Grünkohl im WinterGrünkohl ist ein echtes Wintergemüse.
Grünkohl ist ein echtes Wintergemüse.

Im Allgemeinen sind Kohlgemüse sehr anspruchsvoll was Anbau und Pflege betrifft. Auch gute Bodenvorbereitung und Düngung sind wichtig. Der Grünkohl bzw. Krauskohl (Brassica oleracea var. sabellica L.) bildet hierbei eine Ausnahme. Er ist zudem recht robust, ertragreich und deshalb sehr wichtig für den Selbstversorgergarten. Außerdem bringt er ganzjährig sichere Erträge und muss nicht gelagert werden.

Eine weitere Besonderheit dieser Kohlart ist außerdem, dass er im Winter ein besonders gesundes Frischgemüse ist:

  • Nährwert: Grünkohl ist ein eiweißreiches und nahrhaftes Gemüse mit 71 cal/100 g. Es ist sehr reich an Provitamin A, reich an B1, B2 und sehr reich an Vitamin C.
  • Ertrag: 16 bis 24 kg je 10 m² und dazu ein zusätzlicher Ertrag an Kleintierfutter von 3 kg pro 10 m².

Anbauanleitung für Grünkohl

Grünkohl anbauen und von unten erntenBeim Grünkohl werden immer nur die untersten Blätter geerntet. So entstehen kleine "Palmen" (Palmkohl).

Der Anbau erfolgt in sogenannter 2. Tracht, also nach anspruchsvollen Gemüsen. Es heißt zwar, dass man Kohl nicht auf ein Beet pflanzen darf, auf dem im Vorjahr schon einmal Kohl gestanden hat, doch die Ausnahme bildet (nach Sobischek) der Grünkohl, welcher ohne Bedenken auf ein vorjähriges Kohlbeet gepflanzt werden kann. Der Spätanbau (der 2. Anbau auf einem Beet innerhalb eines Kulturjahres) erfolgt allerdings nicht unmittelbar auf den Kohl sondern am besten auf eine Vorkultur mit Frühkartoffeln.

Boden und Lage: Geringe Bodenansprüche. Wächst auch im Halbschatten. In rauen Lagen sind besser die robusteren, niedrigen Sorten zu wählen.

Düngung: Kann unterbleiben, da Grünkohl sehr anspruchslos ist. Er wächst auch in gänzlich ungedüngten Böden.

Pflege: Zweimal behacken genügt.

Pflanzennachbarn: Wie bei allen Kohlarten ist die Benachbarung mit Lauch, Knoblauch und Zwiebeln zu vermeiden.

Sommer-Winterkultur

Hoher roter KrauskohlBraunkohl soll resistenter gegenüber der Kohlmottenschildlaus sein, als grüner Krauskohl.Aussaat: Als Nachfrucht z.B. auf Frühkartoffeln vom 15. Mai bis 15. Juni ins Freiland-Anzuchtbeet säen.

Auspflanzung: Im Juli auf 40 x 50 cm.

Ernte: Es wird ab den ersten Herbstfrösten geerntet, denn Minusgrade machen das Gemüse schmackhafter. Doch es gibt auch Sorten, die schon im Sommer gut schmecken (Frühjahrsanbau). Die Ernte des im Sommer gepflanzten Grünkohls erstreckt sich von Ende Oktober über den ganzen Winter. Man nimmt hierfür die Blätter von unten her weg. Wer will, der verwende nur die jungen Blätter. Sie schmecken um vieles besser als die großen Krausblätter. Man kann den Grünkohl im März noch einmal treiben lassen und schneidet dazu die Blätter vor dem Ausschlagen zurück. Das Herzblatt muss jedoch stehen bleiben. Man hat dann mit dem treibenden Grünkohl das früheste Kohlgemüse im Freiland.

Herbst-Frühjahrskultur

Aussaat: Im August. Dann lässt man die Jungpflanzen mit etwas Winterschutz überwintern und pflanzt sie im zeitigen Frühjahr aus. Dann kann schon nach wenigen Wochen geerntet werden (immer von unten her die größten Blätter). Sollte ein Pflanze in die Blüte gehen, dann wird diese ausgebrochen und mit fürs Essen verwendet.

Kultur im Frühjahr? Schädling: Kohlmottenschildlaus

Natürlich kann der Grünkohl auch wie anderes Gemüse im Frühjahr gesät und dann ausgepflanzt werden. Die ersten Blätter wird man dann wohl ab Juni und weiter bis zum Herbst ernten können. Leider werden diese Bestände sehr oft von der "Weißen Fliege" (Kohlmottenschildlaus, Aleyrodes proletella) befallen.

Verwendung des Grünkohls

Verwendet wird der Grünkohl als Brat- und Kochgemüse. Er kann aber auch Eintöpfe oder Suppen bereichern.

Brassica oleracea 'Redbor', Zierkohl und Gemüsekohl.
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Grünkohl 'Rote Palme', Jungpflanzen.
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Juni: überwinterter Grünkohl im August des Vorjahres gesät.
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