Prunkbohnen Anbau
Reife Feuerbohnen sind gute Trockenbohnen

Die Besonderheit der sogenannten Prunk-, Feuer- oder Käferbohnen (botanisch Phaseolus coccineus) ist ihre Robustheit gegen kühles Klima, obgleich auch sie Fröste nicht vertragen. Sie sind Gemüse- und Zierpflanze zugleich. Mit ihr (rot blühende Sorten) kann man schnell Sichtschutzgitter begrünen und das auch auf dem Balkon. Des Weiteren sind sie universell, denn die Hülsen können ganz jung und unausgereift geerntet werden. Ausgewachsene Schoten können zur weiteren Reife bleiben, denn die Art eignet sich auch sehr gut zur Verwendung als Trockenbohnen.

Standort und Bodenansprüche

Prunkbohnen stellen an das Klima keine so hohen Ansprüche wie die Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris). Auch der Boden braucht nicht extra mit organischem Dünger aufwendig verbessert zu werden, doch sollte er locker und etwas feucht sein – halt guter Gartenboden. Weil die Art sehr widerstandsfähig gegen kühle und nasse Witterung ist, eignet sie sich besonders für den Anbau im Gebirge und dort, wo das Klima die Kultur der wärmeliebenden Formen unrentabel macht.

Aussaat-Zeitpunkt, Sorten

Bohnengestelle für StangenbohnenDie Aussaat beginnt schon Anfang Mai. Bei gutem Schutz gegen Nachtfröste (Vlies, Mulch, Zuhäufeln usw.) kann auch schon Ende April gesät werden. Die Saattiefe liegt bei 3 cm. Es werden etwa 6 – 8 Bohnen an einer Stange gesät, die mindestens 80 cm voneinander entfernt stehen sollten. Die Keimdauer beträgt 8 bis 12 Tage. 14 Tage nach der Keimung kann einmalig etwas gedüngt werden (z.B. eine Hand voll klassischer Blaukorndünger). Die Zugabe von Komposterde ist ebenfalls förderlich.

Weitere Pflege: Die jungen Keimlinge sind unbedingt vor Schnecken zu schützen, Unkräuter sind zu entfernen und im Hochsommer ist bei Trockenheit zu gießen, sonst stagniert das Wachstum und die Ausbildung von Hülsen.

Ernte: Die Hülsen haben bei allen Sorten Fäden, doch dazu müssen sie die Schoten schon recht ausgewachsen sein. Mit fädeneligen Bohnengemüse hatte ich noch keine Schwierigkeiten. Bei der Ernte ist trotzdem darauf zu achten, dass die Schoten noch relativ jung sind.

Feuerbohnen als Trockenbohnen:

Feuerbohnen SamenMeist werden die jungen Hülsen als Schnittbohnen verarbeitet. Doch auch die reifen Samenkerne sind ein schmackhaftes und nahrhaftes Lebensmittel. Weil aber die Trockenkerne sehr hart sind, müssen sie einen Tag (besser zwei) in Wasser eingeweicht werden. Dann braucht es gut eine Stunde bis die Kerne weich gekocht sind. Hier lohnt es größere Mengen zu kochen und einen Teil auf Vorrat einzufrieren. Die Bohnengerichte bekommen durch diese Art aber ein besonders angenehmes Aroma, welches als nussartig zu bezeichnen ist.

Prinzipiell kann jede Feuerbohne auch als Trockenbohne verwendet werden. Allerdings gibt es auch besonders dünnschaligere Sorten, wie etwa die 'Steirische Käferbohne'*, deren getrocknete Bohnen traditionell eingeweicht und vorgekocht für Salate verwendet werden. Auch die Sorte 'Kaliningrad'* (jung ohne Fäden!) mit tiefschwarzen Kernen wird direkt als Trockenbohne angeboten.

Natürlich kann man man im Sommer auch nicht ganz ausgereifte Kerne ohne lange Kochzeiten anrichten.

Mein Tipp: Die Gewächse eignen sich besonders für den Gemüseanbau auf dem Balkon. Hier kann er zusätzlich einen Zweck als Sichtschutz und Windschutz erfüllen.

Geeignet für das Indianerbeet

Feuerbohnen eignen sich für die sogenannte Milpa-Kultur (Indianerbeet), also für eine Anbauform der Ureinwohner Amerikas (Mischkultur vom Mais, Bohnen und Kürbis). Hier ist bisher die schwarzkernige Sorte 'Kaliningrad' mein Favorit, weil sie nicht so sehr üppig Laub und gleich am Anfang viele Hülsen ansetzt, die dann alle bis Jahresende ausreifen. Sicher ist dies auch bei andern Sorten der Fall, doch so viele hab ich halt noch nicht durchprobiert. Die Art ist übrigens eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschen überhaupt und wird seit etwa 10.000 Jahren kultiviert.

Sorten

Gängige Sorten sind 'Preisgewinner', 'Rotblühende' und 'Weiße Riesen'. Letztere (weiße Blüten und Bohnenkerne) hat die zartesten Hülsen. Sie ist sehr reich tragend und sie kann ständig beerntet werden.

*Freie Sorten

Literatur & Quellen:

  • Christop Needon: Obst und Gemüse, Herkunft, Anbau, Zubereitung - Leipzig 1982.
  • Samenkatalog von Dreschflegel GbR.