Stangenbohnen
Kletterbohnen an einzeln gesetzten Stecken.

Stangen- bzw. Kletterbohnen pflanzen: Das Wichtigste vorweg – Die Aussaat wird nach dem 15. Mai empfohlen, da die Stangenbohnen sehr kälteempfindlich sind. Man kann sie zwar auch in Töpfen 14 Tage vorher vorziehen und dann auspflanzen, doch die vorgezogen Pflanzen werden dann oft von Läusen befallen. Wir säen also besser direkt. Das sehr ertragreiche Gemüse stellt an den Boden höhere Anforderungen als Buschbohnen, dafür bringen sie aber auch höhere Erträge. Die Rankpflanzen können im Garten so platziert werden, dass sie gleichzeitig auch Wind- und Sichtschutz bieten.

Schwertbohnen

Anbauanleitung

Standort: Der Boden sollte gehaltreich sein, feucht, tiefgründig und besonders nahrhaft. Dazu ist es ratsam, die Erde mit reichlich Kompost aufzubessern. Den kleinen Aufwand lohnt auf jeden Fall ein besserer Ertrag. Wer geringen Boden und eine trockene Lage hat, der sollte sich besser mit Buschbohnen begnügen, die anspruchsloser und schneller im Wachstum sind. Erwähnt wurde bereits, dass die Kletterer im Nutzgarten einen gewissen Windschutz bewirken. Für diese Zwecke sollten sie ihren Platz im nördlichen Teil des Geländes finden, zumal sie dort auch nicht die anderen Kulturen beschatten. Wo es nötig ist West- oder Ostwinde vom Garten abzuhalten, werden wir diese Wand in diesen Richtungen pflanzen.

Bohnengestelle für Stangenbohnen

Rankhilfen: Stangenbohnen brauchen ein Gestell oder solide Stäbe, an denen sie sich nach emporwinden können. Die Stangen werden vor der Aussaat gesteckt. Man kann sie verschieden anordnen. Sie können einzeln in Abständen von 60 cm (50 cm geht auch noch) in zwei Reihen auf das Beet gesteckt werden (a). Diese Anbaumethode ist ideal für Zwischenkulturen! Beliebt ist auch die zeltartige Aufstellung der Stangen (b). 

Diejenige Variante (c), die sehr oft angewendet wird ist die, dass man in zwei Reihen Bohnenstangen steckt, die etwas schräg stehen müssen, so dass sie sich in der Höhe von 1,8 m kreuzen und oben mit einer Querstange verbunden werden. Die beiden Reihen liegen unten am Fuße der Stangen 70 cm auseinander. In der Reihe sollten die Stangen 60 cm Abstand haben.

Bohnengerüst

Die Länge der Stangen sollte 2 m und länger betragen. Die Stecken müssen fest im Boden sitzen. Weiter Infos zur Thematik der Rankgerüste findest du hier.

Wie und wann Stangenbohnen säen?

Die Aussaat: Am Fuße einer jeden Stange wird eine tellergroße, flache Vertiefung gemacht, in welche 8 bis 10 Bohnen etwa 3 cm tief gelegt werden. Das Gewächs ist ein Dunkelkeimer, doch tiefer als 3 cm sollte nicht gesät werden. Von den großkernigen Sorten sät man 6 Stück im Kreis oder Halbkreis um den Stab. In harten, schweren Böden werden man jeweils zwei Saaten nebeneinander gelegt, damit beide den Boden mit vereinten Kräften aufbrechen können. Wir säen um den 15. Mai. Feuerbohnen können noch Anfang Juni gesät werden. Bei späten Frösten müssen die aufgegangenen Pflanzen unbedingt vor den Minusgraden geschützt werden (Tücher oder Säcke drüberdecken).

Wenn die Samen aufgegangen sind, sollten sie zuerst vor Schnecken in Sicherheit gebracht werden. Man nimmt dazu Schneckenkorn. Es genügt, wenn an jeder Saatstelle drei bis vier solcher Körnchen zu liegen kommen, die aller zwei Tage wieder frisch gestreut werden. Relativ schnell werden dann die Ranken treiben, welche bei Bedarf vorsichtig mit Faden an die Stäbe geheftet werden müssen. Schon nach drei bis vier Wochen bilden dann die Kletterbohnen ihre Hülsen (Schoten) aus.

Pflege: Die Kultur ist relativ pflegeleicht. man hält das Unkraut fern. Wenn der Boden ordentlich vorbereitet wurde, ist keine weitere Düngung nötig, denn diese Gemüse sind Schwachzehrer und Leguminosen. Das heißt, sie bilden an den Wurzeln gemeinsam mit Knöllchenbakterien sogar noch Pflanzenverwertbaren Stickstoff aus. Ein guter Dünger ist aber jederzeit Komposterde, der weniger bestimmte Nährstoffe liefert, aber das Bodenleben enorm aktiviert. Und dass ist für Bohnen wichtiger, als Dünger, besonders was die Kunstdünger betrifft.

Kletterbohnen Laub

Wichtiger ist, dass die Pflanzen nie trocken stehen. Die Gefahr besteht vor allem dann, wenn die Stangenbohnen im Hochsommer viel Blattmasse gebildet haben und reichlich Wasser verdunsten. Dann ist der Wasserbedarf hoch. An sehr heißen tagen muss dann zwei Mal gegossen werden, anderenfalls setzen die Pflanzen für tage die Fruchtbildung aus.

Ernte: Das Ernten der Stangenbohnen geschieht wie bei anderen Arten auch und es hier gilt die Regel: "Wer viel pflückt, erntet am meisten." Werden also die jungen Hülsen ständig geerntet, bilden sich auch rasch neue nach. Lässt man sie zu Trockenbohnen ausreifen, geht die Kraft mehr in den Reifeprozess der Hülsenfrüchte und nicht in die Masse.

Ertrag: Dieser liegt pro Stecken bei etwa 2 kg Hülsen von den großkörnigen Sorten und bei 1 bis 1,5 kg Hülsen von den kleineren Varietäten.

Die Sorten und Varietäten

Die Sorten der Stangenbohnen sind recht vielfältig. Die gängigste Sorte ist derzeit sicher die grüne 'Neckarkönigin' und die gelbe 'Neckargold'. Sie sind schmackhaft und robust und resistent gegen den Bohnenmosaikvirus. Von diesen sogenannten Gemüsebohnen werden die unausgereiften Hülsen geerntet und verwertet. Diese Nutzung bringt wohl auch die meisten Erträge. Die unausgereiften Schoten werden auch von den Schwertbohnen (Bild oben) geerntet. Letztere sind außerordentlich wohlschmeckend, allerdings ist bei ihnen das Erntezeitfenster in dem sie zart und weich sind, kürzer, als bei den Neckar-Sorten. Dafür können wir sie aber ohne zu blanchieren sofort in der Pfanne braten!

Bekanntlich kann man von den Stangenbohnen aber auch die Kerne ernten. Zum einen nimmt man die unausgereiften Kerne, z.B. für Bohnensuppen, welche im Topf gar nicht lange brauchen um weich zu werden. Voll ausgereifte Trockenbohnen können wir ebenfalls ernten. Sie haben den Vorzug der leichten Aufbewahrung, müssen aber vor der Verwendung ein oder zwei Tage im Wasser vorquellen.

Eine besondere Art sind die Prunkbohnen (Feuerbohnen). Sie sind kälteresistenter als andere Formen und werden für das Gebirge empfohlen. Eine weitere Besonderheit ist das kräftigere Aroma, was die Hülsen, wie auch die getrockneten Kerne betrifft.

Ist eine Mischkultur möglich?

Eine echte Mischkultur ist schwierig. Es gibt zum Beispiel das sogenannte Indianerbeet (Milpa) auf der klassisch Bohnen, Mais und Kürbisgewächsen gemeinsam kultiviert werden. Hier sind aber die Hülsenfrüchte nicht in riesigen Mengen zu ernten. Zwischenkulturen sind dort möglich, wo die Kletterbohnen an einzelnen Stangen stehen. Hat man zeltartige Gerüste, können wir nur schnellwüchsige Kohlrabi und Kopfsalat gleichzeitig mit der Aussaat pflanzen, die dann schon reif sind, wenn die Bohnen noch relativ niedrig stehen. Dies bezeichnet man dann als Zwischenkultur. Die Kombination eines Beetes (wie wir es ganz oben auf der Seite sehen) mit rankenden Kürbissen könnte ich mir ebenfalls vorstellen.


Literatur und Quellen:

  • Bier, A.: Lohnende Gemüsezucht, Erfurt um 1925, im Verlag des Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau.
  • Sobischek, Josef: Der kleine Garten, Wien und Leipzig, um 1940.
  • Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, 1944.
  • Prof. Dr. Jürke Grau/ Dr. Hans-Christian Friedrch: Mein Gartenjahr, HonosVerlagsAG, Zug 1988.