BuchsbaumstecklingeBuchsbaum kann leicht selber vermehrt werden.
Buchsbaum kann leicht selber vermehrt werden.

Ich behaupte, dass das Selberziehen von Buchsbäumchen kinderleicht ist. Das zeigen uns schon die alten Bauerngärten, in denen viel mit Buchs gestaltet wurde. Und damals konnten auf dem Dorf die Pflanzen nicht in einer Baumschule erworben werden. Die Bäuerin steckte einfach nur die kleine Ästchen in den gut vorbereiteten Boden und dann bewurzelten sich die Stecklinge bald von allein und wuchsen zur Einfassung heran.

Buchsbaumhecke BauerngartenAuf dem Dorf machte man alles selber, so auch die Einfassungshecken aus Buchs.

Buchsbaumstecklinge schneiden – wann?

Die beste Zeit, um Stecklinge zu schneiden und zu stecken, sind die Monate März, April und Mai. Um dafür genügend Pflanzenmaterial zu bekommen, ist es sinnvoll, ein paar Buchsbaumpflanzen im Jahr zuvor nicht zu schneiden, damit entsprechend lange Triebe vorhanden sind.

Wobei es auf die Größe gar nicht so sehr ankommt. Sie richtet sich danach, was bei den vorhandenen Pflanzen abgeschnitten werden kann. Optimal sind ca. 10 – 14 cm. Wichtig ist, dass der Buchsbaumsteckling aus bereits ausgehärteten Trieben des Vorjahres geschnitten wird. Dann werden noch in den unteren 2/3 die Seitenverzweigungen und Blätter entfernt und die oberen Seitentriebe etwas eingekürzt. Das ist besonders dann wichtig, wenn sich im Mai schon frische Austriebe gebildet haben. Diese neuen Triebteile müssen alle entfernt werden. Am Steckling darf nur Holz und Blattwerk aus dem letzten Jahr verbleiben.
Verwende für die eigene Buchsbaumvermehrung
nur gesundes Ausgangsmaterial. Gelbliche Verfärbungen der Buchbaumästchen weisen auf einen Pilzbefall hin.

Buchsbaumsteckling AusgangsmaterialSolche Ästchen sind das Ausgangsmaterial. Sind wie hier frische Austriebe vorhanden, werden sie ausgekniffen.

Das Vermehrungsbeet sollte an einer halbschattigen Stelle liegen. Da sandiger Boden für die Vermehrung am besten geeignet ist, muss schwere, tonhaltige Erde mit Sand vermischt werden. Das Mischungsverhältnis kann 50% betragen. Bei Trockenheit muss unbedingt gegossen werden, weil die sich bildenden Wurzeln nicht austrocknen dürfen.
Die Stecklinge, wie sie ganz oben im ersten Beitragsfoto abgebildet sind, werden dann mindestens zu 2/3 (besser 3/4) tief in den Boden gesteckt. Die Wurzeln bilden sich im Laufe eines Jahres. Sollen die bewurzelten Setzlinge umgepflanzt werden, so darf das auch erst nach Ablauf dieser Zeit geschehen. Noch besser ist es, bis zum Herbst des Folgejahres zu warten. Günstige Zeitpunkte für das Verpflanzen sind April und September. 
Es ist aber ebenso möglich, den Buchsbaum für eine Hecke direkt an Ort und Stelle zu stecken. Dafür werden die vorbereiteten (wie oben beschrieben) Stecklinge in einem Abstand von 10 cm in den Boden gesteckt. Bei schweren Böden ist es hier wieder ratsam, etwas Sand beizumischen. 

Übrigens ist es auch möglich, größere Buxus-Ästchen (ca. 30 cm) zu Einzelpflanzen zu ziehen. Diese müssen zur Hälfte in der Erde stecken, und damit sie nicht so rasch austrocknen, wird ein großes leeres Glas darüber gestülpt. Damit hast du ein Miniaturgewächshaus* geschaffen, das etwa ein halbes Jahr über der Pflanze bleiben sollte. Größere Stecklinge haben den Vorteil, dass sie schneller dekorativ sind, etwa für die Pflanzung in Töpfe.
* Ähnlich macht man das mit Rosenstecklingen.

So mache ich es: die Stecklinge werden lediglich mit der Hand ausgebrochen, man spricht dann auch von Rißlingen.
So mache ich es: die Steckling...
Die entblätterten unteren 2/3 des gesteckten Ästchens verschwinden im Boden - etwa so, wie ich es hier schematisch dargestellt habe.
Die entblätterten unteren 2/3 ...
Nach 4 Monaten. Es ist in dieser Zeit regelmäßig zu gißen. Auf diese Weise entsteht an ort und Stelle die neue Buchsbaumhecke.
Nach 4 Monaten. Es ist in dies...
Das ist die Hecke im 4. Sommer und trotz großer Trockenheit sind die Pflanzen frisch und grün.
Das ist die Hecke im 4. Sommer...
Nach ein paar Jahren. Jetzt ist die Hecke schon so üppig, dass ich einen ordentlichen Verjüngungsschnitt ansetzen muss.
Nach ein paar Jahren. Jetzt is...
Übrigens: Kränkliches Material sollten wir nicht verwenden!
Übrigens: Kränkliches Material...

Ein Leser-Tipp von Heike A.: Viele Gartenfreunde versuchen bei der Gartenarbeit den Mondrhythmus zu berücksichtigen. Stecklinge lassen sich bei zunehmendem Mond besser ziehen, weil sich dann die feinen Wurzeln schneller ausbilden.

Sommerstecklinge

Wenn man den Schnitt der Stecklinge im Frühjahr verpasst hat oder sich erst später dafür entscheidet, hat man im August eine weitere Möglichkeit, um Buchsbaum zu vermehren. Das werden dann die sogenannten August- oder Sommerstecklinge. Man schneidet sie, wenn der Neutrieb ausgehärtet ist und verfährt dann in gleicher Weise. Der Zeitraum des Anwachsens ist der gleiche. Allerdings kommt es hierbei häufiger zu Ausfällen (10-20%). Die Gefahr des Austrocknens der Erde ist im Sommer (zusätzlich bedingt durch die Urlaubszeit) höher. Soll eine neue Hecke auf diese Weise und zu diesem Zeitpunkt entstehen, und sind Pflanzen daraus vertrocknet, hat man im darauffolgenden Frühjahr die Möglichkeit, nachzustecken.

Buchsbaum selber aus Samen ziehen?

Schon im Mai bilden sich an den Zweigen älterer Buchsbäume grünliche Kapselfrüchte, aus denen dann im September kleine schwarzglänzende Samen ausfallen. Dieser Samen kommt in entsprechendem Klima im Winter zur Keimung. Kühle, jedoch nicht zu kalte und feuchte Witterung ist dafür ideal. So kann es auch in unseren Breiten vorkommen, dass nach milden Wintern die Buchsbäume verwildern und überall im Umkreis eines alten Exemplares Sämlinge aufgehen. Und deshalb ist es auch generell möglich, dieses Gehölz selber durch Samen zu vermehren. Allerdings fallen die Sorten nicht samenecht aus, denn der Buchsbaum ist eine Pflanze, welche bei generativer Vermehrung (durch Samen) sehr veränderlich ausfällt, d.h. kein Nachkomme gleicht einem anderen. Aus diesem Grunde vermehren die Baumschulen die Buxus-Sorten durch Stecklinge und, weil diese Form der Vermehrung leichter umzusetzen ist. Aus Samen gezogene Pflegen sind allerdings in der Regel gesünder und robuster, als diejenigen aus der Stecklingsanzucht.