Bartblume Strauch blaue Blüten September
Zusammen mit rosa Beetrosen kommt die Blütenfarbe besser zur Geltung

Die blaue Bartblume (Caryopteris x clandonensis), auch Clandon-Bartblume genannt, ist ein schicker, blühender Kleinstrauch für Terrassenränder, für Vor- und Steingärten oder ein Blütengehölz zur Hinterpflanzung von spätsommerlichen Blumenrabatten. Das kniehohe Ziergehölz ist wirklich etwas besonderes, denn es ist eines der sehr wenigen spät im Jahr blühenden Gehölze in unseren Gärten und einer der wenigen Ziersträucher mit blauer Blüte. Ende August beginnt die Bartblume mit ihrem Flor. Wir können die Blütenzweige als Schnittblume nehmen oder die abgeblühten Dolden draußen über den ganzen Winter als Trockenschmuck stehen lassen. Es gibt immer mal wieder neue Sorten auf dem Markt, welche um das klarere Blau konkurrieren und ebenso um einen manierlichen kompakten Wuchs.

Weitere Verwendung

Caryopteris wird schon seit vielen Jahrzehnten in den Baumschulen angeboten, doch in den Gärten sieht man sie nicht so häufig, dabei können die Sträucher zum Beispiel als Hinterpflanzung zu Blumenrabatten verwendet werden oder man pflanzt sie in den Vorgarten, wo man vielleicht nicht so viel Pflege investieren will.

Clandon Bartblume blauer Strauch

Natürlich ist die Bartblume auch bestens für sonnig gelegene Steingärten geeignet hier kann sie als Rahmenpflanzung dienen. Mitunter werden die "Blausträcher" auch in Staudenrabatten eingestreut, wegen der Blüte, die als Komplementärfarbe zu gelb und orange benötigt wird. Ähnlich wird auch die Perovskia ( Blauraute) eingesetzt. Sie nimmt man für hohe und die Clandon-Bartblume für mittelhohe mehrjärige Staudenrabatten. Günstige Nachbarn sind Potentillen, Ziergräser, Rosen und Buddlejen.

Das Laub der Bartblumen ist (abgesehen von der gelblaubigen Sorte, unten) silbrig und grau. Diese silbergrauen Farbtöne geben mediterranen Gärten das Flair, welches sie benötigen. Die Blüte erinnert etwas an den Lavendel, dessen Flor aber im Herbst schon vorüber ist. Die Bartblume führt ihn weiter. Auch in Heidegärten passt das Gehölz, zumal der Spätsommer die hohe Zeit der Heidepflanzungen ist. Dort harmoniert das Blau bestens mit den kräftigen Herbstfarben der Heiden. Das Blütengehölz braucht unbedingt andere Farben neben sich, damit das dunkle Blau zur Wirkung kommt. Helle und dunkle rosa Farbtöne wirken hier am Edelsten in der Nähe. Das können rosa Rosen sein entsprechende Sommerheiden, oder die Fetthenne (Sedum telephium). Zufall ist es, dass der Autor Bilder zur Verfügung stellen kann, auf dem die regenfeste Strauchrose 'Havenly Pink' von Lens (1997) neben der Bartblumensorte 'Heavenly Blue'‎ zu finden ist (erstes und letztes Foto). Prinzipiell gilt hier auch die Regel, dass die in der blauen Farbe dunkleren Bartblumen nahe an die Terrasse und Wege gepflanzt werden sollten, weil sie keine besondere Fernwirkung besitzen. Die helleren Sorten besitzen die bessere Leuchtkraft und werden auch in der Ferne wahrgenommen.

Botanik und Vermehrung

Die älteste im Garten verwendete Bartblume ist von etwa zehn möglichen Arten einzig die Art Caryopteris incána. Diese fügt sich in die Pflanzengattung der Bartblumen (Caryopteris) und diese in die Unterfamilie der Ajugoideae. Diese Unterfamilie ist der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) angehörig und diese ist der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales) zugeordnet. Interessant mag sein, dass es einige verwandte Zierpflanzen (über die Lippenblütler verwandt) ebenfalls blaue Blüten ausweisen. Das sind beispielsweise Lavendel, einige Salbei-Arten und die Blaurauten. Diese drei mögen auch die ähnlichen Standortbedingungen. Die Bartblumen stammen alle aus Ostchina und Japan. Die Heimat von Caryopteris incana ist Ostchina. Diese Art ist ein buschiger Strauch von 1 m Höhe. Bei diesem sind alle jungen Pflanzenteile, Triebe, Blätter und Blütenstände weich und fein graufilzig behaart. Die Blätter sind von eiförmiger bis lanzettlicher Form und grob gesägt, oberseits von graugrünlicher stumpfer Farbe. Unterseits sind sie weiß-grau und filzig.

Clandon Bartblume Summer Sorbet

Die Pflanzen können Mitte August durch sogenannte Sommerstecklinge selber vermehrt werden. Für diese Zwecke nimmt man einen Trieb, kürzt oben die Blüten weg und schneidet 15 cm lange Stücken. An der unteren Hälfte werden die Blätter entfernt und dieser Steckling dann in lockere, sandige Erde gesteckt. Er wird so tief gesteckt, dass die oberen 4 cm mit Blättern herausschauen. Darüber stülpen wir ein altes Einmachgals. An halbschattiger Stelle wird nun der Boden gleichmäßig feucht gehalten, im November das Glas entfernt und der Steckling im Herbst mit Reisig abgedeckt. Im Frühling graben wir ihn noch nicht aus, sondern lassen ihn treiben. Im August ist dann bereit unter Schonung der Wurzeln bereit verpflanzt zu werden.

Caryopteris x clandonensis, die Clandon-Bartblume

Die Art Caryopteris incana wird im Garten aber nicht verwendet, sondern nur hybride Sorten. In der Regel ist das Caryopteris x clandonensis, dessen Eltern C. incana und C. mongolica sind. Deren Blattform und Bütenstand ist schlanker, die Einzelblüten sind größer, leuchtender dunkelblauer. Die Staubgefäße ragen weit aus den Lippenblüten heraus – wovon sich der Name Bartblume ableitet. Die Hybride ist frosthärter, als die Art. Letztere kann durchaus einmal zurückfrieren, treibt aber immer wieder aus. Sollte dies einmal bei einer der Sorten der Fall sein, so wäre das also überhaupt kein Problem. Zudem entfalten sich die Blüten an einjährig gebildeten Austrieben, was die Pflanzen auch nach einem Rückschnitt im Frühling wieder blühen lässt. Zwei alte bewährte Sorten sind 'Haevenly Blue' und 'Kew Blue':

Caryopteris clandonensis 'Heavenly Blue'‎

Diese Sorte ist immer noch sehr beliebt und wird in den Gartenmärkten und Baumschulen sehr viel verkauft. Zum Steckbrief der Eigenschaften ist festzuhalten, dass die Blüten (Trugdolden) dieser Sorte intensiv tintenblau sind. Der Zierstrauch ist 0,80 bis 1 m hoch und etwa halb so breit.

Clandon Bartblume Hecke

Nach oben fächert er sich auf. Blüht von August bis Oktober. Der Strauch weist eine hohe Frosthärte auf.

Caryopteris clandonensis 'Kew Blue'

Eine sehr reich blühende uralte Sorte mit kräftig dunkel blauer Blüte. Dieser "Blaubart-Strauch" ist etwas schwachwüchsiger, als die Urform. Durch die dunkle Blütenfarbe braucht es im Hintergrund aufhellende Farbkontraste, wie zum Beispiel rosa (sieh oben).

Weitere Sorten

  • 'Arthur Simmons' – wächst ausladend, buschig, mit etwas überhängenden Zweigen
  • 'Blauer Spatz' – ist eine Sorte mit dukelblauen Blüten
  • 'Blue Balloon' – neue Sorte mit sehr später Blüte, dunkelblau
  • 'Grand Bleu' – eine Sorte, die lange blüht
  • 'Heavenly Blue'‎ – siehe oben
  • 'Kew Blue' – siehe oben
  • 'Summer Sorbet' – hellgrünes Laub mit gelben Rand, späte Blüte
  • 'Worcester Gold' – ist eine Sorte mit gelben Laubblättern

Standortbedingungen

Bartblumen wollen volle Sonne, der Boden sollte keinen frischen Kompost enthalten, also abgestandene Böden sind besser und Nährstoffarm dürfen sie auch nicht sein. Die Art ist kalkliebend. Allerdings sind sie dankbar für ein flache Mulchschicht im Wurzelbereich oder alternativ dazu für eine flache bodendeckende Bepflanzung. Wenn dieser kleine Zierstrauch nach der Neupflanzung erst einmal ordentlich angewachsen ist, dann macht ihm ein trockener Standort wenig aus und so eignen sich diese Ziersträucher auch für Balkone, Dachgärten oder sogar für die Dachbegrünung oder als Kübelpflanze.

Pflege

Viel Arbeit haben wir mit dem Ziergehölz nicht. Im ersten Jahr nach der Pflanzung wird es bei Trockenheit gegossen, aber noch nicht gedüngt. Die Bartblumen blühen am "einjährigen Holz" – das heißt, dass sie im Frühjahr ordentlich zurückgeschnitten werden können, ohne dass sie dann im kommenden Sommer an der Blütenpracht einbüßen.

Clandon Bartblum Arthur Simmons

Nach dem Rückschnitt sollte die Bartblume auch ein wenig mit Stickstoff (Hornspäne) gedüngt werden, denn wenn die Bartblumen kümmerlich aussehen, dann ist das nicht der Wassermangel, sondern eher der Mangel an Nährstoffen.

So bleibt am Ende nur noch erwähnt, dass die namentlich verwandte Bartnelke kein Gehölz, sondern eine Zweijahresblume ist. Deren Blütenfarben liegen im rosa und roten Spektrum. Trotz der fundamentalen botanischen Unterschiede ist doch der Habitus in den Blütenrabatten ein ähnlicher. Beide mittelhohe Zierpflanzen eigenen sich bestens für kleine Gärten.