Bohnenanbau

Es steht immer wieder die Frage, welche Art von Bohnen man im Garten anbauen sollte, und welche Erträge die verschiedenen Arten bringen. Buschbohnen lefern auf einen Quadratmeter etwa 1,2 bis 1,3 kg Ertrag, bei Stangenbohnen ist er höher.

Er liegt bei 1,6 bis 2 kg pro m² (Prunkbohnen etwas mehr!), bzw. 2 kg grüne Hülsen erntest du von den großkörnigen Schneide- und Brechbohnen; 1-1,5 kg von den feineren Perlbohnen pro Stange! Stangenbohnen bringen also mehr Ertrag. Auch sollen sie geschmacklich besser als andere Arten sein.

Vorteil der Buschbohne: Trägt im Frühjahr schnell, und auch die Spätkultur ist möglich. Ab 60 Tage bis zur Ernte.

Dabei wäre aber auch zu bedenken, dass Buschbohnen weniger gute Bodenvorbereitung bedürfen, als das bei den Stangenbohnen der Fall ist. Außerdem tragen sie (Frühsorten) viel eher, also schon ab Juli. Die Sorte 'Saxa' kann beispielsweise schon nach 60-66 Tagen beerntet werden. Die meisten Stangenbohnen bringen erst ab August ihre Ernte, tragen dann aber bis zum Frost durch.

mehr Infos: Buschbohnen-Sorten

BuschbohnenBuschbohnen.

Vorteil der Stangenbohne: Trägt mehr + Mischkulturanbau ist möglich. Ab 80 Tage bis zur Ernte.

Wiederum kann das Stangenbohnenbeet (wenn die Bohnen an einzelnen Stangen stehen) für eine Mischkultur verwendet werden. Zwischen den Bohnenstangen ist also eine zusätzliche Gemüsekultur möglich. Der Mischkulturenanbau geht mit Radieschen und Rettichen, Kopfsalat, Sellerie, Kohlrabi, Rote Beete sowie mit Rüben, Gurken, Zucchini oder kleineren Kürbissorten. Damit erhöht sich der Gemüseertrag pro Quadratmeter erheblich. Andererseits kannst du natürlich auch auf einem Buschbohnenbeet zusätzlich einige Tomaten und hochwachsenden Pflücksalat (Spargelsalat!) zwischenpflanzen, doch wird hier der gesamte Gemüseertrag nicht so hoch sein, wie beim Stangenbohnenbeet.

Buschbohnen sind besonderes als Nachfrucht ideal, weil sie bis Anfang Juli gesät werden können. So sät man sie meist nach den geernteten Frühkartoffeln und holt damit zwei volle Ernten von einem einzigen Gartenbeet ein. Die Bohnen werten den Boden sogar noch auf, weil sie Stickstoffsammler sind.

Es ist also zweckmäßig, Anfang Mai nur ein paar Buschbohnen für die ganz frühe Ernte und für den Sofortverbrauch zu säen. Zum Einfrosten oder Einwecken werden sie dann besser als Nachkultur in größeren Mengen gesät. Um auch bei zeitigen Herbstfrösten die Haupternte sicher zu haben, säe man schon Mitte Juni. Das geht ganz gut bei der Folgekultur auf Spinat, Kopfsalat und Frühkartoffeln. Wer letztere nach meinen Empfehlungen sehr früh anbaut, der hat das Kartoffelbeet Mitte Juli schon wieder frei.

Trockenbohnen

Eine weitere Überlegung bei der Arten- und Sortenwahl der Bohne ist die, dass man bei großen Mengen oft die Ernte gar nicht schafft. Die Schoten der Bohnen sollten bekanntlich nicht zu alt werden, besonders bei Schwertbohnen oder Prunkbohnen (Feuerbohnen) schmecken diese schnell derb und strohig. In diesem Falle ist es gut, wenn man Sorten hat, die man auch ausreifen lassen kann. Bei diesen erntet man dann die ausgereiften Bohnen und verwendet die Samen getrocknet als sogenannte Trockenbohnen, Kernbohnen oder Trockenspeisebohnen. Als Sortenempfehlungen hierfür sind mir die Prunkbohnen bekannt und einige wenige Stangenbohnen, wie etwa die alte Sorte 'Spatzeneier'. Die einzige von mir online recherchierte Buschbohne zum Trocken ist 'Schäfers Kolumbus'. Bei dreschflegel-saatgut.de sind alte Trockenbohnensorten gelistet: z.B. 'Rot-Gelbe Trockenbohne', 'Rote von Paris', 'Schwarze Kugel', 'Hartschielen eierförmig', 'Hartschielen Weiß-Rot', 'Braune Hartschielen'.

Mein allgemeiner Tipp ist der, bei den einzelnen Online-Samenhändlern in Ruhe den Beitext zu studieren, besonders für die alten Sorten. In den Suchmaschinen findet man speziell Trockenbohnensorten auf die Schnelle schlecht.

Fazit

Ich wähle die Bohnensorten so, dass ich ein paar zeitige Buschbohnen für den Sofortverbrauch stecke und dazu ein paar ertragreiche Stangenbohnen. Den Hauptertrag an Bohnen, der konserviert wird (Einfrosten, Einwecken), stecke ich als Nachkultur nach den Frühkartoffeln (hier auch die frühen Sorten verwenden). Sie werden im Spätsommer nach der Urlaubszeit geerntet, wenn allgemein im Garten nicht allzuviel zu tun ist.


Literatur & Quellen:

  • Koehler, Horst: Das praktische Gartenbuch, Hannover 1952.
  • Ernst, Dr. Manfred: Gemüsebau im Garten, Berlin 1981.