Kleine Rheinländerin
Geeignet für Kleingärten: 'Kleine Rheinländerin'

Mittlerweile bin ich mir sicher – der Erbsenanbau im Kleingarten und die richtige Wahl der Sorten ist eine Wissenschaft für sich. Das geht schon damit los, die Arten, Rassen und Gruppen der beliebten Hülsenfrüchte zu unterscheiden, die ich separat beschrieben habe. Daneben unterscheidet man noch Sorten nach Anbautermin und Höhe der Pflanzen. Vor dem Kauf von Saatgut ist eine ausführlichere Information angeraten. Der Samen kann mehrere Jahre gelagert werden und ist etwa 5 Jahre keimfähig.

Je nach Gebrauch, Verarbeitung und Verwendung unterscheidet man beispielsweise Schal-, Mark- und Zuckererbsen sowie Schäl- und Trockenerbsen. (Darauf möchte ich hier aber nicht weiter eingehen.) Weiterhin gibt es z.B. bei der Gruppe der Schalerbsen frühe Sorten, aber auch einige, die hoch wachsen und entsprechend (mit Reisig) befestigt werden müssen. Diese verschieden Sorteneigenschaften finden sich bei allen oben genannten Gruppen und auf diese möchte ich eingehen. Daneben kann eine Gemüseerbse auch eher für den Garten- oder Feldanbau geeignet sein, was wiederum ein Wahlkriterium ist.

Hoch wachsende Sorten

Kapuzinererbse 'Ostfriesische Felderbse' Sie sind die ertragreichsten, doch sie müssen mit Erbsenreisern oder mit einem kleinen Spalier befestigt werden. Auch benötigen sie relativ viel Platz. Man sät nur Doppelreihen auf Beeten, die 70 cm breit sind. Eine Misch- oder Zwischenkultur ist aber kaum möglich (eventuell Mairettich). Beispiele:

  • 'Sweet Golden' (Zuckererbse) – 110 bis 140 cm hoch, gelbe Hülsen, freie Sorte
  • 'Blauwschokker' (Kapuzinererbse) (Kapuzinererbse) – bis 180 cm hoch, blaue Hülsen, geerntet werden die gepulten Erbsen
  • 'Quarz' (Zuckererbse) – sie wird bis zu 130 cm hoch; zahlreiche Krankheitsresistenzen; sehr dickfleischig

Niedrig wachsende Gemüseerbsen

Für diese braucht es nicht unbedingt ein Gerüst und auf einem normalen Beet von 1,2 m Breite können 4 Reihen angelegt werden. Der Ertrag pro m² ist jedoch um 20 % geringer, als bei den hohen Sorten. Beispiele:

  • 'Ostfriesische Felderbse' (Kapuzinererbse) – 40 cm hoch, freie Sorte, Verwendung der Kerne auch zur Trocknung
  • 'Kleine Rheinländerin' (Schalerbse) – beliebte, reich tragende Frühsorte, 30 bis 40 cm hoch

Frühsorten

Erbsenpflanzen auf einem BeetFrühe Gemüseerbsen werden schon im März gesät. Sie sind nach etwa 80 Tagen erntereif, tragen aber meist 20 % weniger als spätere Sorten. Die Frühen müssen nicht zwingend niedrigwachsend sein. Beispiele:

  • 'Frühe Harzerin', eine Schalerbse – etwa 79 Tage Entwicklungsdauer
  • 'Frühe Heinrich', 'Hendricks' (Zuckererbse) – wird 120 bis 160 cm hoch! weiße Blüten
  • Picardie (Markerbse) – etwa 78 Tage Tage Entwicklungsdauer
  • 'Vada' (Markerbse) – 80 cm hoch, große Hülsen, körnerreiche, früh reifend

Mittelfrühe, meist ertragreiche Erbsensorten

Die ertragreichen Sorten werden meist im April gesät. Beispiele:

  • 'Costa' (Markerbse) – 75 cm hoch, sicher im Ertrag, Frischverzehr und Tiefkühlung
  • 'Salzmündener Edelperle' (Markerbse) – 80 bis 100 cm hoch, ertragreich, freie Sorte
  • 'Lancet' (Markerbse) – etwa 60 cm hoch, selbststützend und ertragreich
  • 'Ranka' (Markerbse) – 75 cm hoch, ohne Rankhilfe anbaubar, Frischverzehr und Frostung