Berberitzenhecken rote HerbstfärbungBerberitzenhecken im Halbschatten
Berberitzenhecken im Halbschatten

Auf buntes Herbstlaub wird bei uns in der Gartengestaltung viel zu wenig Wert gelegt, dabei kann man es von September bis Oktober farblich noch einmal so richtig knallen lassen und das, wenn die meisten Somerblumen verblüht oder vom ersten Frost vernichtet sind. Zwar heißt das Heckengehölz im Bild "Grüne" Heckenberberitze (Berberis thunbergii), doch im Herbst erleben wir mit ihr wunderbare Farbmetamorphosen. Mindestens ebenso interessant zeigt sich die Laubfärbung des Japanischen Spindelbaumes (Euonymus alatus).

Euonymus alatus, quasi das Japanische Pfaffenhütchen beginnt sich schon im Spätaugust zu färben. Je nach Standort werden seine Blätter in voller Sonnne knallrot oder etwas blasser in Karminrot, wenn Halbschatten vorherrscht. Euonymus europaeus ist die vielleicht bekanntere Form dieses Gehölzes. Es ist der gemeine Spindelstrauch, auch Pfaffenhütchen genannt. Dieser bekommt im Oktober eine wunderschöne rote Herbstfärbung. Beide Gehölze lassen sich zur Hecke schneiden. Wobei das Japanische Pfaffenhütchen einen dichteren Wuchs aufweist, als die europäische Form. Letztere wiederum kan man gut als heimische Wildgehölzhecke pflanzen.

Ein heimisches Heckengehölz ist der Feldahorn (Acer campestre), der eine sehr schöne gelbe Hersbtfärbung aufweist. Mit Feldahorn lassen sich hohe und stabile Grundstücks- oder Feldeinfriedungen pflanzen.

Ein herbstliches Farbenfeuerwerk in rot und orange beschert uns der Essigbaum (Rhus typhina). Auch mit ihm lassen sich ebenfalls Gartenhecken anlegen, wobei das wohl etwas ungewöhnlich ist. Das nachfolgende Foto entstand vor einer Kleingartenanlage. Verwendet man als Pflanzmaterial Sorten des geschlitzten Essigbaumes – also Sorten mit farnähnlichen, tief eingeschlitzten Blättern – lassen sich etwas niedrigere Hecken anlegen.

Die Verwendung des Essigbaumes zeigt uns, dass man eigentlich fast jedes Gehölz durch Schnitt zur Hecke formen kann. So können typische Baumgehölze wie etwa die Rotbuche (Fagus sylvatica) aus der im Normalfall ein riesiger Waldbaum wird, auf 1,20 m Höhe gestutzt werden. Die Rotbuche zeichnet sich durch eine wunderbare Herbstlaubfärbung in allen Rottönen aus.

Besonders auch die Ahornarten sind reich an buntesten Herbstfarben. Da sie sich ebenfalls gut für Heckenpflanzungen eignen, ermöglichen sie uns, dem Garten auch nach den Sommerblumen noch ein Farbenfeuerwerk zu schenken. Da man fast jedes Gehölz und vor allem fast jedes sommergrüne Laubgehölz, welches eine außergewöhnliche Herbstfärbung bekommt, zur Hecke formen kann, muss in unserem Garten kein Mischwald wachsen, um in den Genuss dieses herbstlichen Farbenspiels zu kommen.

Ungewöhnlich: Essigbaum in Form geschnitten
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Euonymus alatus, auch Flügelspindelbaum genannt
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Herbstbunte Ahornarten
Herbstbunte Ahornarten

Doch nicht nur Bäume bekommen eine Herbstlaubfärbung, sondern auch niedrigere Gehölze wie die Sternenmagnolie mit ihren goldgelben Blättern im Herbst. Zusätzlich erfreut sie uns mit einer sehr zeitigen, weißen Sternenblüte im Vorfrühling. Goldgelb färben sich auch viele Freilandazaleen, wie Rhododendron-Mollis-Hybriden und Rhododendron mucronulatum, mit der entsprechenden Edelblüte im Frühling.

All dies sind Beispiele und Ideen für den klassichen Indianersommer-Garten.