Buschbohnen
Buschbohnenbeet im Juni.

Buschbohnen stellen an Boden und Klima keine besonderen Ansprüche. Am günstigsten sind mittelschwere, warme, humose, tiefbearbeitete Böden von neutralem PH-Wert. Auch der Wasserbedarf ist nicht so hoch, wie beispielsweise beim Erbsenanbau. Gelbhülsige Sorten sind anspruchsvoller als grünhülsige. Die Kultur wird in die zweite Tracht gestellt, d.h. sie werden nach stark zehrenden Gemüsen angebaut.

Prinzipiell können sie nach jeder Kultur und nach sich selbst angebaut werden. Zum Mischanbau mit Rosenkohl, Grünkohl, frisch angelegtem Spargel sowie als Nachfrucht nach früh räumenden Kulturen (bspw. Erbsen, Möhren) sind sie einsetzbar.

Aussaat Zeitpunkt

Die wärmebedürftige Bohne soll im allgemeinen nicht vor Mai gelegt werden, denn vorher ist der Erdboden noch zu kalt. Buschbohnen können vom 10. Mai an bis 10. Juli gelegt werden. Einige Sorten (z.B. 'Eisbohne') sind verhältnismäßig widerstandsfähig und können, mit einem gewissen Risiko, schon Ende April in den Boden kommen. Folgesaaten sind bis zum 10. Juli möglich. Eine Aussaat in der zweiten Julihälfte kann bei günstigem Wetter noch Mitte Oktober grüne Bohnen bringen. Der Erfolg wird aber auch in milden Gegenden durch Frost gefährdet. Allerdings kann man anfangs mit Vlies-Planen die Beete noch gut vor den ersten Frösten schützen. Es wird nach dem Säen nicht viel gegossen, sonst faulen die Samen. Besser die Erde nur leicht festdrücken, dann können die Bohnen schon genügend Feuchtigkeit aufnehmen. Nur, wenn Land und Wetter bei späteren Aussaaten im Juni oder Juli außergewöhnlich trocken sind, werden die Bohnen angegossen, damit sie schnell keimen. Im Mai ist das aber selten der Fall.

Bohnen stecken: 3 cm tief und alle 5 – 8 cm 3 Körner in ein Loch; Reihenabstand 40 cm

Buschbohnenpflanzen auf einem BeetEs kommen drei Reihen auf ein Normalbeet, die einzelnen Löcher für die Frühsorten 25 cm, für spätere Sorten 40 cm voneinander. Die Bohnenkerne sollten nur um das Doppelte ihrer eigenen Stärke mit Erde bedeckt werden, sonst gehen sie schlecht auf. "Die Bohnen müssen die Glocken läuten hören", heißt eine alte Gärtnerregel. Liegen die Samen zu tief, so wird es ihnen schwer, sich durchzuarbeiten. Außerdem wärmt sich die oberer Bodenschicht im Frühjahr schneller auf als tiefere Schichten. Der Samen braucht zum Keimen und Wachsen viel Wärme. Obgleich Bohnen Stickstoffsammler sind, ist es günstig, nach dem Auflaufen (erste Spitzen schauen aus der Erde) eine moderate Startdüngung zu geben. Dafür nimmt man einen Unsiversaldünger (z.B. Blaukorn, Blumen-Flüssigdünger, oder Komposterde). Weitere Infos zum Thema: Reihenabstände, Saattiefen, zwei Möglichkeiten der Aussaat.

Buschbohnen können auch in Töpfen vorkultiviert werden. In Blumentöpfe von etwa 8 cm Durchmesser werden Anfang April 4 – 5 Bohnen (Frühsorte) gelegt und die Töpfe darauf ins Gewächshaus/Frühbeetkasten gebracht. Diese  Vorkultur ist unbedingt vor Frost zu schützen. Notfalls bringt man die Töpfe nachts ins Haus.

Pflege und Ernte

Buschbohnen sind vor der Blüte zweimal zu hacken und dann, unmittelbar vor der Blüte, zu behäufeln. Beim Hacken ist auf den flachen Wurzelverlauf der Bohnenpflanzen Rücksicht zu nehmen. Man darf die Bohnenschoten nicht zu alt werden lassen, sondern muss sie pflücken, bevor die Körner ganz ausgewachsen sind. Man verwendet also nicht ausgereifte Schoten. Die jungen Bohnen wachsen dann auch besser nach, wenn ständig ausgepflückt wird. "Wer viel pflückt – erntet viel", heißt es und das ist auch wirklich so. Geerntet wird bis zum ersten Frost.

Tipp: Sowohl für frühen als auch für den Spätanbau ist seit gut 100 Jahren die Sorte 'Saxa' als besonders schnellwüchsig und widerstandsfähig bekannt.

Literatur und Quellen:

  • Bier, A.: Lohnende Gemüsezucht, Erfurt um 1925, im Verlag des Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau.
  • Sobischek, Josef: Der kleine Garten, Wien und Leipzig, um 1940.
  • Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, 1944.
  • Grau, Prof. Dr. Jürke / Friedrich, Dr. Hans-Christian: Mein Gartenjahr, HonosVerlagsAG, Zug 1988.