Parkplatzbepflanzung Platanen BäumeBesser geht es nicht: Bepflanzung mit Platanen und Weißbuchenhecken
Besser geht es nicht: Bepflanzung mit Platanen und Weißbuchenhecken

Ob man einen Parkplatz im Großen in der Stadt anlegt, am Firmengelände oder nur den Stellplatz im kleinen Maßstab am Eigenheim, so sollte man dabei ein paar wichtige Ratschläge befolgt werden. Wer die hier zusammengestellten die Tipps gelesen hat, der wird am Ende meinen, dass das Geschriebene doch alles bekannt sein müsste, doch in der Praxis finden sich dann doch immer wieder die gleichen Fehler.

Parkplatz geeignete BäumeDie Verwendung nur einer Baumart sieht optisch gut aus, vereinfacht die Pflege und spart Kosten.

Abmessungen

Zunächst will ich nur kurz auf die Größen der Fahr- und Stellflächen eingehen*. Die Parkfläche für einen PKW, wenn im 90° Winkel eingeparkt wird, ist 2,5 m breit und 5 m lang. Ist die Fläche schräg gelegt, wird in der Bereite etwas zugegeben, bei 60° gut 30 cm und bei 45° gut 100 cm. Hat man Reihen von 90° Stellplätzen, so sind Fahrgassen 6 m breit zu lassen; sind die Stellplätze 60° schräg gestellt, braucht die Fahrgasse dazwischen nur 4,5 m Breite. Für Behindertenparkplätze gibt es eine DIN 18040 für barrierefreies Bauen.
Über Einzelstellflächen am Eigenheim informiere ich hier.
Da ich hier auf dieser Gartenseite mehr die gärtnerischen Themen behandle, so gehe ich etwas umfangreicher auf die Bepflanzung von Parkplätzen ein:

Welche Bäume pflanzen?

Wenn das abgestellt Auto von Baumkronen überspannt ist, so merkt man diesen Komfort spätestens an den heißen Hochsommertagen, wenn durch den Schatten das Fahrzeug kühl bleibt. Wer sein Auto dauerhaft draußen stehen hat, der schont mit einer lichten Überschattung aber auch den Lack, der mitunter bei ständiger Sonneneinstrahlung (UV-Licht) schaden nehmen kann. Aus diesem Grunde sind hochstämmige Laubbäume mit Blätterkrone wirklich sinnvoll, auch wenn man im Hebst deren Laub fegen muss.

Bei der Grüngestaltung von Parkplatzanlagen ist besonders darauf zu achten, dass Bäume verwendet werden, welche im Sommer keinen Honigtau absondern. Auf Ahorn, Eiche, Linde und Pappel sollte man besser verzichten. Von Kiefern und andern baumartigen Koniferen kann bei sommerlicher Hitze Harz abgesondert werden - selbst Zapfen oder Nadeln (Weymouthskiefer) werden durch Wind abgetrieben und machen hässliche Harzflecke. Lärchen (Larix decidua u. L. kampferi) harzen wohl weniger, doch wenn sie auf der Nordseite von Gebäuden stehen, dann verstopfen die Nadeln im Herbst schnell die Dachrinnen, weil sie nicht mit dem Regenwasser ablaufen! Auf solche Dinge sollte auch geachtet werden, wenn der Parkplatz in der Nähe von Gebäuden steht.

Es ist sinnvoll auf der Parkplatzfläche nur eine einzige Art Bäume zu pflanzen, weil das später die Pflege im Herbst erleichtert und Kosten spart. Da bei einer einzigen Gehölzart der Laubfall in einem kurzen Zeitfenster (drei Wochen) vonstatten geht, rückt die Pflegefirma nur einmal aus, um das Laub zu beseitigen. Nimmt man verschiedene Baumarten, kann dieses Zeitfenster gut zwei Monate betragen und bei der Pflanzung von Eichen oder Rotbuchen noch länger.
Die zuletzt genannte Rotbuche ist das Stichwort für den Tipp, auf die Pflanzung von breit wurzelnden Großgehölzen zu verzichten. In den Listen von empfohlenen Straßenbäumen, welche den Baumschulen und Landschaftsarchitekten vorliegen, sind die Flachwurzler allerdings schon ausgeschlossen. Dort informiere man sich.

Platane BaumkronePlatanen-Blätterdach

Platanen

Ich möchte nun nicht die Platane (Platanus × hispanica) als den absolut besten Parlkplatzbaum hinstellen, doch der besonderen Erwähnung ist sie wert. Das Gehölz ist resistent gegen Autoabgase oder anderweitig verschmutzte Luft oder Feinstaub und es ist (ganz wichtig) unempfindlich gegen die Verdichtung des Boden um sich herum. Die Äste der Platanen brechen nur schwer aus (nächstes Kapitel beachten), und durch Schnitt lassen sich breite, schattenspendende Kronen aufbauen. Neben den vielen nützlichen Eigenschaften ist die Ahornblättrige Platane, wie sie auch genannt wird, aber auch ein schöner und mit seinem hellgrünen Laub, ein freundlich wirkender Baum. Die sich abschälende schwarzgraue Rinde im Herbst lässt interessante Farbspiele dunkler und neuer heller Borke an den Stämmen entstehen. Die Schälung der Rinde erfüllt aber einen Zweck. Die unterliegende, gelblich-hellgraue Stammschicht bleibt stehen und ist im Winter ein Schutz vor Aufheizung durch die Wintersonne, welche auf der hellen Rinde reflektiert wird.
Ökologisch gesehen ist die Platane für die heimische Vogel- und Insektenwelt absolut wertlos, was von den Naturfreunden oft angeprangert wird. Das stimmt, doch der Parkplatz muss ja auch kein Biotop sein. Immerhin liefern vier ausgewachsene Platanen den Sauerstoffbedarf für einen Menschen und filtern sehr viel Staub und das ist doch auch etwas und für das Mikroklima in der Stadt. Wer etwas für die Ökologie und heimische Insektenarten tun möchte, der kann durch Wiesenstreifen einen Ausgleich schaffen.

Verkehrssicherheit

Die allgemeine Verkehrssicherheit auf diesem öffentlichen Raum ist ein wichtiges Thema, doch nicht in Bezug auf den Straßenverkehr, sondern in Bezug auf herabfallenden Äste von den Bäumen. Das gilt für alle öffentlich zugängigen Wege und Plätze. Nun besteht ganz sicher bei Neuanlagen diesbezüglich in den nächsten vierzig Jahren keine besondere Gefahr, doch sollte schon bei Kauf der Bäume und in den ersten Jahren der Pflege auf einen ordentlichen Kronenaufbau geachtet werden. Später können Zwiesel (Baum mit einer vergabelten Spitze) zur Gefahr im öffentlichen Bereich werden, da solche Äste bei Sturm leicht ausbrechen und das vorallem dann, wenn die Doppelspitzen an der Basis eng aneinanderliegen und sich durch das fortwärende Wachstum gegenseitig auseinanderdrücken. Die regelmäßige Kronenpflege in der Jugend aller Stadt- und Straßenbäume erspart in srpteren Jahren außerordentlich viel an Arbeitsaufwand, Kosten und Nerven.

Straßenlaternen nicht verdecken

Auf dem Parkplatz haben Großgehölze die Funktion, mit ihrem Blätterdach die abgestellten Fahrzeuge vor der Sonneneinstrahlung im Sommer zu schützen. Bei der Planung, Auswahl und Pflanzung der Bäume ist aber auch darauf zu achten, dass deren Kronen die Beleuchtungskörper auf dem Parkplatz nicht verdecken. Je nachdem wo die Straßenlaternen angebracht sind, denn es können zum Beispiel auch Strahler in geringer Höhe an Mauern sein, sowie Wege- oder Pollerleuchten, können es nicht nur die Baumkronen, sondern auch Sträucher sein, welche durch ihr Geäst Schatten werfen. Dieser Schattenwurf ist nicht nur ein lichttechnisches Problem, sondern wirkt auf Menschen in der Nacht verunsichernd. Hingegen vermitteln Stadträume, die hell, transparent, aber von oben her durch ein Blätterdach gedeckt sind Sicherheit. Der Verzicht auf Baumpflanzungen aus den genannten Gründen wäre also unsinnig. Nur muss es halt richtig gemacht werden.

Sträucher

Aus den eben genannten Gründen kann man innerhalb der Parkflächen meiner Meinung nach gut auf Decksträucher verzichten, da die Fläche unbedingt transparent bleiben sollte, schon wegen des Sicherheitsgefühls bei Dunkelheit und für die Vermeidung von Kriminalität. Es sollte aber auch schon im Voraus bedacht werden, dass ich verschiedene Bodendeckergehölze, wenn sie von den Hausmeisterfirmen immer nur seitlich beschnitten werden, mit der Zeit in Strauchwerk  verwandeln.
Eine Alternative wäre, gleich Hecken zu pflanzen, wie man es ganz oben im Bild als Beispiel hat.

Parkplatzbepflanzung BodendeckerSymphoricarpos chenaultii 'Hancock'. Einer der wenigen, wie ich meine, geeigneten Bodendeckergehölze.

Bodendecker

Die Verwendung von kniehohen Bodendeckern aus Gehölzmaterial, wie Cotoneaster, Symphoricarpos (Empfehlung) und Lonicera, kann dort problematisch werden, wo von Passanten schnell einmal Lebensmittelabfälle in der Grünanlage entsorgt werden (Würstchenbude). Dann züchtest du, ohne es zu wollen, Ratten, die sich in dem Gehölzdickicht wunderbar verstecken und vermehren. Der vermeintlich niedrigere Pflegeaufwand von Bodendeckerflächen gegenüber Rasen ist wohl vorhanden, aber nur in den ersten 3 bis 4 Jahren. Wenn die Bodendecker nicht regelmäßig gedüngt, gegossen und geschnitten, sowie Wurzelunkräuter bekämpft werden, sind diese Flächen schnell unansehnlich und verunkrautet. Ich denke, jeder hat diese Pflanzungen von Müll, Gestrüpp und durchgewachsener Quecke schon gesehen. Als Alternative für bodendeckende Gehölze in den genannten Bereichen empfehle ich Rasen oder Wiesen bzw. die Verwendung von winterharten, mehrjährigen Stauden wie Bergenien (Bild unten), Funkien oder Goldfelberich. Ich habe auch schon gute Beispiele mit formgeschnittenem Buchsbaum gesehen. Mit letzterem können auch Hausmeisterfirmen gut umgehen. Besser ist es aber Stauden zu pflanzen; in dieser Richtung könne noch viel experimentiert werden, was sicher nicht von Schaden ist, denn über die Jahre sind die allbekannten Gehölzpflanzungen auf unseren Parkplätzen doch ein wenig eintönig.

Parkplatzbepflanzung mit StaudenHier hatte ich eine Bepflanzung der Grünstreifen mit Bergenien entdeckt und fotografiert.

*es sind Richtwerte, ohne Garantie