Zengarten, skizzenhafter Stil
Bild 1: Skizzenhafter Stil im Wohnhof.

Über die Zeit hinweg haben sich in Japan in der Kunst der Gartengestaltung verschiedene Stilarten herausgebildet. Eine dieser Stilformen ist der sogenannte "skizzenhaften Stil", der auch Zen- oder Trockengarten genannt wird. Es ist die Darstellung einer ebenen Landschaft. Auf festgestampften Boden wird weißer Sand oder Kies aufgebracht. Er symbolisiert eine Wasserfläche, die wiederum das Papier einer Gartenskizze darstellt.

Dieser Gestaltungsstil wirkt nicht durch Farben sondern lediglich durch stilistische Formen und ornamentale Gestaltungselemente wie Zäune und geharkte Muster im Sand. Solch ein Garten kann nicht betreten werden.

Der Zengarten in Verbindung mit japanischer Architektur

Zen-Garten mi KiesDas Wesen des japanischen Gartens unterscheidet sich vom chinesischen vielleicht in dem Punkt, dass ich vom chinesischen sagten könnte, er ist ein "begehbares Landschaftsbild" – also in seinem Zweck ein Wohngarten und begehbarer grüner Raum. Der japanische Zengarten dient nur mehr der reinen Betrachtung, erfüllt aber auch einen wichtigen Zweck: Er bringt in der Nähe des traditionellen japanischen Wohnhauses Kühlung in schwülen Sommermonaten. Denn das Haus ist nach taditioneller Art mit seinen weiten Tür- und Fensteröffnungen auf's Engste mit dem Garten verbunden. Die hier abgebildeten japanischen Gärten sind ohne Wohnhaus nicht zu denken; und sei es auch nur eine kleine Teehütte als Zentrum des Gartenraumes.

Auch bilden fast immer architektonische Elemente, wie Mauern oder Gehölze in Formschnitt, den Hintergrund solche einer naturnahen Stilistik. Und nur durch den Kontrast mit der Architektur und mit den Rahmenwirkungen bei der Betrachtung aus dem Hause heraus ist dieser Stil vollendet. Doch auch die Gestaltung der Fläche baut auf Kontrastwirkungen: Der flach geharkte Kies betont zuerst die Ebene, die eher formlos erscheint und stellt in diese seine stilistischen Symbolformen (Steine, Bäume...).

Vorüberlegungen zum selber Anlegen

ZengartenMöchte man einen Zengarten auch daheim anlegen, so hat man in der Regel nicht so viel Platz zur Verfügung. Doch auch auf begrenzten Raum lässt sich dieser Stil dennoch umsetzen, wenn man berücksichtigt, worauf es im Prinzip bei der Gestaltung ankommt: Meiner Meinung nach scheint besonders der beschriebene architektonische Rahmen wichtig zu sein (denn oft wird dieser vergessen). Und dieser lässt sich recht einfach mit größeren Steinen (Findlinge), Mäuerchen und asiatischen Gehölzen (Ahorn) umsetzen.

In Japan findet man bezüglich dieser strengen Gestaltung natürlich auch Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Doch wer Ausnahmen macht, der sollte die Regeln beherrschen. Wer den Garten weitläufiger anlegen kann, der kann vom eben erwähnten "Rahmen" abweichen. Im Bild 3 etwa, schließt der farblich homogene Rasenhügel die Kiesflächen im Hintergrund ab. Außerdem sollte der Garten auch in Verbindung zum Haus oder zu einem Pavillon (oder Ähnlichem) stehen. Auch die Idee, eine kleine Hütte für die japanische Teezeremonie mit einzubeziehen, sollte in Erwägung gezogen werden. Aber natürlich nur wenn man Platz dafür hat ;-)

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