Agastache rugosa
Asiatische Duftnessel (Agastache rugosa)

Es gibt eine ganze Reihe von Zierpflanzen, welche zu den Sommerblumen zählen und als Duft- und Zier-Minzen beziehungsweise, als Duft- und Ziernesseln bezeichnet werden. In der Regel sind das einjährige Ziergewächse, welche auf Blumenbeeten oder Rabatten mehr als Begleitpflanzen fungieren und eine optische Abwechslung in die gewohnten Blumenformen bringen. Wenn der Autor hier von Duft- und Zier-Minzen schreibt und dazu eine Übersicht zusammenstellt, so ist das keine allgemeine Katalogisierung, denn das wurde bisher so noch nicht getan. Die hier zusammengefassten Minzen und Nesseln gehören oft sehr verschiedenen Pflanzengattungen an, doch in der Art und Weise ihrer Verwendung ähneln sie sich.

Die Zierpflanzen ergänzen die Blumenrabatten nicht nur als typischeStrukturpflanzen – denn sie wirken eher durch ihre Pflanzenform und weniger durch Blütenfarben – eine zweite Haupteigenschaft ist, dass sie mit ihren ätherischen Ölen an heißen Sommertagen zahlreiche Insekten anlocken. Erst das Summen von Bienen und das Flattern bunter Schmetterlinge haucht der Zierrabatte ein vollständiges Blumenleben ein. Mit dieser kurzen Einführung kommen wir nun zu unseren Kandidaten:

Zier-Nesseln Agastache

Agastache 'Acapulco Orange' Duftnessel, Bergminze

Duftnessel – Agastache-Hybriden (einjährige Sommerblumen). Agastache ist eine Pflanzengattung aromatisch blühender Stauden aus der Familie der Lamiaceae . Die Gattung Agastache enthält 22 Arten, welche, abgesehen von einer ostasiatischen Art (Agastache rugosa), alle aus Nordamerika stammen. Die verschieden Ziersorten, welche als Agastachen in den Gartenmärkten angeboten werden, sind Hybriden, also Kreuzungen verschiedener Arten. Manchmal wird eine Sorte auch einer bestimmten Art zugeordnet, wie "Agastache rugosa", bei der Sorte Agastache rugosa 'Blue Fortune', doch dann ist es in der Regel auch nur eine Hybridzüchtung, wo dann halt die bestimmte Eltern-Pflanzenart optisch noch ersichtlich ist. Als Zierpflanzen werden Agastachen erst seit wenigen Jahrzehnten gezüchtet und verwendet und so werden den heutigen Sorten sicher noch viele verbesserte folgen. Deutsche Namen für die Pflanzengruppe gibt es einige, wie Duftnessel oder Bergminzen, Blaunessel usw. – klar zuzuordnende Namen wird es erst in Zukunft geben.

Agastache acapulco orange duftnessel

Es gibt zwei Sortengruppen. Erstens sind es Abkömmlinge der Asiatische Duftnessel (Agastache rugosa) mit Kerzenblüten (Blütenfarben weiß bis lila-blau, siehe Beitragsbild ganz oben). Und es gibt, wie hier im Foto Bergminzen (Hybriden) mit lockeren Blütenrispen (meist sind es rote oder orange Farbtöne) – hier als Sortenbeispiel die Bergminze Agastache x hybride 'Acapulco Orange'. Sie duftet tatsächlich auch nach einer Mischung von Minze und Harz.

Zier-Minzen

Katzenminzen

Katzenminze – Nepeta-Hybriden (Stauden). Die im Garten am meisten verwendeten Katzenminzen sind mehrjährige Stauden mit einer angenehmen blauen Blütenfarbe und der Eigenschaft, dass sie sehr lange blühen und das durchweg von Mai bis Anfang Oktober.

nepeta faassenii walkers low katzenminze

Es sind sehr schöne Stauden für Steingärten und Trockenmauern und sie gelten als wertvolle Bienenfutterpflanzen. Katzenminzen sind Zierpflanzen, welche aus verschiedenen Nepeta-Arten gezüchtet wurden. Sie sind nicht zu verwechseln mit der Echten Katzenmelisse (Nepeta cataria), welche eine Heilpflanze ist und deren Blätter mitunter alternativ zum Tabak geraucht werden, weil der Konsum euphorisierend wirken soll. Wir verbleiben hier aber besser bei den Zierpflanzen. Die meisten Sorten für den Blumengarten sind Hybrid-Sorten, die etwa knie- oder hüfthoch wachsen.

Großblütige Katzenminze, z.B. Sorte Nepeta grandiflora 'Brandeam' (Staude) eine Sorte der Großblütigen Katzenminze, die gut 80 cm hoch wird. Sie ähnelt etwas der Agastache rugosa (sieh oben) und ist vielleicht eine Stauden-Alternative zur Agastache und ebenfalls als Strukturpflanze zu verwenden. Sie pflanzt man in volle Sonne.

Sibirische Katzenminze, z.B. Sorte Nepeta sibirica 'Souvenier Andre Chaudron' (Staude). Diese Katzenminze ist diejenige, welche absonnig stehen kann und soll. Wollen die anderen beiden Katzenminzen einen trockenen Standort, so braucht die Sibirische Katzenminze also frischen etwas feuchten Boden und besser Halbschatten.

Monarden, Indianernesseln

Indianernesseln, Monarda-Hybriden (Stauden). Indianernesseln, Pferdeminzen. Alle, etwa 20 Arten der Monarden stammen aus Amerika und als Zierpflanze haben wir auch nur wieder Kreuzungen verschiedener Arten vor uns. Mitunter wird aber die dominierende Stammart in der Sortenauszeichnung mit benannt.

monarden sommerblumen

Monarden sind in den Hausgärten weit verbreitet uns sie sind schöne Schnittblumen. Nur werden sie in der Regel am Platz immer schmächtiger und kleiner. Ein guter Standort im Garten ist aber nahe am Komposthaufen – dort ist meist Halbschatten und guter, humoser Boden, der durch den Komposthaufen immer anfällt. Dort können die Monarden auch als Blickschutz zum Kompost hin angepflanzt werden. Die Blüten der Indianernessel können als Tee gesammelt werden, der auch gar nicht mal so übel schmeckt – er hat eine erfrischende Geschmacksnote und schmeckt nicht gar so kräftig, wie Pfefferminztee.

Weitere mediterrane Blumen

Salbei

Von den vielen Salbei-Arten, die es für den Garten und für sommerliche Blumenbeete gibt, sollen hier nur zwei genannt werden, welche von der Wuchsform und der Physignomie her gesehen, hier in unsere Aufzählung passt. Das ist zum einen der Quirlblütige Salbei – Salvia verticillata (Staude), der hier mit der Sorte 'Purple Rain' abgebildet ist und der...

Salvia verticillata 'Purple Rain' Quirlblütiger Salbei

Steppen-Salbei – Salvia nemorosa (Staude). Letzterer breitet sich etwas durch Ausläufer aus und er eignet sich auch, Flächen zu bepflanzen. Beide Arten sind Bienen- und Schmetterlingsmagneten.

Lavendel ist zwar keine Minze, doch wegen der aromatischen Düfte ist er hier unbedingt mit zu nennen. Minzeartig ist aber der sogenannte Afghanistanische Lavendel, der eher unter den Namen Blauraute oder Perovskia bekannt ist:

Afghanistanische Lavendel (Stauden) Diese Zierpflanzen sind gehölzartige Büsche, die je nach Art 60 bis 130 cm hoch werden. Die Pflanzen verströmen einen harzigen Duft, den die Menschen meist als unangenehm empfinden, doch nicht die Insektenwelt. An sonnigen Sommertagen sind die Büsche von unendlich vielen Bienen umsummt.

Im Kräutergarten

Oregano/Dost – Origanum vulgare (Staude). Das bekannte Würzkraut ist hier mit den duftenden Zierminzen aufgeführt, denn mit Letzteren kann man durchaus die Origanum-Staude zusammen pflanzen – besonders in Staudenrabatten, welche auch wieder Schmetterlinge und andere Insekten anziehen sollen. Die Staude blüht von Juli bis September (nach Rückschnitt neue Blüte). Der Dost ist deshalb so wertvoll (etwa im Steingarten) weil er noch relativ spät in den Flor kommt, wenn andere kleinere Stauden schon lange verblüht sind. Eine empfehlenswerte, kompakt buschig wachsende Sorte ist Origanum vulgare 'Compactum'.

Zitronenmelisse – Melissa officinalis (Staude). Die Melisse braucht im Garten nicht immer einen exponierten Platz, sondern kann auch etwas absonnig stehen. Gehen wir mit der Hand durch die Blätter, verströmt sie den bekannten Zitronenduft. Die Blätter verwenden wir für Tee. Eine besondere Zierpflanze ist die Zitronenmelisse jedoch nicht.

Pfefferminze – Mentha × piperita (Staude) ist ebenfalls ein Küchenkraut für aromatischen Tee, welches durchaus auch mit seinen Blüten wirken kann. Allerdings breiten sich die Pfefferminzen durch Ausläufer stark aus, was es für Blumenbeete unbrauchbar macht.