Wer Spinat selber anbaut, weiß dass bei der Ernte häufig große Mengen auf einmal anfallen. Auch ist es ratsam, das Gemüse vor einem langanhaltenden oder heftigen Regenschauer zurückzuschneiden, um starke Verschmutzungen zu minimieren.
Häufig heißt es dann "wohin mit den Massen?". Das hier vorgestellte Rezept ist geeignet, um größere Mengen des Blattgemüses zu verarbeiten und das sowohl für den Sofortverzehr als auch zum Einfrosten in Portionsgrößen.
Verarbeitet, wie unten beschriben und portioniert für den Gefrierschrank...
Wer keinen Spinat aus dem Garten zur Verfügung hat, kann selbstverständlich auch Blattspinat aus dem Supermarkt verwenden oder gleich küchenfertig vorbereiteten aus dem Tiefkühlregal.
Neben dem Echten Spinat (Spinacia oleracea) können auch Mangold oder die verschiedenen Spinatmelden verwendet werden.
Ein einfaches Gericht der Alltagsküche
Der Zeitplan
Geerntet ist das Gemüse rasch. Die meiste Zeit muss für das Waschen aufgewendet werden. Etwa zwei Handvoll Blätter werden in reichlich Wasser gegeben und mehrfach untergedrückt. Danach nehmen wir jedes Blatt einzeln heraus und entfernen dabei die harten Teile der Stängel. In einem Sieb tropfen die sauberen Blätter ab.
Das Aufkochen der Spinatblätter in einem großen Topf geht sehr schnell, ebenso das Zwiebelschneiden und das Zubereiten der Mehlschwitze.
Bei Tiefkühlware ist natürlich die Vorbehandlung des Spinats nicht nötig und alles geht viel schneller.
Wer die Verarbeitung größerer Mengen nicht scheut und den gekochten Spinat portionsweise einfrostet, hat im Winter rasch eine Mahlzeit zubereitet.
Das Kochbuch zum Rezept
Welche Zutaten gehören zum DDR-Spinat?
- 500 g Blattspinat (frisch oder TK)
- 1 Zwiebel
- 1–2 EL Butter oder Margarine
- 1–2 EL Mehl
- ca. 150 ml Milch
- Salz
- geriebene Muskatnuss
- Pfeffer
Gerätschaften
- große Schüssel zum Waschen der Blätter
- Kochtopf
- Sieb
- Messbecher
- Waage
- Schneidebrett
- Wiegemesser (ein großes Küchenmesser tut es auch)
- Rührlöffel
- Pürierstab
Zubereitung
- Spinat vorbereiten
Frischen Spinat waschen, abtropfen lassen (ca. ein Achtel der Menge zurückbehalten und kleinschneiden) und im heißen Salzwasser zusammenfallen lassen. Danach durch ein Sieb abgießen. TK-Spinat auftauen. - Mehlschwitze herstellen
Die Butter im Kochtopf erhitzen, bis sie geschmolzen ist. Mehl zugeben und leicht anbräunen, dabei immer gut rühren, da es leicht anbrennt. - Mit der Milch ablöschen
Die Milch zur Mehlschwitze geben und glattrühren. - Spinat zugeben
Den Spinat zusammen mit der fein geschnittenen Zwiebel hineingeben und unter ständigem Rühren ca. drei Minuten kochen lassen. Danach mit dem Pürierstab fein pürieren. Den Topf vom Herd nehmen und den rohen Spinat hinzugeben. - Abschmecken
Mit einer Prise Muskat oder eine Prise Pfeffer oder beidem würzen. Da das Salzwasser weggegossen wird, eventuell noch etwas nachwürzen.
Der Spinat hier nach Arbeitsschritt Nr. 1
Das wird die Mehlschwitze
Nach Zugabe der Mehlschwitze, Milch, Zwiebeln und kurzem Köcheln wird püriert
Vollendet wird mit dem Rest geschnittener, roher Blätter
Serviervorschlag
Das Spinatgemüse schmeckt am besten zu Salzkartoffeln und Spiegeleiern – ganz klassisch. Wer möchte, kann es aber auch zu anderen Gerichten als Beilage reichen.
Hier noch ein Hinweis auf unser Spinatsuppen-Rezept.
Notizen: mögliche Varianten zum Anpassen
- Statt Milch teilweise Brühe verwenden
- Mit Sahne verfeinern
- Mit Speckwürfeln oder gekochtem Ei erweitern
- Konsistenz durch mehr/weniger Flüssigkeit verändern
Übrigens
Wer schon einmal frisch geernteten Spinat verarbeitet hat, weiß, dass das einiges an Arbeit macht. In der heutigen Zeit, wo immer alles rasch gehen muss und schnelle Gerichte im Supermarkt zuhauf angeboten werden, kann es manchen abschrecken, diese Arbeit auf sich zu nehmen. Trotzdem empfehle ich es hier.
Und der Aufwand ist ja auch nur einmal nötig, wenn man gleich eine große Menge verarbeitet und den Rest portionsweise einfrostet. Holt man dann später eine solche Portion aus dem Frost, schmeckt man nicht nur wieder das volle Aroma, sondern genießt auch ein Stück Garten mit Sommersonne, warmem Wind und der Freude auf die nächste Gartensaison.
Außerdem weiß man ganz genau, welche ungewünschten Inhaltsstoffe, wie Pestizide oder Insektenvernichter in der Mahlzeit nicht enthalten sind. Zudem bekommt man mit der Zeit Routine in das Vorbereiten der Spinatblätter. Und wer dann noch eine Sommerküche hat, ist besonders fein raus, weil das Sortieren, Waschen und Abtropfen oder auch die gesamte Arbeit gleich draußen erledigt werden kann.
Warum Spinat in der DDR-Alltagsküche wichtig war
Spinat gehörte in der DDR nicht ohne Grund zu den typischen Alltagsgerichten. Blattgemüse ließ sich vergleichsweise einfach anbauen, war ertragreich und stand vielerorts sogar aus dem eigenen Garten zur Verfügung. Gerade in Zeiten, in denen das Lebensmittelangebot nicht immer üppig oder abwechslungsreich war, besaß ein unkompliziertes Gemüse wie Spinat einen hohen praktischen Wert.
Überhaupt spielte Blattgemüse damals im Alltag noch eine wesentlich größere Rolle als heute.
Hinzu kam, dass Spinat preiswert, sättigend und schnell in den Großküchen der Betriebe, Schulen und Kindergärten zuzubereiten war. Zusammen mit Kartoffeln und Ei entstand daraus eine vollständige sehr gesunde Mahlzeit. Hier sind einmal wichtige Inhlartsstoffe stichpuktartig genannt.
- Die Kombination aus Ei und Kartoffel ergibt eine "Super-Proteinquelle"
- Mineralstoffe: Kalium und Eisen
- Vitamine: Folsäure, K und A
- Ei und Spinat enthalten Lutein und Zeaxanthin (Augenschutz)
- Das Eigelb ist eine der besten Quellen für Cholin (Gehirnnahrung)
Viele Familien kannten solche Gerichte nicht aus Kochbüchern, sondern einfach aus dem Alltagserleben und dem Erfahrungswissen der Eltern und Großeltern.
Gerade deshalb ist ein schlichtes Gericht wie DDR-Spinat heute auch ein kleines Stück Erinnerungskultur. Es erzählt von einer Küche, die weniger auf Luxus und Auswahl beruhte, dafür aber oft erstaunlich nah an den tatsächlichen Möglichkeiten des eigenen Gartens lag.
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[][GJ.7.5] Bild und Text G. Jacob, 12.5.2026
