Vorgekeimte Gartenbohne.
Vorgekeimte Gartenbohne.

Will man recht frühe Bohnen ernten, dann empfiehlt sich das Vorkeimen des Samens 3-4 Wochen vor der Pflanzung, die um den 15. Mai anzusetzen ist. Das Vorkeimen ist auch dann wichtig, wenn man in schweren, kalten Böden mit Erfolg Bohnen ziehen will, denn Gartenbohnen lieben lockeren, warmen und nicht zu nassen Boden. Ist der Anbau trotz Vorkeimung wegen ungünstiger Klima- und Bodenverhältnisse nicht möglich, kannst du immernoch auf die Kultur von Prunkbohnen (Feuerbohnen) ausweichen.

Zur Methode des Vorkeimens der Gartenbohnen - Buschbohne oder Stangenbohne

1. Es geschieht in der Weise, dass wir die Bohnen wie erwähnt 3-4 Wochen vor der üblichen Aussaat dicht aneinander in einen Handkasten legen, der mit Torfmull untermischter Erde gefüllt ist.

2. Die Bohnensamen werden fingerdick mit Erde bedeckt, angegossen und dann warm gestellt (15-25 °C). Mit dem weiteren Gießen sei man sehr vorsichtig, weil die Bohne keinen feuchten Boden liebt. Am besten verwendest du abgestandenes, zimmerwarmes Wasser. Anfangs braucht es kein Licht für die Keimung. Bald nach der begonnene Keimung verlangen die Bohnen aber einen hellen Stand. Bei günstiger Witterung stellt man die Kästen hinaus in die Sonne (etwa auch auf den Balkon) und bringt sie abends wieder herein. Ähnlich geschieht das auch mit den vorkultivierten Tomaten und mit den im Topf vorgezogenen Kürbissen, Zucchini und Gurkenpflanzen oder mit dem weniger bekannten Eiskraut (Mesembryanthemum crystallinum) und bei kleineren Mengen mit Tabak.

3. Das Auspflanzen der gekeimten Bohnen kann zu verschiedenen Zeiten im Mai geschehen - je wärmer der Boden, umso besser. Optimal wäre das Auspflanzen allerdings dann, wenn die gekeimten und bewurzelten Bohnen noch krumm sind. Doch ist die Witterung zu dieser Zeit ungünstig, so bleiben die Bohnen noch einige Tage im Handkasten und werden später ausgepflanzt.

4. Das Pflanzen der Bohnen-Keimlinge geschieht derart, dass die Bohnen, solange sie noch krumm sind, so tief in den Boden kommen, dass sie dünn mit Erde bedeckt sind. Beim Herausnehmen der Pflänzchen aus dem Handkasten nimmt man ein Messer zu Hilfe, um die kleinen Wurzelballen nicht abzureißen. Ein Angießen erfolgt nur bei trockenem Boden. Sind die Blätter schon entwickelt, beleiben diese bei der Pflanzung überirdisch.

Frühe Direktsaat der Buschbohnen

Die Bohnen sind gegen Kälte empfindlich und sollten deshalb nicht vor Mitte Mai gesät werden. Sind Witterung und Boden kalt, dann verkümmern die jungen Bohnenpflanzen. Haben wir ausnahmsweise ein schönes Frühjahr, dann machen wir in den letzten Tagen des April eine kleine Aussaat von sehr zeitigen Bohnensorten (z.B. Saxa*). Eventuell schützt man sie in kalten Nächten mit Gartenvlies.

* Von Bier empfohlene Buschbohnen für zeitige Freilandsaat: 'Schwarze Negerbohne' oder 'Allerfrühesten zartschotige Brechbohne'.


Literatur & Quellen:

  • Bier, A.: Lohnende Gemüsezucht, Erfurt um 1923, im Verlag des Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau