Kartoffeln in einer Schüssel
Sehr frühe Sorten bringen weniger Ertrag. Sie schmecken aber besser.

Die Hauptursache für eine spärliche Ernte sind fehlende Nährstoffe. Kartoffeln benötigen viel Nahrung und davon besonders viel Stickstoff. Letzterer darf natürlich, etwa durch Kunstdünger, auch nicht im Übermaß gegeben werden, denn das befördert die Krankheitsanfälligkeit der Knollen und mindert den Geschmack. Aber ein Minimum an Qualität und Nährstoffen muss der Boden schon haben.

Dünger?

So mancher Gartenfreund meint, ohne Düngung im Garten auszukommen und bekommt seine Theorie nach ersten Anbauversuchen bestätigt. Wer aber zum Beispiel einen kaum genutzten Garten neu bestellt oder ihn auf neuerschlossenem Land hat, der wird in den ersten zwei Jahren bei allen Kulturen recht hohe Erträge haben. Man denkt dann oft, dass sich das so fortsetzt, auch ohne Düngung, doch das ist ein Irrtum. Nach meinen Beobachtungen ist das beim Hobbygärtnern die häufigste Ursache von mangelhaften Ernten. Hinzu kommt, dass die Kartoffelsorten bei Nährstoffmangel zudem etwas unterschiedlich reagieren. So kann es durchaus sein, dass die eine Kartoffelsorte aus scheinbar unergründlichen Ursachen missrät, eine andere dagegen gut gedeiht und eine reichliche Ernte verspricht. Die regelmäßige Düngung der Kartoffeln mit Kleintier- oder Stallmist ist die beste Empfehlung (siehe auch unten; Erfahrung mit 'Bamberger Hörnchen').

Weitere Ursachen

Doch nicht immer sind fehlende Nährstoffe Schuld an unerwartet geringen Ernten. Die Ursachen können auch das Wetter oder ungeeignete Sorten sein. Es ist nicht prinzipiell so, dass Pflanzkartoffeln, die man immer wieder selber gewinnt, von Jahr zu Jahr schlechtere Erträge bringen. Für das regionale Klima und die bei dir im Garten bestehenden Bodenverhältnisse eignen sich nur bestimmt Sorten. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, anfangs viele verschiedene Kartoffelsorten zu probieren. Über mehrere Jahre zeigt sich dann von allein, welche davon üppige Erträge bringen und welche nicht. Allerdings sollten für den Vergleich eben auch die Düngung und der Standort optimal sein. Beispielsweise hatte ich schon einmal vor, bei mir im Garten das aus dem 19. Jahrhundert stammende, delikate 'Bamberger Hörnchen' auszumustern, weil es kaum Ertrag brachte. Durch Zufall bemerkte ich dann, dass es an der ungenügenden Düngung lag, denn das 'Bamberger Hörnchen' stellt in dieser Beziehung hohe Ansprüche.

Was das Klima betrifft, so sind Kartoffeln weniger anfällig gegen Unbilden, als andere Kulturen. Doch auch ein richtig ungünstiges Jahr was die Wachstumsbedingungen für Kartoffeln betrifft, kann zu Minderernten führen und alle Anstrengungen zunichte machen. Dazu zählen ein verregneter April, ein trockener Mai, ein trockener und sehr heißer Sommer, und vor der Ernte sehr kalte und verregnete Tage. Das alles kann dazu beitragen, dass unsere Bemühungen um eine üppige Kartoffelernte umsonst waren.

Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass Frühkartoffeln weniger Ertrag bringen, als die Sorten für den Herbstanbau. Dagegen hat die zeitige Ernte den Vorteil, dass anschließend die Beetfläche für eine Nachkultur genutzt werden kann. Geeignet sind als Nachfolger beispielsweise Ende Mai vorgezogene Kohlarten wie Grün- und Blumenkohl, Kohlrabi, sowie Romanesco.

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