Rotbuchenhecke im Frühjahr
Fagus sylvatica. Der Blattaustrieb im Mai ist Hellgrün, doch es gibt auch rotlaubige Sorten.
Fagus sylvatica. Der Blattaustrieb im Mai ist Hellgrün, doch es gibt auch rotlaubige Sorten.

Das sommergrüne Gehölz ist ein Verwandlungskünstler. Nachdem Fagus sylvatica im Frühling mit frischem, saftigem Grün ausgetrieben ist, bekommen es bald ein kräftiges dunkelgrünes und glänzendes Blattwerk. Die Rotbuche ist nicht die Buche mit der rotblättrigen Belaubung. Der Name der Art ist wegen des leicht rötlichen Holzes gegeben. Es sind die Sorten der Art mit den rötlich-schwarzen Blättern, die Blutbuchen genannt werden. Sie kommen ebenfalls als Heckengehölze in Frage kommen. Einige Sorten treiben gelbgrün [1] oder rötlich aus und bekommen später eine dunkelgrüne Farbe (Bild).

RrotbuchenheckenFagus sylvatica purpurea. Diese Rotbuche ist der Mercedes unter den Hecken.

Zum Bild: Fagus sylvatica purpurea ist die Sämlings-Blutbuche, die im Blattaustrieb dunkelrot ist und später vergrünt. Sämlingspflanzen kommen für unsere Zwecke in Frage. Viele edle Sorten von Fagus sylvatica werden als Veredlungen in den Baumschulen angeboten. Sie kann man zwar auch für Hecken kaufen, sind jedoch verhältnismäßig teuer. Eigentlich nimmt man nur die Baumschulware, die aus Sämlingen gezogen wurde. Preiswerte Kaufangebote sind auch Forstbaumschulen einholbar.

Rotbuchenhecken besitzen ein besonderes Flair, dass sich schlecht umschreiben lässt. Sie wirken edel und ernst und hauchen ihrer Umgebung Seele ein. Das glänzende dunkelgrüne Laub ist sehr zierend und die Hecke sieht dadurch immer gesund und kräftig aus. Das wertvolle Gehölz hat zudem noch den Vorzug, dass es zu den heimischen Laubgehölzen zählt und dessen Anpflanzung neben dem Zierwert ökologisch sehr nützlich ist. 

Pflanzung und Pflege

Rotbuchen gedeihen am besten auf sonnigen und halbschattigen Plätzen und auf kalkhaltigen Böden. Dort bilden flache Wurzeln aus. Im Wurzelbereich von Buchen darf später kein Boden aufgeschüttet werden. Die Größen der Pflänzlinge ist mit 125 bis 150 cm Höhe optimal. Sie werden meist als "Heister" angeboten, das sind Büsche, ohne ausgebildeten Stamm)
Der Pflanzabstand beträgt bei Ballenware etwa 50 - 60 cm. Sonst sind 40 - 50 cm Abstand ok. Es wird immer nur in einer Reihe gepflanzt. Dabei werden die Gehölze nicht tiefer in den Boden gesetzt, als sie vorher im Topf gestanden haben. Ist wurzelnackte Ware vorhanden, darf die oberste Wurzel nur 1 cm tief im Boden verschwinden.

Nach der Pflanzung schneiden wir die Setzlinge 1/3 zurück und dann ist das Werk gut zu wässern aber nicht zu düngen. Wurde die Hecke im Frühling gesetzt ist besonders im Hochsommer darauf zu achten, dass bei großer Hitze oder Dürre viel gegossen wird. Das gilt auch für das zweite Jahr - erst dann bedarf die Pflanzung weniger an Zuwendung.

Durch regelmäßigen Schnitt können die Rotbuchenhecken auf gut 1,50 m gehalten werden oder man lässt sie zwei oder drei Meter hoch wachsen. Der Schnitt erfolgt in der Regel Ende Mai und möglichst ein zweites Mal im August. Sollen die Gehölze einmal stärker zurückgeschnitten werden, ist der Winter, besser aber der ausgehende Sommer, für diese Arbeiten geeignet, denn dann verheilen die Wunden noch bis zur kalten Jahreszeit.

Dünger: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gelegentliche Düngergaben mit Hornspänen (Stickstoff) die grüne Laubfarbe noch üppiger werden lässt.
Die Herbstfärbung der Blätter ist unbeschreiblich schön und romantisch. 

Fagus sylvatica Rotbuchenhecke HeckentorHeckentor aus Rotbuche. Die dunkelgrüne Wand ist der passende Hintergrund für Rosenpflanzungen.

Zum Bild: Solche Pflanzungen, die den Garten umschließen und auch am Eingang durch den Bogen nicht unterbrochen werden, bringen ein großes Stück Räumlichkeit und Behaglichkeit in die Gartengestaltung. Neben der gestalterischen Komponente bieten sie idealen Sichtschutz und in windigen Gegenden ein angenehmes Mikroklima. An dieser Stelle sei nochmals erinnert gesagt: Geschnittene Hecken sind ein Ersatz für Zäune - man pflanzt sie nicht vor einen Zaun und vor allem macht man dies nicht mit einer teuren Rotbuchenhecke.

Mit der folgenden kleinen Bildergalerie soll gezeigt werden, wie sich das Gehölz mit den Jahreszeiten verändert. Die Herbstfärbung der Buchenwälder ist bekanntlich wunderschön und so ist auch das Herbstlaub der Buchenhecke eine echte Zierde für den Garten und Naturfreund. Im Herbst bleiben die abgestorbenen Blätter oft noch wochenlang hängen, doch irgendwann im Januar, wenn die Tage trüb und düster sind, leuchtet das silbergraue Geäst heiter zum Haus herüber. Romantisch erscheinen die knorrigen Äste mit silbriger Rinde. An nebligen und verregneten Wintertagen wirken sie positiv auf unser Gemüt.

Herbstfärbung.
Winterliches Flair
Silbrig glänzendes Geäst.

[1] Die Sorte 'Zlatia' treibt goldfarben aus und vergrünt dann später.