Mulchmaterial, Heckenschnitt.Mulchmaterial, Heckenschnitt.
Mulchmaterial, Heckenschnitt.

Mulchen ist ein Fachbegriff aus der Landwirtschaft, bei dem Ernterückstände mit der obersten Bodeschicht des Ackers durchmischt werden und damit einen Verdunstungsschutz bilden. Die wendende Pfugbearbeitung entfällt bei dieser Ackertechnik. Dieses Verfahren stammt ursprünglich aus Kanada und den USA. Das Wort "Mulchen" entlehnt sich dem englischen mulch = nichtverrottetes organisches Material. Irgendwann hat man den Begriff des landwirtschaftlichen Mulchens auf gärtnerische Anbauverfahren übertragen, bei denen bepflanzte Beetflächen anschließend mit Pflanzenabfällen bedeckt wurden.

Mulchen Bodenbedeckung im GemüsegartenDieses Mulchverfahren, bei dem der Boden mit organischen Materialien abgedeckt wird, um die Bodenfeuchtigkeit zu halten, ist im Gartenbau keine Neuerung. Nur nannte man diese Kulturtechnik früher anders. Noch in der Gartenliteratur der 1970er Jahre liest man von Bodenbedeckung oder Schattengare. 10 Jahre später kennt man dann nur noch das Mulchen, vorzugsweise in der Reihenmischkultur und Permakultur.

Bevor man angefangen hat, den Boden mit frisch gehäkselten Pflanzenteilen oder Rasenschnitt aufzuwerten und dies als neueste Erkenntnis im Ökogartenbau anzupreisen (vielleicht war es auch nur ein Verkaufsargument für Gartenhäksler und Rasenmäher), mulchte man mit halb verrottetem Kompost. Das hat vielleicht auch einige Vorteile gegenüber der Bodenbedeckung mit frisch gehäkseltem Material, denn mit dem frischen Kompost kommen gleichzeitig auch vermehrt Regenwürmer in den Boden und der Kompost bewirkt bis zu einem gewissen Grade eine Kopfdüngung.

Damit will ich sagen: Das herkömmliche Mulchen mit Holzschnitzeln und Rasenschnitt ist schon ok, doch die ältere Kompostmulchung bzw. die Kombination beider Techniken ist erfolgversprechender.

Brennesselmulch gegen PilzkrankheitenMulchschicht aus jungen Brennesseln (ohne Samen) soll z.B. beim Tomatenanbau Pilzkrankheiten (Tomatenfäule) eindämmen.

Literatur & Quellen:

  • Schubert/Wagner: Pflanzennamen und botanische Fachwörter, Leipzig/Radebeul, 1984.
  • Erwig, Karl: Der Nutzgarten, Leipzig, Berlin 1948.