Wassergebundene Wegedecke, Aufbau
Wassergebundene Wegedecke, Aufbau.

Beispiel: Aufbau eines sogenannten wassergebundenen Wegebelages für Park- und Gartenwege.

Deckschicht 2 cm 0/8 mm*
Ausgleichsschicht 6 cm 0/16 mm
Tragschicht 20 cm 0/32 mm
Untergrund verdichtet (Planum)
*0= Feinanteile in der Mischung bis Korngröße 8 mm

Kurz-Anleitung -> wichtig ist ...

  • Der Grundaufbau muss schon das richtige Entwässerungsgefälle besitzen.
  • Deckschicht nur dünn auftragen ca. 2 cm mit 0/8er Korngröße. Eventuell im kommenden Jahr mit dünnem Auftrag wiederholen.
  • Immer etwas Material vorrätig halten!

Wege bestehen prinzipiell aus einer Tragschicht (Schottertragschicht), welche das Außenbauwerk von der Substanz her trägt. Sind Schlaglöcher im Weg entstanden, ist dafür meist eine beschädigte Tragschicht die Ursache.

Die Tragschicht ist bei Fußwegen ca. 15 cm und bei befahrenen Wegen ca. 20 cm stark. Nach meinen Erfahrungen ist es besser, prinzipiell auf 20 cm zu gehen, weil Gehwege, durch welche Umstände auch immer, doch oft von Fahrzeugen befahren werden. Durch dieses "gelegentliche" Befahren entstehen auf Gehwegen gravierende Schäden aller Art!

Planum und Tragschicht - Gefälle und Ableitung des Wassers

FrostschutzschotterSchon vom verdichteten Untergrund her muss auf das richtige Entwässerungsgefälle geachtet werden. Seitengefälle betragen 1 %, Dachgefälle in der Mitte 0,5 % übergehend zum Rand auf max. 3 %. Das Schotter-Material der Tragschicht hat eine Körnung von 0/32. (0 = Feinanteile in der Mischung bis zu Schotterstücken von 32 mm) Die Tragschicht ruht auf dem verdichteten Untergrund, auf dem sogenannten Planum.

Im Planum der verdichteten Tragschicht muss schon die Neigung zur Entwässerung vorhanden sein, welche später die oberste dünne Deckschicht besitzen soll. Meist wird der Weg nur in eine Richtung entwässert (oder Dachgefälle bei seitlicher Versickerung). Um die Einläufe sollte eine Pflasterung erfolgen. Trichtergefälle sind zu vermeiden.

Ausgleichsschicht und Deckschicht

AusgleichsschichtAuf der Tragschicht der wassergebundenen Decke wird eine ca. 6 cm starke Ausgleichsschicht mit der Körnung 0/16 aufgetragen und verdichtet. Auf diese Ausgleichsschicht kommt dann die letzte Schicht, die Deckschicht. Sie hat eine Stärke von ca. 2,5-3 cm (verdichtet auf 2 cm walzen) und eine Körnung von 0/8. Optimal sind Mischungen aus gebrochenen Materialien, die aus verschiedenen Steinbrüchen stammen oder von Kies (Kiesgrube) + gebrochenen Materialien oder von gebrochenem Kalkstein. Die Verdichtung der Deckschicht erfolgt immer nur mit einer Walze, nicht mit einer Rüttelplatte.

Zum Nachbessern der Deckschicht habe ich auch schon Edelsplitt ohne Nullanteile verwendet (etwa 2/8 oder 5/8). Der Deckbelag wird verdichtet, indem er mit einer Walze mehrfach gewalzt wird. Zwischendurch sollte der Weg befeuchtet werden. Ist der Weg fertig, dann lässt man ihn vor der Abnahme noch 3 bis 6 Wochen ruhen, ohne dass er betreten wird (Das wird leider häufig missachtet!)

Wassergebundene Wegedecke, die Reperatur

Zur Reparatur alter Wege ist zu sagen, dass diese meist keine getrennte Trag- und Ausgleichsschicht aufweisen. Ist die Tragschicht beschädigt, oder ist der Weg an einigen Stellen nicht ausreichend entwässert, so sollte die Tragschicht etwas aufgelockert werden (mit Bagger). Dann wird mit einer 0/32er Mischung ausgebessert und gut verdichtet. Dann folgt die Deckschicht. Dort, wo schon die alte Tragschicht durch die Deckschicht durchschaut, wird mit 0/8 gearbeitet und am Ende wird der gesamte Weg mit 2/8 Körnung dünn überzogen. Diese Prozedur sollte in den kommenden 2 Jahren wiederholt werden. Praktisch ist es, dafür das Material vorrätig zu haben. Der Splitt oder Kies können ja auch bestens für den Winterdienst eingesetzt werden!

Kosten

Wassergebundene Wege kosten, grob gesagt, nur 2/3 der Ausgaben für eine Betonpflasterfläche (Bespiel: 30 € pro m² Betonpflaster im Vergleich zu wassergebundener Wegedecke um 20 €). Doch der Pflegeaufwand ist gegenüber der Pflasterflächen erheblich höher. Die preiswerteste Variante, einen Gartenweg zu bauen, ist sicher der einfache Kiesweg.

Übrigens - Gartenweg mit Edelsplitt:

Roter EdelsplittWer einen Weg mit Waschkies oder Edelsplitt anlegen möchte, der sollte trotzdem nicht auf eine Tragschicht mit Nullanteilen verzichten. Auf diese Tragschicht würde ich dann über mehrere Jahre hinweg dünne Schichten des Zierbelages (ohne Feinanteile) aufbringen und einwalzen. Hier im Bild wurde die Splittschicht zu dick aufgetragen. Beim Betreten der Fläche knirscht der Splitt unter den Füßen und es läuft sich mühsam wie am Sandstrand. Deshalb ist es besser, öfter dünne Schichten aufzutragen.