von Krankheiten gezeichneter Rhododendron
Kümmerwuchs: Der Standort ist schlecht gewählt.

Mein Rhododendron hat gelbe Blätter, ist verkümmert und sieht krank aus... was kann ich tun? Zu 90 % gibt es für dieses Problem eine ganz einfache Erklärung: Fast jede Art der Rhododendren und Gartenazaleen verlangt einen recht speziellen Standort. Deshalb prüfe zuerst, ob der Boden geeignet ist. Für die meisten dieser Pflanzen sollte die Erde weitgehend kalkfrei sein. Ein Standort im Bereich flachwurzelnder, großer Bäume (z.B. Rotbuchen) ist ebenfalls ungünstig.

Rhododendren sind durchweg Flachwurzler. Der Wurzeldruck von Großgehölzen, besonders wenn diese ebenfalls Flachwurzler sind, kann die Pflanzen bedrängen. So sind Fichten, Buchen, Flieder, manche Magnolien und auch Kastanien und Linden ungeeignet, im Umfeld zu stehen. Ratgeber sagen, dass Rhododendren leichten, "wandernden Schatten" mögen. Optimal sind hainartige Überpflanzungen mit Kiefern, Lebensbäumen oder Scheinzypressen.

Vor größeren Investitionen in eine Rhododendronpflanzug solltest du zunächst verschiedene Rhododendron-Arten wählen und pflanzen. Danach beobachte genau, welche Art sich in deinem Garten am besten entwickelt, ohne dass aufwendige Bodenverbesserungen vorgenommen werden müssen. Nach einiger Zeit zeigt sich, welche Sorten geeignet sind und welche nicht, und du kannst eine größere Anlage mit den brauchbaren Sorten bepflanzen.
Die meisten Rhododendren und Gartenazaleen erkranken oder wachsen mickerig, weil Boden oder Standort nicht stimmig sind. Hier die häufigsten Krankheiten:

Chlorose: Gelbe Blätter mit dunklen Adern

Gelbe Blätter mit grüner Aderung (sogenannte Chlorose) sind ein Anzeichen von Mangel an Magnesium und Eisen. Ursachen können zu viel Kalk in Boden oder Gießwasser sein. Als erste Hilfe kommt natürlich immer erst einmal eine Düngung (Aluminiumsulfat, 15 Gramm pro Quadratmeter) infrage. Damit ist es aber nicht getan. Viel wichtiger ist es, den Boden insgesamt zu verbessern. Er sollte einen pH Wert von 4 - 5,5 aufweisen. Mit Torf oder spezieller Rhododendronerde kannst du ihn aufwerten. Rinden- oder Holzhäcksel-Mulch sind ebenfalls vorteilhaft. Aus ökologischen Gründen sollte man weitgehend auf Torf verzichten und Ersatzstoffe verwenden.

Vergilbte Blätter und dunkle Aderung sind ein Zeichen für Chlorose.
Vergilbte Blätter und dunkle A...
Bei gelben Blättern fehlt der Stickstoff.
Bei gelben Blättern fehlt der ...
Trockenschäden durch winterliche Sonne bei starker Kälte.
Trockenschäden durch winterlic...

Stickstoffmangel: Gelbe Blätter

Vergilbte Blätter und beginnender Kümmerwuchs sind die Anzeichen für Stickstoffmangel. Besonders die Rhododendron-Catawbiense-Hybriden sind Stickstoffzehrer. Sie benötigen viel Humus und Nährstoffe. Praktisch sind Hornspäne als Stickstoffdünger. Auch Kunstdünger kann zum Einsatz kommen, aber Achtung: damit nur im März und ein zweites Mal im Mai düngen. Bei einer späteren Gabe von Stickstoff wird ein verstärktes Wachstum angeregt, das zur Folge hat, dass die Triebe bis zum Winter nicht ausreifen bzw. verholzen. Bei Frost erfrieren diese dann.

Frostschaden, Wintersonne: Braune Flecken im Frühjahr

Stehen Rhododendren in knalliger Sonne, wobei winterliche Morgensonne schädlicher sein kann als Mittagssonne im Sommer, kann es am Laub Verbrennungsschäden oder Vertrocknungsschäden in Form von braunen Flecken geben. Vertrocknungsschäden treten überwiegend an sonnigen Frosttagen im Winter auf, wenn das Laub transpiriert, die Wurzeln im gefrorenen Boden aber kein Wasser bekommen. Deshalb ist es wichtig, in trockenen Wintern an frostfreien Tagen zu gießen.

Pilzbefall: Braune Flecken, vertrocknete Knospen oder Äste

Pilzkrankheiten haben leichtes Spiel, wenn die Pflanzen durch Nährstoffmangel oder Trocken- bzw. Frostschäden bereits geschwächt sind. Kranke Rhododendren im Garten haben somit oft mehrere Symptome, welche sich bedingen.

1. Runde braune Flecken auf den Blättern

  • Gegen Pilzbefall kann ein Fungizid, welches im Handel als Sprühmittel zu kaufen gibt, zum Einsatz kommen. Zu allererst sollte aber die Ursache, durch welche die Pilzkrankheit ausgelöst wurde, beseitigt werden. Dabei nicht nur Nährstoffe und Wasser im Blick haben, sondern auch den Standort. Die unmittelbare Nähe eines flachwurzelnden Baumes kann dem Rhododendron Stress bereiten, der die Pflanze schwächt und anfällig für Pilze macht.
  • Von Schadpilzen befallene Pflanzenteile sollten sofort entfernt, verbrannt oder anderweitig aus dem Garten entfernt werden!

2. Rhododendron-Knospenfäule (Pycnostysanus azaleae), verursacht durch die Rhododendronzikade

Dieser Pilz wird durch Rhododendronzikaden übertragen, welche im Herbst ihre Eier in die Knospen legen. Verdächtige Knospen (sie sind wie mit schwarzem Schimmel überzogen) sollten deshalb sofort entfernt werden, spätestens im April, denn im Mai schlüpfen die gelblichen Larven. Vorbeugung: im Sommer können sogenannte Gelbtafeln oder Kirschfruchtfliegenfallen die Insekten anlocken und daran hindern, ihre Eier in die neuen Knospen zu legen. Die Tiere bleiben auf den mit einem Spezialklebstoff bestrichenen Tafeln hängen.

Braune Flecken = Pilzbefall
Braune Flecken = Pilzbefall
Vertrocknete Knospen weisen auf Pilzbefall (Rhododendron-Knospenfäule Pycnostysanus azaleae) hin. Dieser wird durch die Rhododendronzikade verursacht.
Vertrocknete Knospen weisen au...
vertrocknete Triebe = Pilzbefall verursacht durch die Rhododendronwelke
vertrocknete Triebe = Pilzbefa...

3. Vertrocknete Triebe, die sogenannte Rhododendronwelke

Die Ursache der trockenen Äste im Rhododendron ist ein Pilz (Phytophthora cactorum), der die Leitungsbahnen verstopft. Man schneidet die befallenen Treibe heraus und entfernt sie aus dem Garten. Danach kann mit einem bewährten Mittel (1%iger Kupferkalkbrühe) im Abstand von 10-14 Tagen gesprizt werden. Im schlimmsten Fall stirbt die Pflanze durch die Rhododendronwelke ab. So ist es letztlich immerwieder der Standort, der der Pflanze Stress bereiten und sie somit schwächen kann. Und ein geschwächtes Immunsystem führt zu Folgeerkrankungen. Da geht es den Pflanzen wie den Menschen.

Sind die Gehölze geschwächt - und Immergrüne müssen in unseren Breiten auch noch harte Wintermonate überstehen - dann werden sie anfällig für Krankheiten. Sorge also für optimale Standortbedingungen. Gibt es dafür keine Möglichkeit, dann solltest du dich lieber für eine andere Gehölzart entscheiden.


Literatur & Quellen:

  • Harri Günther, Schöne Blütengehölze, Berlin 1979
  • DEGA-Magazin 4/2011