Buschbaum Schnitt
Ich schneide am liebsten per Hand mit scharfer Schere.
Ich schneide am liebsten per Hand mit scharfer Schere.

Buchsbaumhecken sind in der Gartengestaltung sehr beliebt und praktisch, denn diese immergrünen Gehölze bieten viele Vorteile. Sie haben ein frisches Grün, und sie wachsen in Sonne und Schatten gleich gut. Zudem lassen sie sich problemlos in Form bringen und halten. Vergleichbare kleinwüchsige Heckenpflanzen wie etwa Lonicera pileata wachsen viel schneller und müssen öfter geschnitten werden. Der Buchs hingegen braucht nur 1 bis 2 mal pro Jahr einen Schnitt. Ausnahmen sind spezielle Formschnitte oder Figuren (Kugel, Kegel, Zylinder, Tierfiguren usw.). Diese werden öfter gestutzt. Hecken sollten nicht zu schmal geschnitten werden (die Breite entspricht in etwa der Höhe).

Streit um den Zeitpunkt. Worauf es ankommt.

Unter den Gärtnern und Freizeitgärtnern gibt es hin und wieder Differenzen, wenn es um den richtigen Zeitpunkt des Buchsbaumschnittes geht. Letztlich ist aber nur wichtig, wie streng formiert werden soll, und auch darüber gibt es verschiedene Auffassungen. Und es geht darum, dass beim Stutzen die kleinen Blätter zerteilt werden und unter Umständen kein Laub nachtreibt. Mit den halbierten Blättern sieht der Buchsbaum dann wirklich hässlich aus.

Buxus HeckengartenDer richtige Zeitpunkt für das Schneiden beeinflusst die Gesundheit der Pflanzen entscheidend!

Aber erst einmal gibt es die grundsätzliche Unterscheidung zwischen dem Grobrückschnitt ins alte Holz und dem Feinschnitt. Der Rück- oder Grobschnitt, der ins vorjährige Holz und in die alten Triebe geht, sollte nur vor der Wachstumsperiode, kurz vor dem Austrieb, also im März/April erfolgen. Ihn setzt man an, wenn die Hecke oder die Figur nicht mehr weiter in die Breite und Höhe gehen soll. Er muss nicht unbedingt jedes Jahr erfolgen.
Die feinere Schur garantiert, dass sich die Triebe an der Oberfläche der Buchsbaumhecke verästeln..

Das formende Schneiden erfolgt während der Wachstumsphase des Gehölzes, welche sich von von Mai bis Anfang September erstreckt. Man geht so vor, dass man den etwa 4 cm langen Austrieb am Buchsbaum auf etwa 1 cm Länge kürzt. Je nachdem wie lang dieser Austrieb ist, keinesfalls sollte man in das sogenannte "alte Holz" des Vorjahres schneiden.
Mit der Schere verletzt man natürlich die Blätter der Büsche. Deshalb wird so gearbeitet, dass die Pflanzen schnell wieder ein Stück austreiben können, und das neue Laub die zersäbelten Blätter überdeckt. Dieser feine Buchsbaumschnitt sollte von Mai an zwei- bis dreimal erfolgen, spätestens bis zum 10. September. Das Ergebnis sind gut formierten Hecken, wie sie im französischen Gartenstil nötig sind.

Wer die Hecken nicht streng geformt haben möchte, der schneidet nur einmal und das bis spätestens Mitte August. In diesem Falle sehen die Hecken im Winter nicht so kantig aus. Für Buchshecken im Bauerngarten ist das geeignet, ebenso für Grabeinfassungshecken auf dem Friedhof.

Bei sehr lockeren Hecken wie beispielsweise bei Einfassungen kannst du dir auch die Mühe machen, die Ästchen von Hand auszubrechen oder mit einer Rosenschere auszuputzen. Das geschieht dann, ohne dass die Blätter verletzt werden. Dieses Formieren kann das ganze Jahr über erfolgen, auch im Winter.

BuchsbaumgartenIdee - Material für Girlanden: Bei mir wird die Buchsbaumhecke meist nur im April geschnitten, da ich in der Adventszeit Buchsbaumspitzen für Girlanden brauche, die ich aus Thuja und Buchsbaum binde.

Die Witterung beachten

Besonders der Feinschnitt im Mai und Frühsommer sollte nie bei heißer und trockener Witterung geschehen und keinesfalls, wenn eine längere Hitzewelle ansteht. Auch die ersten heißen Tage im Mai sind für solche Arbeiten nicht zu empfehlen. Manche Gärtner schneiden sogar nur bei Nieselregen oder feuchtem, kühlem Wetter. Zu übertreiben braucht man es damit aber nicht. Letztlich kommt es darauf an, dass man nicht sehr weiches, neu getriebenes Laub und Astwerk beschneidet (bei Hitze zu schneller Austrieb), weil dann in die entstehenden Schnittwunden Pilzsporen eindringen können. Bei langsamerem Wachstum an kühlen Tagen verholzen die Triebe rascher, und die Blätter bilden ein Wachsschicht, welche sie vor Infektionen schützt.

Buchsbaumhecken französischer GartenEnde Juni. Schöne klare Kanten, scharfer Schnitt, doch beim genauen Hinschauen bemerken wir Dürreschäden in den Hecken. In den vergangenen 14 Tage war es bis 30°C heiß.

Starker Rückschnitt

Buchsbaum kann auch total zurückgeschnitten werden, etwa um eine alte Hecke zu erneuern oder um kranke Hecken aufzufrischen. Das "total" heißt in diesem Falle, dass man das Gehölz bis 10 cm über dem Boden abschneidet. Die beste Zeit dafür ist März und April. Das Verjüngen kann sowohl bei relativ jungen Exemplaren erfolgen als auch bei sehr alten, wo wir schon einen Säge ansetzen müssen.
Das starke Zurückschneiden können wir, wenn nötig, auch mit einer Umpflanzung (Umsetzung) verbinden. Das bedeutet die Wiederverwendung alter Pflanzen mit dem Ergebnis einer neuen Hecke und kann sowohl an einem neuen als auch an dem alten Standort erfolgen. Und so wird es gemacht: Einen Tag vor dieser Arbeit wird die Hecke ausreichend gewässert. Sind die Altpflanzen sehr buschig, schneiden wir zuerst ein wenig zurück und zwar so, dass wir anschließend die Gehölze gut händeln können. Danach sticht man mit dem Spaten beidseitig auf Heckenbreite (so weit wie die Äste ragen, werden die Wurzeln durchtrennt) ca. 30 cm (Spatentiefe) in den Boden. Dann können die Pflanzen einzeln oder ganze Heckenabschnitte herausgehoben werden. So schnell wie möglich bereiten wir an der alten oder gegebenenfalls auch an einer neuen Stelle die Pflanzgrube vor. Diese entspricht in ihrer Breite den Maßen der ausgestochenen Pflanzen und in der Tiefe dem Wurzelballen plus 5 cm. Das bedeutet, die Gehölze werden beim Wiedereinpflanzen tiefer gesetzt, als sie zuvor gestanden haben. Da sie häufig bereits von unten verkahlt sind und hässlich aussehen, wird das durch die Tieferpflanzung kompensiert. Baut sich die Hecke durch den Neuaustrieb auf, ist sie dann wieder bis zum Boden grün. Nun kann nochmals formiert werden, das heißt, die Äste werden bis zur gewünschten Länge gekürzt und gegebenenfalls Unebenheiten ausgeglichen. Nun muss ca. 1 Jahr lang regelmäßig gegossen werden. Denn der Boden darf nicht austrocknen, weil die neu ausgebildeten Wurzeln sehr empfindlich gegenüber Trockenheit sind und rasch absterben können. Das wiederum bedeutet den Tod des Gehölzes. Deshalb ist die Wasserzufuhr so wichtig und zwar nicht nur in den Sommermonaten, sondern auch in einem trockenen Herbst, sowie im Winter (frostfrei) und ganz besonders im Frühjahr. 

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Das Werkzeug

Wer überschaubare Heckenmeter schneiden muss, der verwendet dazu eine gewöhnliche Handheckenschere. Optimal ist natürlich eine spezielle Buchsbaumschere. Sie ist kleiner und schärfer. Sie nehmen wir auch für das Formen der Buchsbaumfiguren.
Für umfangreichere Hecken bietet sich natürlich elektrisch betriebenes Werkzeug an. Gewöhnliche Modelle sind oft recht grob und für unsere Zwecke ungeeignet. Besser arbeitet man mit einer speziellen elektrischen Buchsbaumscheren.

Sorten mit kleinen Blättern

Viele Sorten des Buchsbaumes haben längliche, lanzettenartige oder breite Blätter, die bei einem Schnitt häufig zerteilt werden. Wer sich daran stört, sollte sich für kleinblättrige Buxussorten mit runden Blättern entscheiden. Im Bild ist eine spezielle Formschnitt-Sorte Buxus sempervirens suffruticosa zu sehen. Daneben gibt es auch von der Art Buxus microphylla einige Sorten, die in Betracht kommen. Die Bezeichnung "microphylla" (griechisch = kleinblättrig) weist direkt auf die Belaubung hin. Aber letztlich muss man kein Sortenkenner sein. Beim Kaufen sieht man bei den Immergrünen, ob die Pflanze ein kleinblättriger Buchsbaum ist oder nicht

Buxus sempervirens suffruticosaBuxus sempervirens 'Suffruticosa'

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