Gartenweg

Zuerst einmal gilt es, folgendes festzustellen: Gartenwege sind nichts Natürliches. Sie sind Bauwerke des Menschen, welche nach ökonomischen Gesichtspunkten entstehen und einem bestimmten Zweck dienen. Zu einer anderen Kategorie zählen romantische Pfade. Die ganze Thematik der Weggestaltung liegt mir sehr am Herzen, weil häufig bei der Anlage eines Gartens losgelegt wird, ohne dass sich ernsthaft Gedanken über wirkliche Schönheit gemacht wird.

Oft werden auch nur Gestaltungsvorlagen kopiert. Dabei ist es gar nicht so schwer, ein eigenes Konzept zu entwickeln. Wichtig dabei ist nur, gewisse Regeln der Gartenarchitektur zu beherzigen und umzusetzen. Auf dieser Homepage findest du dazu viele Tipps und Hinweise. Und wenn du auch nur ein Teil davon beachtest, kann das schon viel bewirken. 

Wege in Parkanlagen und deren Kopie im Garten?

RhododendrongartenPfad im Rhododendrongarten. Die Blüten wollen aus der Nähe betrachtet werden.Althergebrachte Parkanlagen und Gärten bestehen im Wesentlichen aus zwei Komponenten: aus Wegen und Grün. Parkanlagen wurden fast immer so angelegt, dass sie auf endlosen und ohne Ziel erscheinenden, oft bogenförmigen Wegesystemen durchschritten werden können.So mancher Gartengestalter versucht das im Kleinen nachzuahmen, indem er z.B. mit einem gekrümmten Vorgartenweg ein Stückchen Park auf sein Grundstück holen möchte. Doch ein Garten ist mehr als eine Durchgangshalle – er selbst ist das Ziel. Er ist der ruhende Punkt, an dem die Wege enden und so muss, im Gegensatz zur Parkanlage, den beiden oben genannten Komponenten noch eine dritte hinzugefügt werden: Plätze bzw. Ziele.

Gartenplätze miteinander verbinden

Plätze, von denen aus man still die Natur betrachten kann, sind ebenso wichtig wie Terrassen am Haus oder eine Wiese zum Sonnen und für Kinder zum Spielen. Wege sind nur Verbindungselemente. Chinesische Gärten sind z.B. nach diesem Prinzip geordnet. Da verbindet das malerisch gestaltete Wegenetz Pavillons und geräumige Lauben (architektonisch gestaltete Ruheplätze) miteinander. Deshalb sollte unser Garten besser als eine Zusammenfügung von Plätzen definiert werden und weniger eine Anhäufung von Wegen sein. Das absolute Reduzieren auf das wesentlichstes Element, den Platz, ist der Gartenhof. Dieser ist vor allem das gestalterische Thema in mediterranen Gärten.

Wir sollten also zuerst die verschiedenen Plätze und Funktionsbereiche in einer Anlage planen, etwa versteckte Sitzecken und -plätze im Garten, auf denen man selber unbeobachtet Blumen, Beete und auch die Landschaft genießen kann, wie auch die rein funktionalen Bereiche (Mülltonnen)


Ein Weg, wenn er zu schmal angelegt, oder mit einer farblich ungeeigneten Deckschicht versehen wurde, kann in einer Garten- oder Parkanlage auch wie eine Trennlinie wirken. Besonders in kleinen Gärten passiert es schnell, dass so die ohnehin schon kleinen Flächen weiter zerstückelt werden. Zu dieser Thematik und zur Möglichkeit z.B. mit Trittsteinpfaden das Problem zu lösen, habe ich hier geschrieben.

Gestaltungsfragen bei Pfaden und romantischen Wegen

GartenpfadGeschwungener Pfad in einem Rhododendrenpark.Grundsätzlich ist richtig: Wege, welche sich ohne besonderen Grund durch den Garten schlängeln, sind zu vermeiden. Eine gestalterische Ausnahme ist möglich und sie sollte genutzt werden. Es ist der Pfad. Bei diesem kommt es weniger darauf an, dass er bequem begehbar ist. So können Büsche und Äste schon mal einengen und behindern und im günstigsten Falle den Pfad teilweise unsichtbar machen. Durch diesen Trick bekommt der Garten etwas Besonders und Geheimnisvolles.

Pfade werden in größeren Anlagen auch dazu verwendet, um den Besucher nah an botanische Besonderheiten und Schönheiten heranzuführen. In diesem Rhododendronpark wirken die Gehölze aus der Ferne, doch sie wollen auch aus unmittelbarer Nähe bewundert werden. Durch Pfade, die durch die Pflanzungen führen, ist das möglich.