Letscho Zutaten
Haupt-Zutaten: Paprika, Tomaten, Zucchini. Doch sollten die Früchte besser ausgereift sein.

Ich habe hier ein sehr schmackhaftes Letscho-Rezept, welches neben Paprika und Tomaten auch Zucchini enthält. Die wichtigste Zutat für das ungarische Lecsó ist Paprika. Es bringt zusammen mit den Tomaten und Zwiebeln (und Knoblauch) den Hauptgeschmack des geschmorten Gemüses, welches mit Reis, Polenta, Pommes oder anderen Beilagen serviert wird. Dem Menü wird häufig auch Cabanossi oder andere Wurst zugegeben, doch hier soll allein die vegetarische (vegane) Grundrezeptur vorgestellt werden. Es bietet sich beim Kochen des Letschos an, es gleich reichlich zu tun und nach dem Sofortverbrauch den Rest in Schraubgläser einzukochen, um einen kleinen Vorrat für den Winter zu schaffen. Zunächst gibt es aber, wie bei vielen anderen Rezepten auch, von mir eine kurze Aroma-Analyse:

Was bringt das Aroma?

Wie oben bereits erwähnt, ist die Hauptzutat Paprika. Diese, wie auch die Tomaten, sollten so weit wie möglich ausgreift sein. Wer einen Gemüsegarten sein Eigen nennt und selber reichlich Paprika anbaut, der sollte mit dem Letschokochen bis in den September hinein warten. Im Spätsommer sind in unsern Breiten die Paprikaschoten nämlich überwiegend gut ausgereift und am süßesten und bringen für unser Rezept den besten Geschmack. Tomaten sind zu der Zeit immer noch reichlich vorhanden (siehe auch [1]). Am besten eignen sich die überreifen Früchte, die auch bereits aufgeplatzt sein können. Tomaten steuern neben ihrer Geschmacksnote zusätzlich viel Flüssigkeit bei. Wer mehr Tomaten zugibt, hat mehr Soße. In kühlen Sommern oder mit der allerletzten Ernte im Selbstversorgergarten haben wir manchmal keine gut ausgereiften Früchte mehr. Da müssen wir uns dann mit konzentriertem Tomatenmark aus der Dose oder Tube behelfen und damit extra würzen.

Letscho Zutaten

Für fehlendes Paprika-Aroma bei grünen oder gelben Früchten [2] kann Paprikapulver oder Aivar zum Einsatz kommen. Allerdings sei hier der Hinweis gegeben, dass der Paprika-Anbau (Freiland) im eigenen Garten leichter ist, als gedacht. Nur wird oft der Fehler gemacht, dass die Pflänzchen zu spät gesät werden, und ein alter Trick besagt, dass man Paprikapflanzen immer paarweise setzen soll. Mit der richtigen Anbauanleitung sollte es also nicht an Paprikaschoten in der Küche fehlen. Die Früchte reifen zwar recht langsam, doch dafür können wir sie auch sehr lange an den Büschen hängen und ausreifen lassen. Sie nehmen, wie beispielsweise Tomaten, kaum Schaden durch Fäulnis. Wollen wir viel vom unausgereiften Paprika verwenden, läßt das das Letscho grantig werden. Das können wir am Ende mit etwas mehr Zucker ausgleichen. Das sollte aber nur als Notlösung angewandt werden.

Den letzten Schliff bekommt die Letscho-Rezeptur aber erst mit der einfachen Würze durch Salz, Pfeffer und wichtig: etwas Zucker, der ganz zum Schluss zugegeben wird. Beim Abschmecken wirst du sicher merken, dass der intensive Letscho-Geschmack erst nach der Zugabe von diesen 2 – 4 Esslöffeln Zucker entsteht. Pfeffer können wir durch selbst angebautes und hergestelltes scharfes Paprikapulver ersetzen oder wir geben beim Kochen ein winziges Stück Peperoni hinzu. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, weil die Schärfe-Dosierung mit frischem Peperoni oder Chili nicht immer leicht einzuschätzen ist.

Hier nun die Rezeptur mit 1 kg Paprika:

  • 1 kg Paprika
  • 700 g Zucchini*
  • 600 - 700 g Tomaten*
  • 5 große Zwiebeln*
  • Knoblauch 1 – 5 Zehen
  • Salz, Pfeffer, 2 – 3 Esslöffel Zucker (wer will Oregano)
  • reichlich Olivenöl oder anderes Fett

Zubereitung

Die gesäuberten und klein geschnittenen Paprika werden in einem Topf zusammen mit Knoblauch und Zwiebeln in reichlich Olivenöl mit wenig Hitze angeschmort. Dann kommen die geschnittenen Tomaten- und Zucchinistücken hinzu, sowie das Oregano (Wilder Majoran). Da sich die Aromen vor allem im Fett lösen, sollten wir die ausgereiften, süßesten Früchte zuerst in den Topf geben.

Letscho kochen

Das Ganze lässt man auf kleiner Flamme etwa eine Stunde lang köcheln. Je nachdem, wie flüssig man das Letscho haben möchte, wird beim Kochen noch etwas Wasser zugegeben. Zum Schluss wird gut gewürzt und zuletzt 2 – 4 Esslöffel Zucker zugegeben und gut umgerührt.

Variation der Zutaten und Zugabe von Speck

Es gibt natürlich auch Rezeptvarianten ohne Zucchini. Dann verwenden wir aber anteilig mehr Paprika. Ich koche meist ohne besondere Rezeptvorgaben und verwende jeweils 1/3 Paprika/Zucchini/Tomaten.

Wer das Letscho etwas deftig anrichten möchte, der kann den oben genannten Mengen 40 g geräucherten Speck zugeben. Dieser wird gewürfelt und zu Beginn ausgebraten. Anschließend werden die Zwiebeln zugegeben und leicht gebräunt. An Stelle von Pflanzenöl können wir natürlich auch Butter verwenden. Weiter geht es im Rezept dann mit der Zugabe der Früchte, wie es oben beschrieben ist.

Einkochen

Neben dem Einfrosten ist die einfachste Variante für die Einlagerung, das Einmachen in Gläser. Man nimmt dazu neue oder gebrauchte Twistoff-Gläser. Wichtig bei bereits benutzten Deckeln ist deren Unversehrtheit. Haben die Deckel Beulen oder Scharten, kann Luft eindringen und den Inhalt verderben lassen. Gläser und Deckel werden gründlich geäubert und mit heißem Wasser gut gespült. Bis zum Verwenden, werden die Gläser mit kochendem Wasser gefüllt und die Deckel in einer Schüssel mit ebenfalls kochendem Wasser übergossen. Alles kurz vorm Benutzen auf ein sauberes, trockenes Tuch stürzen. Ist das Letscho fertig gekocht, wird es in die noch heißen Gläser bis kurz unter den Rand gefüllt. Diese werden dann sofort verschlossen und etwa eine halbe Stunde kopfüber gestellt. Damit sie keine Zugluft bekommen und langsam abkühlen können, decken wir sie mit einem Tuch ab. Danach drehen wir sie wieder um und kontrollieren, ob sich die Deckel nach innen ziehen. Das hört man an einem leisen Knackgeräusch. Gibt der Deckel auf leichten Druck nicht nach, ist er ebenfalls gut verschlossen. Nach dem Abkühlen kommen die Gläser in den Vorratsschrank und sind dort in der Regel zwei Jahre haltbar.

Letscho in Gläsern

Übrigens: Ein ähnliches Rezept ist das für Ratatouille. Nur kommen hier noch reichlich Auberginen und anteilsmäßig weniger Tomaten dazu und alles wird mehr als Bratgemüse zubereitet. Das klassische Ratatouille hat weniger Flüssigkeit als das Letscho.

Erfahrungen und Bewertung

[1] Das Überangebot an Tomaten im August sollten wir für selbst gemachte Trockentomaten nutzen. Diese werden auf einem Backblech in der Sonne oder in einem Dörrautomaten getrocknet, mit Kräutern in Öl eingelegt und so haltbar gemacht. Um im September noch sicher junge Zucchini oder Patisson ernten zu können, sollten wir Ende Juni durch Direktsaat noch einen Spätanbau derselben betreiben.

[2] Paprikafrüchte sind reif, wenn sie eine rote oder schwarzrote Farbe angenommen haben. Doch sie können auch unreif geerntet werden. Wenn sie reifen, sind sie zuerst grün und dann gelb, später rot. Die Süße steigert sich mit dem Reifegrad der Früchte.

[3] Die Fleischtomaten oben im Foto sind Zahnradtomaten. Dieses sind alte, samenfeste Sorten-Linien mit hohem Ertrag.

* Die Anteile können etwas variieren. An Stelle von Zucchini können wir auch Patisson (Ufofrüchte) verwenden. Botanisch ist Zucchini und Patisson das gleiche, nur ist letzteres weniger wässrig. Da sich Lauchzwiebeln im Selbstversorgergarten besser anbauen lassen als normale Küchenzwiebeln, nehme ich nur noch die Lauch-Variante.