Otto Luyken Kirschlorbeer
Wuchsform des 'Otto Luyken'.

Der frosthärteste Kamerad unter den Kirschlorbeersorten ist vermutlich 'Otto Luyken'. Das zeigt auch dieses Foto, das ich im Erzgebirge aufgenommen habe, wo ja bekanntlich kein mildes Klima herrscht. Hier bei uns in Sachsen sind die Winter doch schon ein wenig kontinental. Diese Sorte ist ein immergrüner und ohne Heckenschnitt ein breitbuschiger und dicht verzweigter kleiner Strauch mit etwas ansteigenden Ästen und nach oben gerichteten Blättern. In der Form einer Hecke hat 'Otto Luyken'* die Besonderheit, dass er nicht so extrem starkwüchsig wie andere Sorten ist und demzufolge nicht so oft geschnitten werden muss.

Pflanzensteckbrief: 'Otto Luyken'

Prunus laurocerasus 'Otto Luyken' KirschlorbeerGröße, Habitus: 1,2 bis 1,5 m hoch und oft doppelt/mehrfach breit
Blätter: schmal zugespitzt, tief dunkelgrün, glänzend
Blüten, Früchte: weiße, duftende Blüten, im Mai/Juni (Nachblüte im September!) in aufrechten, sehr zahlreich erscheinenden, bis 12 cm langen Trauben und damit eine Kirschlorbeersorte, die viele Früchte hat (gelten als giftig)
Eigenschaften: robust, sehr frostharte Sorte, industriefest, für innerstädtisches Klima geeignet, sehr trockenheitsresistent (tiefe Wurzel), reich blühend
Standort: keine besonderen Bodenansprüche, neutraler bis alkalischer Boden, volle Sonne, voller Schatten
Verwendung: für Einzelstellung, Gruppenpflanzung und für Gehölzabstufungen, Unterpflanzung von schattigen Gehölzen (dort weniger dicht wachsend), Benachbarung mit schönen Blattstauden (Rodgersien, Bergenien) wird empfohlen, beste Eignung für geschnittene und freiwachsende Hecken, sehr empfehlenswert für Kübel- und Hochbeet-Bepflanzung

Kaum ein anderes immergrünes Gehölz ist so resistent gegen Trockenheit und verträgt so viel Schatten und Wurzeldruck wie der Kirschlorbeer 'Otto Luyken', der selbst noch unter Birken gedeiht (dort muss aber jährlich gedüngt werden). Im Gegensatz zu Rhododendron und anderen Blütengehölzen bildet Kirschlorbeer auch auf Schattenplätzen reichlich Blüten aus. In Rhododendron-Pflanzungen sollte man immer einige blühenden Kirschlorbeersorten einmischen, weil diese so den Garten duften lassen, was die meisten Rhododendronblüten nicht vermögen.

Kirschlorbeer Blüten und Schmetterling

*Otto Luyken (1884-1953) war Direktor der Baumschule 'Baumschulen Hesse' in Weener (Kleinstadt in Niedersachsen). Die nach ihm benannte Lorbeerkirsche wurde um 1940 von ihm gezüchtet und kam 1953 in den Handel. Baumschulen Hesse wurden 1879 von Hermann A. Hesse (1852-1937) gegründet. (nach Wikipedia 2014)


Literatur & Quellen:

  • Eiselt/Schröder: Laubgehölze, Leipzig, 1977
  • Baumschule-Vollsortiment-Katalog 1996, Media Nord GmbH
  • Günther, Harri: Schöne Blütengehölze, Berlin, 1979