Naturmotiv Fels und Graspolster
Von der Natur gestaltet.

Gräser in einem Gesteinsaufschluss: Ein Gestaltungsvorbild aus der Natur. Dieses Foto machte ich vor Jahren mit meiner ersten Digitalkamera recht spontan, da ich das Motiv einfach interessant fand. Im Nachhinein war es dann klar, warum mir das Motiv ins Auge fiel. Die Graskissen bilden einen scharfen Kontrast zum rau gebrochenen Felsen. Solche Gegensatzwirkungen sind es, die in der Natur, aber auch in der Gartengestaltung, malerische Wirkungen hervorrufen und herausgestellt werden.

Doch es gibt noch einen zweiten Aspekt, der diese natürlich entstandene Passage zur Nachgestaltung interessant macht. Diese ausgewogene Kontrastwirkung entsteht erst dadurch, dass sie im wesentlichen durch eine einzige Grasart geprägt ist. Sie bietet genügend gestalterisches Gegengewicht zum schon erwähnten kantigen Gesteinsaufschluss.

Fels geschichtetes Gestein krzys16

Ideen für den Steingarten

Man kann diese Naturbeobachtung durchaus auf die Gestaltung der Gärten übertragen. Zum Beispiel für das Alpinum, wenn dort nur eine Grasart raues Gestein umrahmt. Die Idee ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen, da im Steingarten gern viele verschiedene Stauden zusammengesammelt werden, die in der Masse oft ein kunterbuntes Bild abgeben. Eine Rahmen- bzw. Leitpflanzung mit einem "weichen" Ziergras bringt dann wieder Ruhe in das Gesamtbild.

Um den besagten Effekt zu erzielen, kann man an Stelle des Grases auch Moos verwenden, oder man gestaltet den Fels noch schroffer, wie hier im Bildbeispiel im Alpinum mit dem geschichteten Bruchfels.

Felsgarten

Beispiele für die Gartengestaltung aus der Natur zu entnehmen ist oft schwierig, weil man immer versucht ist Landschaften im Kleinen nachzubilden. Der Garten ist aber keine Miniaturlandschaft. Allein im Steingarten hast du die Möglichkeit Gestaltungsmotive aus der Natur im verkleinerten Maßstab abzubilden. Ähnlich ist das auch in japanischen Gärten möglich. Dort aber nur, weil die Motive mehr stilisiert sind. Es ist aber auch kein Schade diese japanische Art zu gestalten, auf den bei uns üblichen Steingarten zu übertragen.

Garten in Kyoto, Japan bodiantal

Hier sehen wir beispielsweise die fernöstliche Art ein Teichufer zu gestalten. In der Natur hat man eigentlich eine Schilfzone, also eine grüne Uferzone von Pflanzen und Gewässer. Hier nicht. Hier ist es der schroffe Fels (was eigentlich unnatürlich ist), der die "weich" geformte Landschaft (Rasen und malerische Kiefern) schroff von der wiederum "weichen" Wasserfläche trennt.

Zum Schluss gibt es die Aussicht auf ein beeindruckendes Naturpanorama. Spontan empfinden wir es als schön. Bei weiterer Bildmeditation bemerken wir die Gründe dafür. Es sind scharfe Kontraste zwischen Höhe und Tiefe, Ferne und Nähe, Härte der Felsen und Weichheit der Wolken.

tpsdave Yosemite-Nationalpark Berge Felsen Wolken