Sinnloser Schlängelweg im Park.
Sinnloser, sich schlängelnder Weg im Park.

Den gewundenen Weg kennen wir meist als Teil des Landschaftsparks. In großen, geschwungenen Bogen führen sie meistens zu einem Ziel oder um ein Hindernis herum. In kleineren Gartenanlagen wirken grundlos vorgenommene Wegkrümmungen jedoch meist kitschig, denn geschwungene Wege müssen in einer Anlage liegen, die eine gewisse Mindestgröße haben. Selbst bezüglich großer Parkanlagen gab es Kritiker, die gewundene Wege grundsätzlich ablehnten.

Schon Fürst Pückler nörgelte in seinen Publikationen und meinte dort, "dass sich Wege nicht bloß wie eine auf den Stock gezogene Schlange fortwährend zu drehen brauchen, sondern nur mit Leichtigkeit und Zweckmäßigkeit die Biegungen machen müssen". Übrigens: Wenn ein Weg sinnlos krumm angelegt wurde, dann merkt man das meist schon daran, dass die Parkbesucher Trampelpfade schaffen, die bequemer sind, als die vorgegebene Strecke.

Englischer GartenBild 2.) Geschwungener Weg in einem großzügig angelegten, englischen Garten: Dieser Weg wurde genial angelegt: Zum einen führt er zu einem Zielpunkt: dem Pavillon. Zum anderen entsteht Neugier, weil sich der Pfad zunächst verbirgt. In der Ferne taucht der Weg dann wieder auf.

Der Weg im Landschaftsgarten

Festzuhalten ist nun folgendes: Wegkrümmungen sollten nie grundlos vorgenommen werden. Ein gewundener Weg sollte immer nur einem Hindernis ausweichen oder sich dem Terrain anpassen.

Ausnahme: Sind keine Hindernisse da, müssen welche gestalterisch eingefügt werden: Ein vom Wind gebrochenes Gehölz, eine Quelle oder ein Gesteinsaufschluss können den Weg versperren, doch das sind mehr die Themen bei der Gestaltung eines "Gartenpfades". Ein Gartenweg oder ein Parkweg dagegen ist kein Pfad. Jedoch kann er die Gerade verlassen, um zunächst andere "Ziele" anzusteuern. Das wären beispielsweise ein Bankplatz, eine schöne Aussicht oder eine Plastik.

Schlängelwege in Chinesischen Gärten?

FelsgartenpfadWohl am besten, beherrschten die alten chinesischen Architekten die Kunst der Darstellung von Ruhe und Bewegung. Gleichzeitig setzten sie mit gärtnerischen Mitteln weitere korrespondierende Gegensätze, welche sie "das Lachende" und das "Bedrohliche" nannten. Malerisch bewegte Wege verbinden Pavillons und Lauben miteinander, die als architektonische Ruhepunkte in rauer Landschaft wirken. Auch die Zickzack-Brücken der fernöstlichen Gärten sind ein solches bekanntes Gestaltungselement.

Diese Art der Wege - meist sind es mehr Pfade - gehorchen jedoch ganz anderen Gestaltungsregeln, die wir im ersten Moment oft falsch interpretieren. In China gestaltete man zwar scheinbar sehr in Naturentsprechung, doch das ist ein Irrtum. Den Naturpfaden und zerklüfteten Felslandschaften stellte man immer architektonische Elemente entgegen... hier weiterlesen >>