Gurkenmelone
Fruchtansatz in der ersten Hälfte des Monats Juli

Gurkenmelonen (auch Melonengurken, Cucumis melo var. flexuosus) sind eine der vielen Unterarten der Zuckermelonen, aber eine Abart, welche auch bei uns im heimischen Garten angebaut werden kann. Der Autor selber hatte schon etliche Melonenarten im Versuchsanbau daheim, doch keine war so unkompliziert wie diese. Wenn die Art bei uns auch noch wenig bekannt ist, so wird sie sich vielleicht als einzige in den Kleingärten im Freilandanbau durchsetzen und die bisherige Alternative, die Netzmelone, ablösen. Das interessante dabei ist, dass der Anbau dieses Neuankömmlings unter Glas und im Gewächshaus selten gelingt, und so brauchen wir uns gar nicht die Mühe machen diesbezüglich zu experimentieren. Es scheint eine Freilandpflanze zu sein. Dort fühlt sie sich wohl. Der Autor vermutet, dass auch der Anbau in Kübeln auf dem Balkon gelingt. Dort sollte weiterhin experimentiert werden.

Botanik

Zunächst zur botanischen Einordnung. Die Gurkenmelone hat den botansichen Namen Cucumis melo var. flexuosus. Sie ist also eine Varietät von Cucumis melo und das ist die Zuckermelone und gehört in die Planzengattung der Gurken (Cucumis) und diese ist ein Kürbisgewächs (Pflanzenfamilie Cucurbitaceae). Die botansiche Benennung var. flexuósus ist dem Latein entlehnt und heißt so viel wie gekrümmte Varietät. Damit bezieht sich die Benennung auf die sogenannte Armenische Melone, was eine Sorte ist, die einer länglichen (krummen) gleicht. Cucumis melo var. flexuosus weist selber eine große Formenvielfalt auf, was die Sorten betrifft. Eine ähneln Gurken, die anderen Honigmelonen. Der Autor beschreibt hier den Anbau und die Eigenschaften der Sortenlinie 'Tondo di Manduria'.Die Pflanze sieht in den Blättern und in ihren Wuchseigenschaften aus, wie eine kleine Kürbispflanze. Sie bekommt kantige und dunkelgrüne Triebe und hat Blätter, die in der Größe um eine Handspanne variieren.

Anbauanleitung

Standortverhältnisse

Der Boden sollte humusreich sein und locker. Der Platz im Garten kann so gewählt werden, dass diese im Halbschatten stehen, die Ranken sich dann aber in Richtung Sonne fortbewegen können. Der Autor hat die Gurkenmelonen auf einem Randhochbeet stehen, welches erst gegen Mittag in der Sonne liegt und von da an bis zum Abend sonnig gelegen ist.

Aussaat im Topf und Auspflanzung

Die Pflanzen können in Töpfen vorgezogen, aber auch direkt ins Freiland gesät werden. Es gilt aber sicher auch hier, wie bei allen Kürbisgewächsen, dass die in Anzuchttöpfen aufgezogenen Jungpflanzen nicht zu lange im Topf stehen bleiben dürfen, sondern rasch ausgepflanzt werden müssen. Da die Gewächse keinen Frost vertragen, dürfen sie erst nach den 15. Mai ausgepflanzt werden. So ist geraten die Vorkultur, die im Zimmer am Fenster oder in einem Gewächshaus erfolgen kann, erst in der letzten Aprilwoche zu beginnen. Dazu werden zwei Samen in einen mit Erde gefüllten Topf gut 2 cm tief gesteckt und anschließend angegossen. Es muss weiterhin regelmäßig gegossen werden, sodass das Substrat erdfeucht ist, aber die Erde im Topf darf nicht dauerhaft nass sein. Die so gesäten Gurkenmelone werden nach den sogenannten Eisheiligen (kalte Wetterperiode im Mai) ausgepflanzt und setzen dann im Juli, etwa gemeinsam mit den Tomaten, reife Früchte an. Ein Pflanzabstand von 10 cm und Reihenabstände von 30 cm sind völlig ausreichend. Demzufolge können die Früchte auch wie Beetgurken kultiviert werden. In diesem Falle wird auf einem Normalbeet von 1,2 m Breite genau in der Mitte eine Reihe gepflanzt. Auf die Außenreihen werden wiederum wie bei den Gurken für Mischkulturen genutzt, welche mit den Gurkenmelone miteinander gut auskommen.

Gurkenmelone Aussaat

Hier schlägt der Autor vor, einmal die Bepflanzung mit Zwergmais zu verbinden und es bietet sich auch an den ganzen Beetkomplex mit Stangenbohnen zu kombinieren. Letztere sollen sich an schmalen, zeltartig aufgestellten Stangen emporranken, welche dann auch das Melonengewächs nutzen kann und den Bohnen quasi hinterher läuft. Die klassische Mischkultur auf Gurkenbeeten ist die mit Blumenkohl und Brokkoli. Hier im Bild ist sehr zeitiger Blumenkohl gepflanzt, welcher geerntet ist, bevor sich die Gurkenmelone voll ausbreitet. Einige Brokkolipflanzen bleiben dazwischen stehen. Sie wachsen palmenartig über das Beet hinaus. Dieses Prinzip der Dpooelnutzung der Beetfläche kann bei der hier behandelten Kultur übernommen werden.

Direktsaat ins Freiland und weitere Pflege

Haben wir einmal keimfähigen Samen von den Früchten gewonnen, so haben wir genügend Saatgut, um eine Aussaat im Freiland vornehmen zu können. In diesem Falle werden wir zwar später die begehrten "Honigmelonen" ernten, doch dafür bekommen wir robustere Pflanzen, welche tiefer wurzeln und damit Trockenperioden besser überstehen. Das Zeitfenster für diese Arbeiten ist Mitte bis Ende Mai. Aller drei Zentimeter kommt jeweils ein Samen 2 cm tief in die Erde. Sind diese aufgegangen, werden die Jungpflanzen nach und nach – also nicht in einem Arbeitsgang – vereinzelt. Die Schwächlinge werden ausgezogen und die gesündesten und kräftigsten Pflanzen stehen gelassen. Dadurch hat man für die eigenen Samenzucht später auch schon eine gewisse Sortenauslese der gesündesten Exemplare getroffen. Im Juni setzt dann das Längenwachstum der Triebe ein, welche anfangs nach dem 5. oder 6. Blatt gestutzt werden, damit sich die Pflanzen etwas verzweigen. Das kann nach dem ersten Stutzen auch ein zweites Mal geschehen. Bis in den Juli hinein setzen die Gurkenmelonen bei uns kaum Früchte an, bis wir bemerken, dass an den weiblichen Blüten unterhalb des Blütanansatzes Verdickungen zu bemerken sind. Dies schwellen dann rasch zu den Fruchtkörpern an.

Gurkenmelone

In dieser Wachstumsperide sollten wir die Pflanzen mit einem stickstoffreichen Dünger unterstützen. Eine flüssige Jauche ist optimal, da sie schnell wirkt. Wenn gedüngt ist, muss aber auch immer gut gewässert werden. Gewässert wird natürlich auch bei Trockenheit.

Ernte

Die Ernte der Früchte erfolgt zu dem Zeitpunkt, wenn diese aus dem unreifen Stadium herausgehen und kaum noch Dickenwachstum aufweisen und mit Beginn der Reife. Letztlich obliegt es uns selber, wie lange wir die Früchte reifen lassen mögen. Im ganz jungen unreifen Zustand sind sie aber ebenfalls zu genießen. In diesem Stadium können sie geerntet und wie Zucchini mit Schale verwendet werden. Je später wir sie aufnehmen, um so härter wird die Schale, die dann angeschnitten werden muss. Dafür bekommen die Früchte dann aber auch etwas Süße. Sonst gleicht der Geschmack der Melone unseren Salatgurken.