Weisser und blauer SteppensalbeiWeißer und blauer Steppensalbei. Die blauen Sorten sind aber sicher die schönsten. Manche ähneln und ersetzen Lavendel.
Weißer und blauer Steppensalbei. Die blauen Sorten sind aber sicher die schönsten. Manche ähneln und ersetzen Lavendel.

Der Steppensalbei, neu auch auch Steppen-Salbei geschrieben, ist ein Ziersalbei, der meist in edler blauer Farbe und als mehrjährige Gartenstaude sehr ausdauernd blüht. Der Ziersalbei ist absolut winterhart, trockenheitsverträglich, robust und vital. Die Pflanzen können selber leicht vermehrt werden. Salvia nemorosa wird gern von Bienen und Insekten besucht (Bienenfutterpflanze). Die Hauptblüte reicht von Juni bis August, und einige Sorten schaffen es sogar von Mitte Mai bis September. Die Blühstauden duften in den Mittagsstunden leicht und angenehm. Sie können in den verschiedensten Pflanzungen und auch als ausdauernde Balkonbepflanzungen Verwendung finden.

Sind die Pflanzen im August verblüht, kann man sie zurückschneiden, und dann bekommen sie ebenfalls noch einen herbstlichen Nachfloor. Allerdings sehen auch die abgeblühten Stauden nicht unschön aus, denn die Blütenähren verblassen nur und bekommen z.B. als blaue Sorte eine violettblasse Färbung. Dies sind erst einmal die wichtigsten Infos zur Staude.

Botanik

Die Pflanzenart Salvia nemoraósa ist der Gattung Salbei (Salvia) angehörig. Die Gattung fügt sich in die Unterfamilie der Nepetoideae und diese wiederum in die Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Lippenblütler gehören in die Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Der Artname nemoraosa leitet sich von nemorum (Hain), bzw. von nemorósus ab, was übersetzt einen Hain bewohnend heißt. Die Art, wird deshalb durchaus neben der bekannteren Benennung Steppen-Salbei auch Hain-Salbei genannt. Die Heimat der Pflanze ist  Europa und Westasien, teilweise ist die Art auch verwildert (Neophyt). Als Zierpflanze haben wir jedoch nur Zucht-formen und Hybriden. Eine schon recht lange Hybride unbekannter Herkunft ist Salvia x suérba, welche S. nemoraosa sehr ähnelt, sie wird deshalb hier auch gemeinsam mit dem Steppensalbei vorgestellt.

Standort, Pflege, Verwendung, Vermehrung

Der Steppensalbei verlangt in voller Sonne einen tiefgründigen, wasserdurchlässigen und eher trockenen Boden. Eine besondere Pflege ist nicht nötig, obgleich in arktischen Wintern ohne Schnee ein Schutz mit Reisig günstig wäre. So können die Pflanzungen viele Jahre an einem Platz verbleiben. Man nimmt Salvia nemorosa für Stein- und Heidegärten, Dachterrassen, allgemein als Bodendecker aber auch in mediterranen Gärten. Dort, wo Lavendel schlecht gedeiht, kann man diesen Ziersalbei als Ersatz pflanzen. Man verwende dann dafür aber die höheren, langstieligen Sorten.

Sorte 'Amethyst'
Sorte 'Amethyst'
Steppensalbei und Lavendel in einer mediterrane Staudenrabatten
Steppensalbei und Lavendel in ...
'Bauhügel' - die Blütenfarbe ähnelt der des Lavendels. Mediterrane Sitzecke.
'Bauhügel' - die Blütenfarbe ä...

Die Wuchsform dieser winterfesten Ziersalbei-Sorten ist recht verschieden. Es gibt, wie schon erwähnt, höhere (75cm) aber auch fast polsterartige Stauden ('Blauhügel'). Auch die Farbe der Blüten ist variantenreich und das Spektrum reicht von weiß über blau bis kräftig schwarzlila. Natürlich sind die fast reinblauen Sorten besonders wertvoll, weil die blaue Farbe in den Staudenrabatten sehr begehrt ist. Karl Foerster empfiehlt als Pflanzennachbarn Gypsophila repens 'Rosenschleier' (Schleierkraut), Oenothera tetragona (niedrige Garten-Nachtkerze), trockenheitsliebende Gräser (z.B. Blauschwingel) sowie Heidekräuter.

Vermehrt wird die Staude in den Gärtnereien nur durch Stecklinge, die geschnitten werden, wenn die Spitzen fingerlang und etwas hart geworden sind. Dann wird unter Sprühnebel oder im Frühbeet bewurzelt, was 4-5 Wochen dauert. Dann wird eine schwache Startdüngung in flüssiger Form gegeben, und etwas später kommen die Salbeipflänzchen auf ein Anzuchtbeet (oder Topf). Im Frühjahr sind sie dann verkaufsstark. Für die Pflanzung im Garten verwende man besser kleinere Pflanzen als große, denn die jungen wachsen besser fort als ältere Exemplare aus großen Töpfen.

Salvia nemorosa Sorten

  • 'Amethyst' – Ziersalbei mit blauer Farbe wie der Halbedelstein; 70 cm hoch
  • 'Blauhügel' – niedrig; fast polsterartig mit lavendelblauern Blüten; 40 cm
  • 'Mainacht' – Züchtung von Karl Foerster; sehr zeitige, schwarzblaue Blüte
  • 'New Dimension Rose' – eine wunderschöne rosa Sorte; 40 cm
  • 'Marcus'® – flache, leuchtend dunkel-violette Sorte; dichter Wuchs
  • 'Ostfriesland' – alte Sorte mit langem Flor und geschlossenem Wuchs; 50 cm 
  • 'Caradonna' – dunkelviolette Ähren an 60 cm langen, braunvioletten Blütenstielen; sehr wertvoll
  • 'Viola Klose' – Ziersalbei blau, elegante Blütenähren; 40 cm hoch
Kontraste von kühlem Blau und warmen Farben in einer gekonnten Rosenbegleitpflanung, Sorte 'Blauhügel' (Steppensalbei).
Kontraste von kühlem Blau und ...
Verblühte Nemorosa-Stauden - sie sind immer noch ansehnlich und sehen gepflegt aus.
Verblühte Nemorosa-Stauden - s...
Steppensalbei 'New Dimension Rose'
Steppensalbei 'New Dimension R...

Weitere Namen (Synonyme):

Über die Vielfalt der Namensgebung habe ich schon an anderer Stelle informiert. Weitere deutsche Verkaufsnamen sind beispielsweise Sommer-Gartensalbei, Hain-Salbei, Wald-, Stauden-, Blumen- und Ziersalbei.

In älterer Literatur findet sich der botanisch Name Salvia x superba mit dem Hinweis, dass diese Gartenformen alles Hybriden sind (unbekannter Herkunft), deren Blüten um einiges leuchtender sind als bei der Form S. nemorosa. Letzere besitzt auch noch einen botanisches Zweitnamen, das ist Ziersalbei, Salvia sylvestris syn. S. nemorosa. 


Literatur & Quellen:

  • Christian Grunert: Gartenblumen von A-Z, Radebeul 1972
  • Karl Foerster: Der Steingarten der sieben Jahreszeiten, Leipzig, Radebeul 1981