plastiken, Steine ( richtig gelagert! ) in der Nähe des Arbeitsplatzes wirken beruhigend. Die Objekte müssen jedoch unterhalb der Augenhöhe stehen, sonst wirken sie bedrohlich.

Dem ein oder anderen mögen einige dieser Gestaltungshinweise nach Feng Shui etwas exotisch anmuten. Doch viele dieser Ansätze haben durchaus ihre Allgemeingültigkeit und sollten, ob es nun um die Konzeption eines Firmengeländes oder Einrichtung von Büro- oder Verkaufsräumen geht, in die Überlegungen mit einbezogen werden. Falsch wird es ganz bestimmt nicht sein.

Fünf Elemente Lehre

Recht eng mit der Feng-Shui-Lehre verbunden ist auch die alte Weisheitslehre der Chinesen, welche sich "Die fünf Wandlungsphasen" oder "Die fünf Transformationsphasen des Chi" nennt. Eine modernere Bezeichnung dafür ist "Die fünf Elemente-Lehre". Diese Sichtweise bezieht sich auf die philosophischen Ur-Elemente der Materie: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Diese Elemente sind als eine Art Zeitqualität zu verstehen. Holz (Bambus/Grünes Laub) verkörpert den Aufbruch. Feuer bezeichnet hohe Aktivität. Erde ist der Impuls der Wandlung (Samen keimt in der Erde und wandelt sich zur Pflanze) und Wasser ist der Impuls zur Ruhe. Das Wasser fließt in die Niederungen, kommt dort zur Ruhe und versinnbildlicht die Kontemplation. Der Sinn der Fünf-Elemente-Philosophie ist nun, dass man nicht in einer dieser Zeitqualitäten verharren soll, sondern in diesem Kreis einen stetigen Wandel vollführen soll. Besonders im geschäftlichen Leben ist die Überwindung und der Übergang von einem zum anderen Impuls wichtig und die Gestaltung der Umgebung kann dies durchaus befördern. So entsprechen verschiedene Farben diesen Qualitäten.

  • Holz – grün/hellblau
  • Feuer – rot
  • Erde – gelb, brauntönungen
  • Metall – weiß, metallfarben
  • Wasser – schwarz, dunkelblau

Jeder Innenraumgestalter weiß, dass mit der einen oder anderen Farbgebung des Raumes die Mentalität deren Bewohner beeinflusst werden kann. Dieses sollten wir uns also zu Nutze machen. Nach der chinesischen Sicht der Dinge geht es aber nicht vordergründig darum, schon vorhandene Eigenschaften zu stärken, sondern fehlende zu ergänzen. An Erreichtem wird nicht festhalten, sondern ein sich selbst begrenzendes Denken wird aufgelöst. Wer in dieser Richtung das Feng Shui interpretiert und diese Sichtweise einnimmt, wird zukünftig sicher auch sein Unternehmen nicht mehr als unveränderlichen Block sehen, sondern mehr als ein sich stetig wandelndes und lebendes Wesen.