Stiel- und Blattgemüse
➡️ Stangensellerie erfreut sich in der modernen Küche zunehmender Beliebtheit. Er ist nicht nur milder als der Knollensellerie, sondern er liefert Frische und Würze zugleich. Somit kann er sowohl als klassisches Würzegemüse, als auch gedünstet in Gerichten und sogar roh zum Einsatz kommen. Es ist kein klassisches Lagergemüse wie der Knollensellerie, aber kühl aufbewahrt hält er sich mindestens zwei Wochen, oft sogar länger.
Was ein Herbstsalat ist, wird nicht botanisch definiert, sondern leitet sich vom Gebrauch in der Küche ab und bezeichnet die entsprechenden saisonal verfügbaren Blattgemüse. Auch wenn letztere in den Supermärkten ganzjährig zu bekommen sind, so ist es für den Selbstversorger oft schwierig im Herbst das Gemüse vorrätig zu haben. Der Grund dafür ist fast immer derjenige, dass für die Aussaatzeiten der Spätkulturen nur ein kleines Zeitfenster vorhanden ist. Hat man ihn verpasst, gibt es keine Ernte und zudem kommt, dass man diese speziellen Jungpflanzen in den Gartenmärkten faktisch nicht bekommt.
Die Gartenmelde (Atriplex hortensis), auch unter dem Namen Spanischer Salat oder Spinat geführt, ist in unseren Breiten eher als ein Unkraut bekannt. Das Wissen, dass man Melde wie Spinat zubereiten und sogar im Garten anbauen kann, ist leider weitestgehend verloren gegangen. Dabei schmeckt das Wildkraut fast genauso wie das Gemüse und ist sogar noch leichter anzubauen, was sowohl das Wachstum als auch die Samengewinnung betrifft. Das Vorteilhafte an dem Blattgemüse ist, dass es im Vorsommer der Küche zur Verfügung steht, also in der Zeit, wo für den Selbstversorger nicht viel zu ernten ist.
Echter Meerkohl (Crambe maritima), der auch Broccoli-Meerkohl, See- oder Meerkohl genannt wird, ist eine mehrjährige Pflanzenart der Gattung Meerkohl (Crambe) aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) und ist eine heimische Wildpflanze. Wild gedeiht sie an den Stränden der Nord- und Ostsee sowie rings um das Schwarze Meer. Die Art kann als eines der feinsten Blattstielgemüse kultiviert werden.
Ich habe den Dauerkohl auf 1,5 Quadratmeter im Garten stehen, wo er für zwei bis drei Mahlzeiten vor der Spargelsaison sorgt. Obwohl er früher ein Bleichgemüse war, verbrauchen wir ihn zweckmäßigerweise ungebleicht.
Dieses Blattgemüse aus der Gruppe der Zichorien (Cichorium intybus var. foliosum) halte ich für den zweckmäßigsten Herbstsalat im Kleingarten überhaupt. Genau genommen ist es eine Sorte aus der Gruppe der der Radicchio-Salate [1]. Der 'Zuckerhut' wächst im Spätsommer zu einer stattlichen Größe heran und bildet aufrechte, längliche Salatköpfe aus. Diese Köpfe sind schnell und einfach zu ernten, was an regnerischen Herbsttagen sehr von Vorteil ist. Die beste Eigenschaft der Sorte ist aber die, dass die Blätter bei Regen nicht so stark verschmutzen, wie es bei den anderen Zichorienarten der Fall ist, weil letztere überwiegend flach am Boden wachsen.
