Rhododendronerde als Mulchschicht
Eine humusreiche flache Erdschicht ist nötig.

Wer einen Garten mit einem für Rhododendron günstigen Standort (Waldrand) sein eigen nennt, ist für die Pflanzung dieser wunderschönen Gehölze bestens gerüstet. Alle anderen Gartenfreunde sollten sich fragen, ob sich der Aufwand, den Erdboden rhododendrontauglich zu machen, wirklich lohnt. Denn der Kauf von größeren Mengen spezieller Erde sollte vermieden werden. Außerdem lässt sich wirklich ungeeigneter (stark kalkhaltiger ) Boden auch durch das Zusetzen von Rhododendronerde auf die Dauer nicht umändern. Zumal das Eingraben dieser Spezialerde der falsche Weg ist. Wer trotzdem nicht auf die schönen Gehölze verzichten möchte, der beherzige folgende Ratschläge:               

Schweren, tonhaltigen Böden fehlt die erforderliche Durchlässigkeit für Wasser und Luft. Das erreicht man am besten mit einer Zugabe von grobem Sand (oder Lava-Substrat) und Torf. Nach dem Einpflanzen der Gehölze bringt man oberflächlich eine Mulchschicht auf. Die Gehölze wurzeln sehr, sehr flach, sodass sich später das Wurzelgeflecht quasi in dieser Erdschicht ausbreitet.

  1. Rhododendren im Wald, lichter SchattenDer erste Schritt ist also die Aufbesserung der bestehenden unteren Bodenschicht, wobei es dort weniger um die Nährstoffzufuhr geht, sondern Wasserdurchlässigkeit geschaffen werden muss. (Auf Sandböden braucht man dies nicht zu tun.) Wer aus ökologischen Gründen keinen Torf verwenden will, der nehme nur Grobsand. Eingegrabener Rindenmulch als Torfersatz fault und ist somit ungeeignet.
  2. Der zweite Schritt ist, wie schon erwähnt, die oberflächliche Erdbedeckung (eine Art Mulch). Hier wird reichlich organisches Material aufgebracht, was oberflächlich nicht fault, sondern Humus bildet.

Zusammensetzung

Die Alten haben für die oberflächlich aufzubringende Erde Torfmull, Eichenlaub und alten Kuhdung gemischt. Dabei brachte das verrottete Eichenlaub die saure Bodenreaktion, der Kuhdung die Nährstoffe und der Torf lockeres Substrat.

Heute verzichtet man eher auf die Verwendung von Torf und ersetzt diesen durch Holzhäcksel- oder Rindenmulch bzw. verwendet eine Mischung aus Gartenkompost, Rindenkompost und Holzschnitzelkompost. Dabei bringen verrottete Rinde bzw. Holzhäksel oder Eichenlaub die saure Bodenreaktion und Komposterde lockeren Humus. In dieser Mischung fehlen dann eigentlich nur noch die Nährstoffe. Statt Kuhdung könnte man hier schlicht und einfach Hornspäne oder vorgemischten Rhododendrondünger maßvoll zugeben.

Eigene Mischung für kalktoleranten INKARHO-Rhododendron (Yakushimanum-Hybriden)

Eine Alternative zu den Rhododendren, die unbedigt leicht sauren Boden (pH Wert von 4-5,5) benötigen, sind die sogenannten INKARHO-Rhododendren. Sie tolerieren einen ph-Wert bis 7,0

Rhododendronerde unter alten RhododendronpflanzenAllerdings brauchen auch sie einen durchlässigen Boden. Hier gilt das gleiche Prinzip, wie oben beschrieben. Zu schwerer Boden wird entsprechend mit Grobsand oder Lavasubstat verbessert und im zweiten Schritt stellt man eine Rhododendronerde zur oberflächlichen Abdeckung des Wurzelbereiches her. Nur werden hier keine oder wenige organischen Materialien, die eine saure Bodenreaktion hervorrufen, beigemischt.

Nähme man als Vergleich die oben aufgeführte Mischung aus Laub, Torf und Dung, müsste man statt Eichenlaub allerdings Buchenlaub nehmen. Wer die Möglichkeit hat, der mach dies, wer nicht, der mische Komposterde, Rindenmulch und Rosendünger und gebe der ganzen Mischung etwas Dolomitkalk zu.

Literatur & Quellen:

  • Horst Koehler, Das praktische Gartenbuch, Lengerisch 1955 (Rhododendronerde Mischung)
  • M. G. Eiselt, Laubgehölze, Leipzig/Radebeul 1977