Bambus als Kübelpflanze und Sichtschutz
Man nimmt vor allem die Art Fargesia nitida (Fontänenbambus) für diese Zwecke

Die Verwendung von Bambus in Töpfen, Trögen oder anderen Pflanzgefäßen sieht man in den letzten zehn Jahren immer öfters. Besonders in den Städten auf den Terrassen der Restaurants haben sie sich bewährt. Sie vereinen in sich viele praktische Eigenschaften. Bambuspflanzen wirken immer heiter, und das ist für Besitzer von Gaststätten und Cafés und ähnlichen Wirtschaften schon ein wichtiger Aspekt. Man sagt nicht nur, dass die aus China stammenden, immergrünen Pflanzen ein Flair von fernöstlichen Gelassenheit um sich verbreiten, sondern sie tun das auch wirklich.

Sieben nützliche Eigenschaften

Bambus hat interessante optische Eigenschaften. Wir können ihn dicht pflanzen oder setzen und reichlich wuchern lassen, doch dieses Riesengras wirkt dann nie beengend oder erdrückend auf den Gast. Die Pflanzen sind immergrün, und ihr Grün ist immer ein freundliches und es steht fast immer im Kontrast zum Rohr. Einmal entsteht diese Kontrastwirkung durch die vertikalen Halbe und die oftmals horizontal abstehenden Laubblätter. Dadurch wirkt eine Bambusstaude optisch auch nicht langweilig. Zudem sind die Büsche oft bewegt, wenn der Wind durch die Halme streift. Weitere Gegensatzwirkungen entstehen, wenn die grünen Blätter gelbe, schwarze oder auch rote Bambusrohre als Hintergrund haben. Hier ist es wichtig die entsprechende Sorte zu wählen. Noch nicht all zu lange gibt es den sogenannten Roten Bambus welcher kirschrote Halme nach deren Austrieb bekommt. Eine edle Kübelpflanze ist Bambus mit völlig schwarzem Rohr. Das ist beispielsweise der Schwarze Bambus Black Bamboo (Phyllostachis nigra). Bliebe noch der Gelbe Bambus (Phyllostachys aureosulcata f. aureocaulis) erwähnt, dieser ist mit Höhen von mindestens 3 m etwas für große Pflanzkübel geeignet, doch braucht er einen etwas geschützteren Standort, zumal wir bei allen Bambussorten, welche in Pflanzgefäßen stehen auch die Standfestigkeit bei Sturm (Windlast) im Auge behalten müssen.

Gartenbambus al KübelpflanzeMit den nützlichen Eigenschaften bin ich noch nicht am Ende. Bambus die robuste Kübelpflanze ist auch pflegeleicht. Sie kann – sie muss aber nicht – geschnitten werden, wie das beispielsweise beim Buchsbaum der Fall ist. Beim Schnitt der Bambuspflanzen können wir schon recht sorglos vorgehen. Ein bestimmter Zeitpunkt ist nicht so wichtig, wie bei anderen empfindlicheren Kübelpflanzen. Wir können das besondere Riesengras sogar wie eine Hecke pflanzen und beschneiden, auch im Behältnis. Die Gewächse sind also schön, von heiterer Ausstrahlung und sie sind pflegeleicht. Einzig die Wässerung darf nicht vernachlässigt werden (siehe unten) und auch die regelmäßige Düngung darf nicht versäumt werden. Für Letzteres gibt es aber sogenannte Langzeitdünger, welche speziell für Bambus angeboten werden. Diese Investition sollten wir tätigen und nicht am falschen Ende sparen, denn an den sonst nicht besonders preiswerten Pflanzen sollten wir viele Jahre lang unserer Freude haben.

Für den Gastronomiebereich – aber auch als Terrassenpflanze daheim auf der Veranda – ist von großem Vorteil, dass die hier vorgestellten Bambusarten für Pflanzkübel nicht giftig sind. Ganz im Gegenteil. Die besten und härtesten Sorten (Fargesia-Arten und Sorten) für unseren Gebrauch sind sogar essbar, also die Sprossen. Diese Tatsache ist nicht von der Hand zu weisen, leben wir doch in einer Zeit, da die Kunden auf die verrücktesten Ideen kommen und irgendwelche Schadensansprüche geltend machen, auf die wir im Leben nicht kommen. Im Heimbereich als Terrassenpflanze ist es ebenfalls ganz nützlich, wenn Kleinkinder hier wohnen oder zu Besuch kommen. da ist es entspannter, wenn wir auf die giftigen Kübelpflanzen, wie den Oleander, verzichten.

Zur Thematik "Sichtschutz" ist anzumerken, dass der Bambus allgemein ein angenehmer, dichter, aber dennoch transparenter Sichtschutz ist. Wie eine Gardine im Wohnzimmer verhindert er den Einblick nach innen, doch von der Terrasse aus, wo die Kübelpflanze als Blickabschirmung dient, können wir nahe sitzend, von ihr aus das Umfeld in der Weite einsehen. Über diese Art, wie Sichtschutz effektiv funktioniert, habe ich auf diesen Garten-Seiten ausführlich geschrieben und ebenso über die Philosophie – nämliche dass ein ordentlicher Sichtschutz den Garten erst zu dem macht, was er ist. Der "Wortsinn Garten" bedeutet im Grunde einen abgeschotteten Bereich, ein Refugium. Und das ist es, was der Bambus als Kübelpflanze und Sichtschutz schafft – einen Raum der Stille und der Kontemplation – oder übertreibe ich?

Die empfehlenswerten Sorten

Oben habe ich bereits die Arten genannt, welche wir verwenden können. Von diesen will ich nun aber nur zwei vorstellen und genau genommen, bevorzuge ich eine Art, vor der es dann aber wieder etliche Sorten gibt. Die wichtigsten Arten sind also:

Diese beiden Arten sind sehr winterhart und sie werden im Pflanzkübel meist nicht höher, als 2 m. Das ist der Vorteil gegenüber anderen Arten (fast alle Garten-Bambusarten lassen sich auch als Kübelpflanze ziehen). Die Unterschiede zwischen Fargesia murielae und F. nitida ist aber der habitus, also die Wuchsform. Die Murielae-Formen wachsen so breit , wie hoch und mehr überhängend. Das kann gewünscht sein, doch bei Platzmangel ist es ein Manko. Die andere Form heißt zwar "Fontänenbambus", was irgendwelche Laubkaskaden suggeriert. Doch Fargesia nitida wächst aufrechter und ist überhaupt mehr der Typus von Bambsurohr und Laub, den wir uns unter einem Bambus vorstellen. Der Fargesia nitida wirkt also mehr durch sein Rohr (in den Farben schwarz-grün, schwarz, schwarz-rot oder rot) und extra durch das Laub. Fargesia murielae punktet eigentlich nur durch sein Laub, da die Halme grün und relativ dünn sind.

Fargesia murielae Flamingo

So wir die Entscheidung für den Leser sicher klar sein: Fargesia nitida ist die erste Wahl. Hinzu kommt, dass die Sorten dieser Art noch frostfester sind, als die der Murielae. Und dann gibt es noch einen weiteren Punkt in der Wertung für den Fontänenbambus. Vielleicht ist dem Leser bekannt, dass Bambus auch blühen kann. Das kommt zwar nur ganz selten vor (aller 80 bis 120 Jahre), doch wenn diese Gewächse einmal blühen, dann sterben sie anschließend an Entkräftung ab. Fargesia nitida hat seine Bambusblüte 2006 hinter sich gebracht und macht nun die nächsten hundert Jahre wohl keine Probleme mehr. Bei den anderen Arten ist das nicht garantiert. 2006 bis 2008 sind tatsächlich (weltweit?) alle Fargesia nitida Sorten nach der Blüte eingegangen. Aus dem Samen wurden von den Staudengärtnern aber wider neue Sorten gezüchtet. Die wichtigsten sind hier genannt, doch werden in den kommenden Jahren garantiert noch viele neue und hochinteressante Sorten in den verkauf kommen. Dabei sind bereit die aktuellen Varianten recht Formenreeich in Bezug auf die Rohr- und Blattfarbe und auf Wuchsform und -höhe. Die Nummerierung der Sorten "Jiuzhaigou 1 bis 8"zeigt, dass die Sortenauslese und Züchtung noch voll im Fluss ist:

  • 'Black Pearl' – 3 bis 3,5 m; dunkles Rohr mit auffälliger Bereifung der Halme
  • 'Jiuzhaigou 1' – jetzt als Sorte 'Roter Bambus' zu kaufen; 2 bis 3 m; roter Farbe jüngerer Halme, später ins Schwarze gehend
  • 'Jiuzhaigou 4' – 2,5 bis 3 m; dunkelgrüne Blätter, schwarzgrüne Halme
  • 'Jiuzhaigou 8' – langsam wachsende Sorte
  • 'Jiuzhaigou Genf' – 3,5 bis 4 m liegen; dunkel-kirschrotes Rohr
  • 'Volcano' – 2 m gelbgrüne Blätter; schwarze Halme, beachtenswert!

Standortbedingungen und Pflege der Bambus-Kübelpflanzen

Die hier angefürhrten Arten können in voller Sonne oder im Halbschatten stehen. Besser ist aber licher Halbschatten. Die Pflanzerde sollte reich an Humus sein, locker mit etwas Sand vermischt (sandig-lehmige). Ich bin sonst zwar gegen teure Spezialerden, doch in diesem Falle sollten wir uns wegend der wertvollen Rohrgräser einfach spezielle Bambuserde kaufen (geht auch online). In diese Erde werden die gekauften Setzlinge gepflanzt und zunächst ein Jahr lang nicht gedüngt. In der Anwachsphase und auch prinzipiell sollte die Erde nie völlig austrocknen. Aber auch ständig stehendes Nass, wie es durch Übertöpfe etwa in Regenperioden entsteht, ist tunlichst zu vermeiden. Man prüfe, ob eine automatische Bewässerungsanlage eine zweckmäßige Anschaffung ist. Für die jährliche Düngung, welche ebenfalls wichtig ist kaufe man sich ebenfalls wider ein Spezielprodukt. Für Bambuskulturen gibt es im handel spezielle Lanzeitdünger. Man orientieren sind an den entsprechenden Verwendungsanleitungen. In der regel werden diese Dünge aber im Frühjahr gegeben – auf keinen Fall gebe mann aber stockstoffeiche Dünger (z.B. Blumendünger) im Spätsommer oder Herbst, denn dann können die Pflanzen ihre Halme nicht ausreifen und mit der späten Düngung werden dann auch die frostfestesten Gartenpflanzen anfällig gegen Kälte.

Wichtig für alle immergrünen Kübelpflanzen ist, dass sie auch im Winter, wenn die Erde im Topf trocken ist, gegossen werden müssen. Problematisch ist es, wenn im Februar (da wird die Wintersonne wärmer) harter Frost herrscht. Dann frieren die Wurzelballen der Pflanzen total ein und verhindern die Wasseraufnahem duch die Wurzeln. Wenn dann die Bambusblätter voll in strahlender Sonne stehen, transpiriert das Laube das Wasser aus den Blättern und die Pflanzen vertrocknen. Wir halten dies meist für ein Erfrieren, doch das ist es nicht. Vorbeufend können wir die Pflanzkübel an einen schattigen Platz stellen, oder bei Starkfrost die Halme und Blätter mit Vlies gegen die Sonne schützen. Was mache wir aber , wenn der Kübel-Bambus doch einmal erfroren ist? In diesem Falle müssen wir nicht in Panik verfallen. Wir schneiden die Halme 1 cm über dem Boden ab und warten ab. In 99 von 100 Fälen werden die robusten Kübelpflanzen im Frühling wieder austreiben. Ich habe schon ganz Bambusgärten auf diese Weise neu erstehen sehen.

Bmbusa multiplex Alfons Karr

Kaufen

Ich rate zuerst immer den Kauf beim Gärtner vor Ort. Der kann die Pflanzen meist auch anliefern und gibt mitunter auch Anwachsgarantien, was bei diesen recht teuren Zierpflanzen nicht zu verachten ist. Natürlich ist auch der Kauf per Internet möglich und in der Gartenbranche nichts ungeöhnlich. Den Versand von Pflanzen gibt es in Deutschland mindestens schon seit Anfanf des 19. Jahrhunderts und so wurden besipielsweise von Desden aus, wo vor 200 Jahren wertvolle Kameliensorten gezüchtet wurden dieselben per Postkutsche auf zum Teil recht aberntuerlichen Wegen bis nach Moskau geliefert. Wenn man es damals auf alle Kundenwünsche eigegangen ist, so wir es der heutige Onlieversand von Bambus genau so oder noch besser hinbekommen.