Anbauanleitungen und Permakultur

Pastinaken Tiefwurzler

Allgemein teilt man Pflanzen in Flach-, Mitteltief- und Tiefwurzler ein. Auch bei den Gartengemüsen ist das so. Im sogenannten Mischkulturanbau ist es beispielsweise üblich, tiefwurzelnde mit flachwurzelnden Gemüsekulturen zu kombinieren, wie etwa Zwiebeln mit Möhren bzw. Schwarzwurzeln. Wer auf seinen Beeten nur eine dünne Schicht an Mutterboden hat, der muss sich zwangsläufig mit dem Wurzeltiefgang der Kulturpflanzen beschäftigen.

Hügelbeet mit Mischkulturen

In den 1980er Jahren durfte wohl in keinem Buch über Gemüseanbau im Kleingarten das sogenannte Hügelbeet fehlen. Dieses war eine Art Komposthaufen-Beet mit verschiedenen Schichtungen. Im Innersten dieser Komposthügel ist Geäst eingebracht, dann folgt halb verrotteter Kompost, dann Laub, Pflanzenreste und dergleichen, dann Mist und Komposterde und zu guter Letzt eine Mulchschicht. Es mag zwar Hügelbeete geben, welche besondere Vorteile aufweisen und dem Naturkreisläufen nahe stehen (Permakultur) – diese sollen hier auch beschrieben werden – doch wenn die soeben beschriebene Variante funktionieren würde, dann hätten wir diese Jahrzehnte lang "erfolgreich" erprobte Kultur heute viel häufiger in den Nutzgärten zu bewundern.

mein Permakulturgarten

Hier stelle ich gern meinen kleinen Selbstversorgergarten vor, den ich seit wenigen Jahren im Sinne der Permakultur bewirtschafte. Permakultur definiere ich als eine an der Natur orientierte Kreislaufwirtschaft, die weitgehend regional verankert ist. Generell ist die Bewirtschaftung in Land-, Fisch-, Waldwirtschaft und Gartenbau ein Prozess, bei dem wir nicht gegen die Natur arbeiten sollten. Dieses Konzept sind wir bestrebt, umzusetzen, doch ist es meistens nur in kleinen Schritten realisierbar.

Gemüsegarten im Herbst

Herbstgemüse sind eher selten im Kleingarten zu finden. Gewöhnlich säen und bepflanzen wir im Frühjahr die Beete, pflegen diese bis zum frühen oder späten Sommer und fahren dann die Ernte ein. Diese Methode kennt fast jeder, und man braucht sich im Spätherbst nur die Kleingartensparten anzusehen, wo die Beete frisch umgegraben auf den Winter warten. Dann hören wir oftmals die höflich gemeinte Floskel: "Na hast du deinen Garten schon winterfest gemacht?" – worauf ich regelmäßig antworte: "Nein, so etwas gibt es bei mir nicht".

no-dig market gardening

Im Zusammenhang mit neuen Begrifflichkeiten, wie aufbauende Landwirtschaft oder schonende Bodenbearbeitung lesen wir mehr und mehr von der Landwirtschaft oder vom Gartenbau ohne Pflug und Spaten. Pflügen und umgraben war gestern. Heute sparen wir uns das und bezeichnen diese Vorgehensweise gerne als ökologisch, und in überspitzter Anschauung soll sie sogar noch das Klima retten. Weiterhin finden wir im Zusammenhang mit den besagten bodenschonenden und bodenaufbauenden Anbaumethoden recht oft Hinweise auf die sogenannte Marktgarten-Bewegung (no-dig market gardening), was durchaus eine pfiffige Geschäftsidee darstellt. Die Protagonisten dieser Market Garden-Idee umgeben sich allerdings auch gern mit dem Nimbus der Permakultur und biodynamischer Landwirtschaft. Ob das wirklich so ist, muss sich allerdings noch beweisen.