Immergrüner Liguster
Die Art ist sehr vital, doch in strengen Wintern friert sie zurück

Immergrüner Liguster (Ligustrum ovalifolium) stammt aus Japan und ist dort, wie auch hier ungeschnitten ein bis 6 m hoher, straff aufwärts wachsender Strauch, mit wintergrünen Blättern. Mit diesem Gehölz lassen sich wunderschöne Hecken formen und allgemein werden solche Hecken in der Gartenliteratur auch als eine der schönsten bezeichnet. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen bei der Gehölzverwendung. Immergrüner Liguster ist nicht besonders frosthart. In sehr kalten Wintern, die immer wieder einmal auftreten, frieren die Büsche mehr oder weniger stark zurück. Zwar gehen sie dabei nicht ein, sondern treiben im Frühling immer wieder kräftig aus und nur für eine gewisse Zeit kann dann solch eine Ligusterhecke recht unschön aussehen.

Botanik

Der botanische Name des Ziergehölzes ist Ligustrum ovalifolium. Diese ist eine von etwa 50 Arten der Gattung Liguster, welche der Pflanzenfamilie Ölbaumgewächse (Oleaceae) zugeordnet ist und diese wiederum gehört zur Ordnung der Lippenblütlerartige (Lamiales). In Japan unterscheidet man bezüglich der Art noch zwei Varietäten: Ligustrum ovalifolium var. hisauchii und Ligustrum o. var. pacificum. Die deutschen Namen der Art sind Immergrüner- oder Ovalblättriger Liguster.

Ligustrum ovalifolium Blattform

Der japanische Liguster ist üppiger im Wuchs, als die heimische Art und dessen die Blätter sind breiter. Sie besitzen eine elliptische Form und werden bis zu 7 cm lang. Oberseits sind die Blätter dunkelgrün und auf der Unterseite hell gelblichgrün. Es gibt allerdings auch gelbblättrige Sorten, welche durch panaschierte goldgelbe Blattoberseiten punkten. Die Triebe der Pflanzen sind hellgrün und kahl. Die weißen Blütenrispen erscheinen im Juni/Juli am Ende der Haupttriebe oder an stärkeren Nebentrieben. Die Früchte sind schwarz, rund und haben etwa die Größe von Erbsen. Die Früchte gelten als giftig, doch treten Symptome meist erst nach dem Verzehr von mehr als zehn Beeren auf und äußern sich in Form von Magen- und Darmbeschwerden, Erbrechen und Kopfschmerzen.

Selber vermehren? Die Heckenpflanzen lassen sich leicht durch Stecklinge oder Stechhölzer vermehren, die im Frühling gesteckt werden.

Sorten

Neben der grünblättrigen Art werden in den Baumschulen folgende Sorten angeboten:

Ligustrum ovalifolium Aureum Goldliguster

  • 'Aureum' Goldliguster – Blätter mit unterschiedlich breiten gelben Rändern, mitunter auch ganz gelb
  • 'Aureomarginatum' – heute kaum noch im Handel, ähnelt 'Aureum'

Verwendung

Die Art wird nur als Hecke gepflanzt und nicht in Strauchgruppen. Frieren Hecken einmal zurück, bekommt man sie durch den Schnitt bald wieder in Form, was bei frei stehenden Sträuchern nicht der Fall ist. Diese sehen dann recht unordentlich aus. Wir nehmen die Heckengehölze nur in wärmeren Gegenden, zumal wir für die kälteren Regionen die sehr brauchbare und sehr frostharte Sorte Ligustrum vulgare 'Atrovierens'Ligustrum vulgare 'Atrovierens' besitzen. Der Immergrüne Liguster sollte also besonders in der wintermilden Klimazone nahe der Nordsee und der Ostsee zum Einsatz kommen.

Ligustrum ovalifolium ist in der kalten Jahreszeit zwar "grün", doch in dieser Jahreszeit variieren die Blattfarben durch die Kälteeinwirkung auch oft zwischen den verschiedensten Gelb- und Grüntönungen und Bronzefarben, was durchaus sehr dekorativ sein kann.

Ligustrum ovalifolium Aureum Balkonsichtschutz

Die Ovalifolium-Hecken wachsen sehr vital und üppig. Das Wurzelsystem ist flach und filzig. Es schützt den Boden also gut vor Erosion. So kann die Art also auch neben der Pflanzung als Hecke an Abhängen auch zur Bodenbefestigung eingesetzt werden.

Auf die Verwendung als winterharte Kübelpflanze sei noch hingewiesen. Für diese Zwecke wird gern der Goldliguster genommen. Im Kübel müssen die Pflanzen durch Schnitt kompakt gehalten werden (man kann sie so relativ frei wachsend präsentieren) – sind sie im Frühjahr zurück gefroren, werden sie wie üblich etwas gestutzt und so löst sie bei ihnen das besagte Problem von allein.

Pflanzung und Pflege

Es ist geraten, die Gehölze im Frühling zu pflanzen, damit sie vor ihrem ersten Winter im Garten gut Wurzeln ausbilden können, was ihre Frostbeständigkeit sehr erhöht. Pro Meter gepflanzter Hecke, sollten 4 Jungpflanzen stehen. Man pflanzt die Gehölze (getopft oder wurzelnackt) immer 2 bis 3 cm tiefer, als sie zuvor gestanden haben. Im ersten und zweiten Herbst nach dem Setzen sind die Pflänzchen gut zu wässern, wenn der November sehr trocken ist. Gedüngt wird nach den Pflanzarbeiten und in den ersten Jahren nicht, weil dies die Hecke wiederum frostanfällig macht. Später kann im Frühling bei Bedarf ein Volldünger moderat zum Einsatz kommen, wobei darauf geachtet werden muss, dass dessen Stickstoffanteil zu hoch ist. Ansonsten bedarf es, abgesehen vom Schnitt, kaum einer Pflege, da die flachen, dichten Wurzeln der Pflanzung Unkräuter von der Hecke fern halten.

** Diese Einsatzmöglichkeit entdeckte der Autor auf einer Bundesgartenschau. Die Heckenpflanzung, in welchen Behältnissen auch immer, ist doch etwas gewagt, da sie die Gehölze um sehr viel mehr frostanfälliger macht, denn die Wurzeln frieren hier schnell durch und auf dem Balkon trocknet ständiger Wind die Hecke zusätzlich aus – und das unerschrockene Gottvertrauen in eine "Klimaerwärmung" hat ein Gärtner wohl nicht, der hier Gewährleistung geben muss. Man kann solche Kübel aber durchaus auch temporär in der warmen Jahreszeit, etwa vor Restaurants aufstellen und die Kübel dann im Winter an einer geschützten, etwas schattigen Stelle über den Winter bringen.