Eschen-Ahorn gelbes Laub
Gelblaubige Sorte 'Odessanum' mit halbschattigem Standort.

Ich komme gleich zu des Pudels Kern und stelle die hypothetische Frage "Warum sollte ich mir einen Eschen-Ahorn" in den Garten pflanzen? Die wichtigsten Gründe nenne ich zuerst, doch ich bitte den Leser den kompletten Text zu lesen, denn am Ende schreibe ich noch ein paar sehr wichtige Hinweise zur Pflanzung selber. Zunächst sei festgestellt, dass der Eschen-Ahorn mit all seinen vielen, hochinteressanten Sorten ein Universalgewächs ist und vorzugsweise durch seine Laubfarbe wirkt. Die Sorten sind für den Garten empfehlenswert, die einfach Art nur in größeren Gärten, Grün- oder in Parkanlagen. Das Gehölz wächst dort sehr zügig, aber auch sehr rasch in die Breite.

Die Schnellwüchsigkeit in der Jugend und das Breitenwachstum hat Vorteile, denn in manchen Anlagen braucht es Bäume und Großsträucher, welch möglichst viel Raum einnehmen. Für solche Grünanlagen sind die Ahorngehölze prädestiniert. Bei derartigen Einsatzgebieten hat man oft auch das Problem, dass die Bodenverhältnisse karg und trocken sind (etwa durch Bauschutt bedingt) oder es herrscht das andere Extrem, das der stauenden Nässe im Untergrund. Beides wird toleriert!

Acer negundo 'Odessanum'

Auf solchen Standorten wächst Acer negundo (inklusive die Sorten) sehr gut und stahlt dabei in seinem Habitus trotzdem Üppigkeit und Frische aus. Als Pioniergehölz ist der Eschen-Ahorn auch bestens für die Einzelstellung geeignet. Eine weitere Besonderheit ist, dass er in Sonne und Schatten gleich gut wächst. Als Alleebaum wird die Art nicht genommen, da die Kronen im Alter brüchig werden.

Weitere Verwendung – kleine Gärten?

In kleinen Gärten, etwa im Vorgarten, sollte man die Sorten der Art als hochstämmigen Baum pflanzen. In Wohngärten an der Terrasse wird mitunter sogar eine breite Schatten werfende Baumkrone gewünscht und dort genügt dann oft auch schon ein einziges Baumexemplar aus, um den Raum zu füllen. Besonders die Sorten des Eschen-Ahorns, eigenen sich für diese Zwecke, da sie von Haus aus schon zu den kleineren Parkbäumen gezählt werden können. Die schwachwüchsige Sorte 'Flamingo' auf Hochstamm veredelt ist ein idealer Kleinbaum. Für Windschutzpflanzungen in Buschform sind die anderen Ziersorten ideal und besonders die Sorte 'Odessanum'. Am Rande einer Gartenanlage (Sichtschutz oder Windschutz) wirken diese als fernes Blickziel vom Hause aus und verhindern Eintönigkeit.

Etwas zur Botanik

Das Gehölz gehört zur Gattung der Ahorne (Acer)und hat als Art (dieser Gattung) den botanischen Namen Acer negúndo. Das Wort negundo ist wohl ein heimischer Begriff aus Malabar und bezeichnete dort irgendeine Vitex-Art (Mönchspfeffer ist z.B. ein Vitex) und Linnè verglich den amerikanischen Acer negundo mit dieser tropischen Pflanzengattung, vielleicht wegen dem scheinbar tropischen Wachstum der hier beschriebenen Ahorn-Art. Die Heimat dieser ist die mittlere und östliche USA. Dort ist das Gehölz an Fluss- und Seeufern weit verbreitet. Wie bereits erwähnt, sind es große, sommergrüne Bäume mit enormer Wuchskraft. Sie bekommen breite sparrige Kronen, deren ältere mit überhängenden Äste aber sehr malerisch wirken. Stehen sie frei, bilden sie in de Natur mehrstämmige Bäume aus. Das Gehölz bildet tiefe Hauptwurzeln aus, welche im oberen Bereich allerdings viele Feinwurzeln haben. Die Borke ist grünlich und glatt. Die Triebe des Gehölzes sind glänzend grün, vielfach bereift und besitzen hellgrüne Knospen. Die Blätter sind drei- oder fünfzählig gefiedert, grob und unregelmäßig gesägt, wobei das endständige Blatt mitunter klar dreilappig ausgeprägt ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Ahornarten gibt keine besondere Herbstlaubfärbung. Unverändert fällt das Laub im Herbst, dann aber rasch ab, was für die Anlagenpflege oft sehr praktisch ist, denn dann sind die Laubberäumungsarbeiten zeitig angeschlossen. Die Blüten (zweihäusig, also männliche und weibliche Bäume) sind von blassgelber Farbe und erscheinen vor dem Blattaustrieb im März/April. Die weiblichen Blüten bilden hängende Trauben, die männlichen Büschel.

Acer negundo Samen

So bilden sich die Flügelfrüchte auch nur an den weiblichen Exemplaren, welche aber nur keimfähig sind, wenn auch männliche Bäume in der Nähe stehen. Ist das der Fall, dann neigt der Eschenahorn bei uns zur Verwilderung.

Vermehrt wird die Art durch eingeführten Samen. Die Sorten werden veredelt (okuliert). Doch man kann sie auch durch Ableger vermehren, in dem ein Ast niedergelegt und am Boden festgesteckt, und in dem Bereich mit Erde angehäufelt wird, wo sich die Wurzeln bilden sollen.

Sorten – meist kleine Bäume, bzw. Kübelpflanzen

Die einfache Art Acer negundo wird als Baum 10 bis 15 m hoch, an manchen Standorten auch 20 m. Die folgenden Sorten bleiben kleiner und erreichen wohl 7 m ihre endgültige Höhe. Man kann sie aber auch in Pflanzkübel setzen, wo sie mit etwas Schnitt viele Jahre verbleiben können und kleiner bleiben.

Acer negundo Flamingo buntlaubiger Eschenahorn

Die buntlaubigen Varietäten pflanzt man in Grünanalgen gern vor rotblättrige Ziersträucher und interessante Farbkontraste zu setzen. Die Sorten variieren vor allem die Farbe und Form der Blätter, sodass ich sie unten nicht ausführlich beschreiben, sondern nur stichpunktartig aufzählen muss:

  • 'Aureo-Variegatum' (Gold-Eschenahorn) – dunkelgrüne Blätter mit unregelmäßigen goldgelben Flecken (Bild)
  • 'Crispum Variegatum' – gelb gerandetes krauses Laub
  • 'Elegans' – Blätter mit scharf abgesetzten, schmalen hellgelben Rändern
  • 'Flamingo' (Flamingo-Eschenahorn) – weiblich, weiß-grün panaschiert marmoriert, im Austrieb rosa umrandet, nur 3 bis 5 m hoch! (Bild)
  • 'Laciniatum' – hellgrüne, schmale, tief eingeschnittenen Blätter
  • 'Odessanum' – Gelbe Blätter mit bronzenem Blattaustrieb, starkwüchsig (Bild oben)
  • 'Schwerinii' – kleine weiß marmoriertes Laub
  • 'Variegatum' (Silber-Eschenahorn) – buntblättrige Form, weiß gerändertes Laub mit weißen Flecken, zum Teil auch rosa marmoriert

Acer negundo 'Odessanum' – Gelblaubiger Eschenahorn

Diese Sorte möchte ich noch einmal näher beschreiben, doch nicht nur weil ich sie hier auch als Foto abgebildet habe, sondern wegen ihrer Beliebtheit im Garten- und Landschaftsbau. Die Sorte ist schon recht alt (1891) und stammt aus Odessa. Sie ist wüchsiger und vitaler, als die anderen Sorten. Die besondere Wirkung des Gehölzes entsteht durch das goldgelbe Laub. Zwar nennt sich die panaschierte Sorte 'Aureo-Variegatum' auch Gold-Eschenahorn, doch den Vergleich mit 'Odessanum' hält diese niemals stand! Unübertroffen ist auch der Austrieb der Blätter, der rein bronzefarben ist. Allerdings nimmt die Leuchtkraft und goldgelbe Farbe auf schattigen Plätzen ab und können dort sogar hellgrün werden. Im Winter sind die grünen Triebe durch ihre weiße Behaarung interessant.

Kaufen und Pflanzen

Wenn man sich für eine der Sorten entschieden hat, rate ich mit der Pflanzung bis zum Frühjahr abzuwarten. Die rechtzeitige Bestellung garantiert, dass dann auch das Pflanzmaterial rechtzeitig vorhanden ist. Manchmal bieten Gärtnereien Ersatzsorten an, wenn sie das Wunschgehölz nicht vorrätig haben. Davon Gebrauch zu machen, rate ich jedoch ab, da die Varietäten doch zu unterschiedlich sind und man sich mit ihren speziellen Eigenschaften nicht einfach mal so umtauschen kann.

Acer negundo Aureovariegatum Goldfleckiger Eschenahorn

Eschen-Ahorne sind Pioniergehölze und von Letzteren hat man die Erfahrung gemacht, dass sie schwierig anwachsen. Ich rate daher zur Frühjahrspflanzung. Große Starkbäume würde ich direkt von einer Baumschule mit Anwuchs-Garantie pflanzen und eine Saison pflegen lassen, das erspart viel Ärger. Ein Umpflanzen älterer Exemplare im eigenen Garten ist kaum möglich.