Eingemachte Tomatensoße in Gläsern
Selbstgemachte Tomatensoße für Spaghetti.

Es ist sicher nicht besonders klug, die Selbstversorgung mit Lebensmitteln allein auf die eigene Produktion im Garten beschränkt zu sehen. Der nebenberufliche Anbau im Garten, kombiniert mit Kleintierhaltung, wird in den wenigsten Fällen 100 % des Eigenbedarfs an Lebensmitteln decken. Für temporäre Krisenzeiten mag das möglich sein, doch auf längere Sicht funktioniert die erwünschte Selbstversorgung an lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen bestenfalls innerhalb einer Region (Subsistenzwirtschaft).

Man wird also immer nur eine Teilversorgung optimieren können und regionalen Warenaustausch befördern. Letzteres geht natürlich auch ohne Garten.

zebra7 Gemüse

Außerdem ist es so, dass wir oft von Selbstversorgung reden, jedoch meinen wir eine so weit wie mögliche, autarke und autonome Lebensführung. Diese zu erreichen, bieten sich wiederum viele Möglichkeiten, von denen die Gartenbewirtschaftung nur eine ist. Die Eigenherstellung von vielen typischen Verbrauchsartikeln ist möglich. Es lohnt allein schon die Anwendungsmöglichkeiten von Soda, Natron und Natursalz im Haushalt wieder aufleben zu lassen.

Übrigens leitet sich der Begriff Autarkie vom griechischen autárkeia ab, was so viel wie Selbstgenügsamkeit heißt. Die ganze Selbstversorgungsphilosophie funktioniert nur, wenn man sich auch dieser Thematik widmet.

Weiterhin kann ich aus eigener Erfahrung feststellen (und ich ernähre mich schon weitgehend vom Eigenanbau), dass die Produktion von Obst, Gemüse, Honig, Eieren und Schlachtkaninchen die eine Sache ist. Auf der anderen Seite ist die Selbstversorgungswirtschaft aber nur so effizient, wie man es versteht, das selbst Produzierte auch schnell und schmackhaft zuzubereiten, haltbar zu machen und einzulagern. Selbst aus der Makrowirtschaft wissen wir, dass von den produzierten Lebensmitteln weltweit an die 50 % verkommen, oder gar nicht erst verarbeitet werden.
Wer Selbstversorger werden möchte, sollte durchaus die Bewirtschaftung eines Kleingartens anstreben, doch hält es niemanden davon ab vorerst nur die Verarbeitungsschiene der Grundnahrungsmittel zu bedienen. Wenn die Umstände es zulassen, kannst du später immer noch von einer ländlichen Wohnung mit Gartenareal Besitz ergreifen. Doch dann hast du dir schon an die 50 % der Fertigkeiten angeeignet, die ein Selbstversorger braucht.

Die Beschäftigung mit dem gesunden und unkomplizierten kochen, Lebensmittel verarbeiten und lagern, führt uns zum letzten wichtigen Thema, was eine autarke Lebensweise ermöglicht. Das ist die Vorratswirtschaft. Selbstversorger wird man, wenn man verlernt, die Lebensweisheiten und Produkte der Lebensmittel- und Werbeindustrie zu gebrauchen. Wir sollten uns wieder mehr den Erfahrungen unserer Vorfahren zuwenden. Diese fanden es zweckmäßiger, statt ständig in irgendwelchen Läden auf und ab zu schlendern, den Vorratsschrank aufzumachen und sich dort der selbst gemachten Konserven zu bedienen. So ist die eigene Vorratshaltung von Lebensmitteln aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht tatsächlich auch heute außerordentlich sinnvoll. Schon aus dem Grunde, dass man dann z.B. viel seltener mit dem Auto zum Supermarkt fährt und so die Umwelt schont. Wer seltener einkaufen geht, der spart sehr viel Geld, weil wir gewohnheitsmäßig bei jedem Einkauf durchschnittlich 20 % Dinge kaufen, die eigentlich nicht nötig wären. Wenn du also im Schnitt nur noch 1x pro Woche statt wie bisher 3x Einkäufe tätigst, dann sparst pro Monat mindestens an die 80 Euro.

Zusammenfassung: Eigenversorgung beinhaltet mehrere Schritte, der Garten steht nur am Anfang

  • Eigenproduktion von Obst, Gemüse, Eier, Honig, oder Beschaffung aus der Region
  • Haltbarmachen und veredeln dieser Grundprodukte
  • Gesunde Lebensweise, eigene Hausmittel und Kräuterapotheke
  • Lagerung von Lebensmitteln
  • Zubereitung von angebauten oder gelagerten Lebensmitteln
  • Vorratswirtschaft
  • Verbrauchsgüter selber herstellen
  • Genügsamkeit erlernen

Wo Obst und Gemüse beschaffen?

Wer selber schon viel geerntet, oder wer die Obst- und Gemüsepreise der Supermärkte im Auge hat, der wird wissen, dass zur Haupterntezeit bestimmter Erzeugnisse deren Preise entsprechend günstig sind. Gartenfreuden geben dann gern von Ihren Erzeugnissen ab. Regionale Erzeuger oder Händler bieten in der Saison günstige Preise. Kartoffeln bekommt man im Sommer 50 % billiger, als im Winter, Zwiebeln und Kohlköpfe sind im September im Angebot und so gibt es eine überschaubare Liste der landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Zusammenhang mit ihrer jahreszeitlichen günstigen Verfügbarkeit. Über die Wintermonate schlachten viele Landwirte selber und bieten Fleisch und Wurstkonserven an. Diese Verfügbarkeiten zu kennen, ist wichtig und im zweiten Schritt dazu möglichst die regionalen Erzeuger. Das schafft Autarkie in der Region.

Die Ernte im "große Garten" der Natur. Hier sammelst du:

  • Wildobst; z.B. Holunder, Kornelkirschen, Hagebutten usw. für verschiedenste Zwecke (Tee, Wein, Holundersaft)
  • Zutaten für Tee; z.B. Lindenblüten
  • Kräuter; Würzkräuter aus der Natur. Der Beifuß beispielsweise wächst im Spätsommer an jeder Landstraße und muss wirklich nicht im Laden gekauft werden.
  • Fallobst, alte Straßenbäume, verwilderte aufgelassene Obstgärten
  • Esskastanien im Park (Anfang September)
  • Beeren und Pilze im Wald

leicht bestimmbare Pilze

Pilze sammeln ist heute weniger üblich, als früher, doch eingemacht, getrocknet oder sofort zubereitet bereichern sie die Küche ungemein. Anfänger sollten mit leicht bestimmbaren Pilzen (die nicht mit Giftexemplaren verwechselt werden können) das Sammeln beginnen und erste Pilztouren mit Kennern unternehmen. Auf meinen Infoseiten hast du ein Pilzbuch mit sehr genauen Beschreibungen für die Bestimmung zur Verfügung.

Massen an Gemüse/Obst verarbeiten - wie? Beispiele.

  • Erdbeeren (Ende Juni) - Konfitüre
  • Zucchini, Gurken, Tomaten (August/September/ev. Tomaten + Paprika zukaufen) - Letscho kochen und in Gläsern einmachen
  • Tomaten (August/September) Tomatensoße einwecken
  • Rote Beete und Tomaten (August/September) Borschtsch kochen und in Gläsern einmachen
  • Rotkohl (August/September) Rotkraut in Gläser einmachen
  • Freilandgurken, Weißkohl, usw.  hier weiter informieren
  • Sommeräpfel (August) zu Apfelmus
  • Herbstäpfel (September/Oktober) Direktsaft pressen lassen (Regionalanbieter)
  • Winteräpfel (Herbst) selber kühl in Stiegen lagern
  • usw.