Schwarze und gestreifte BohnenBei Bohnen, unterscheidbare Sorten verwenden!
Bei Bohnen, unterscheidbare Sorten verwenden!

Häufig ist die Herstellung eigener Gemüsesamen sehr einfach. Im Folgenden möchte ich die Gemüsearten vorstellen, bei denen für Anfänger auf diesem Gebiet die Saatgutgewinnung am geeignetsten ist.
Sehr leicht selber zu vermehren sind Kartoffeln und Topinambur. Von beiden Gemüsen werden die Knollen geerntet. Für die Vermehrung werden dann in entsprechender Größe Saatkartoffeln (Walnussgröße) oder Topinambur-Knollen aussortiert und für die neue Kultur aufbewahrt. 

Tomaten, Kürbis

Bei samenechtem Fruchtgemüse verwendet man nur die ausgereiften Früchte. Werden diese in der Küche verarbeitet, so fallen die Samen praktisch nebenher an. Befindet sich am Samen noch viel Fruchtfleisch (wie bei Tomaten oder Kürbis) legst du sie 2 – 3 Tage in Wasser. Beim anschließenden Abspülen werden sie sauber und lassen sich anschließend leicht trocknen.
Wem das zu aufwändig ist, der kann auch die Samen gleich auf Papier trocknen. Verwende dazu aber nur glattes Papier oder idealerweise Pappe. An Zeitungspapier oder Küchenkrepp klebt das Saatgut fest und läßt sich nur schwer wieder ablösen.

KürbissamenSelbst gewonnener Zucchini-Samen (Zucchini ist eine Kürbisart)

Bohnen, Erbsen

Auch Hülsenfrüchte lassen sich sehr leicht selber vermehren. Man lässt einige Schoten gut ausreifen und trocknen. Bis zur Aussaat können sie so aufbewahrt werden. Man kann aber die Samen auch zur Aufbewahrung aus den Hülsen holen. Alte Sorten eignen sich besonders gut zur Saatgutgewinnung.
Das Problem der Sortenvermischung durch eigene Gewinnung von Samen besteht bei Hülsenfrüchten nicht. Man kann beispielsweise zwei verschiedene Stangenbohnen nebeneinander pflanzen und erntet die Bohnen trotzdem sortenrein. Auch die verschiedenen Sorten der Erbsen vermischen sich nicht.

Pflücksalat

Sehr einfach lassen sich alle Arten samenechter Pflücksalate selber vermehren. Bei Pflücksalaten werden ja keine Köpfe geerntet, die Pflanze verbleibt im Boden und bringt immer wieder neue Blätter hervor. Fängt der Salat an zu schießen, werden immer nur noch die unteren, größten Blätter gepflückt. Sind die Blütenstände der Salatpflanze verblüht können sie durch Abschneiden geerntet werden. Sind die Samen gut ausgereift lassen sie sich einfach aus den vertrockneten Kelchblättern entfernen.

Möhren, Pastinaken

Die meisten Wurzelgemüse bilden erst im zweiten Kulturjahr die Samen aus. Zur Vermehrung werden die ausgereiften Wurzeln frostfrei überwintert und im zeitigen Frühjahr auf ein Beet gepflanzt. Die Pflanztiefe sollte dabei der des alten Standortes entsprechen. Die Pflanzen treiben schnell neue Wurzeln und Blätter und bilden bis zum Sommer Samen aus. Ist dieser ausgereift, was man daran erkennt, dass die Blütenstände trocken werden, schneidet man sie ab und lässt sie an einem geschützten Ort auf einem Tuch (da bereits Samen ausfallen können) etwas nachreifen.

Petersilie, Kerbel

Zweijährige Kräuter überwintern an Ort und Stelle. Sie bilden erst im zweiten Jahr Samen aus und sterben anschließend ab. Die abgetrockneten Samenstände werden im Sommer geerntet und wie bei der Möhre aufbewahrt.
Blattpetersilie lässt sich besonders leicht vermehren. Mitunter verwildert sie sogar und sät sich von selber aus.

Spinat:
Spinat:
Salat:
Salat:
Gurke:
Gurke:

Weitere zur Herstellung von Samen geeignete Gemüse

Weitere, ohne Probleme zu vermehrende Gartengemüse sind:

  • Spinat wie Pflücksalat
  • Gurken wie Tomaten
  • Dill wie Pflücksalat
  • Staudensellerie wie Blattpetersilie
  • Feldsalat wie Blattpetersilie
  • und Winterportulak wie Blattpetersilie
  • Rüben wie Möhren
  • Kohlrabi wie Möhren (zur Überwinterung mit Wurzelballen ausstechen)
  • Zucchini wie Tomaten
  • Mais wie Tomaten
  • Paprika wie Tomaten
  • Auberginen wie Tomaten

meine Video-Notizen zur Selbstvermehrung von Salat