Weidenart Kätzchen-Weide
Salix daphnoides und S. caprea liefern die großen Kätzchen

Es gibt etwa 300 Arten, Varietäten und Bastarde der Gattung Salix, die fast alle in der nördlichen gemäßigten Zone der Erde vorkommen und nur wenige Arten haben ihre Heimat in Südamerika. Für die Verwendung im Garten und im Landschaftsbau kommen 60 Arten und Sorten in Frage und im durchschnittlichen Angebot einer Baumschule sind es um die 30 Arten und Sorten. Hier sollen aber nur die wichtigsten Weidenarten und Sorten vorgestellt werden, die man üblicherweise im Garten pflanzt.

Allgemeines vorweg

Die verschiedenen Weidenarten wachsen in jedem nicht zu trockenen Boden gut, mögen aber eine sonnige Lage. Stärkerer Schatten wird von keiner Weide vertragen. Etliche Arten vertragen sehr feuchte und nassen Böden mit stehendem Wasser, was eine Besonderheit der Gehölze ist. Sie sind robust und lassen sich oft sehr leicht duch Steckhölzer vermehren. Trotzdem sollen baumartige Weiden erst verpflanzen, wenn die Triebe ordentlich ausgereift sind. Man setzt sie dann auch etwas tiefer in den Boden, als zuvor.

Verwendung

Einige Weidenarten nehmen wir zur Uferbefestigungen für Teiche oder Gräben, was für so manches Hausgrundstück relevant ist. Andere Formen werden zum Schnitt der Kätzchen gepflanzt und andere sind im freien Stand in Gärten oder Parkanlagen malerische Bäume.

Salix alba tristis

Nicht zu vergessen sind die Nutzungen von Weidenruten liefernden Bäumen für Zäune, für den Lehmbau und für die Korbflechterei, sowie für Bastelarbeiten. Für alle diese Zwecke gibt es Sorten (siehe unten), welche lange, wie auch dünne Flechtruten treiben, welche wir schneiden können. Weiden liefern im zeitigen Frühjahr wichtiges Bienenfutter und für die Gestaltung von Steingartenanlagen nutzen wir die Formen der Zwergweiden. Mit etlichen Weidenarten im Garten und auch mit etlichen Zwergformen (Salix aurita), können wir schützenswerten Insekten und Schmetterlingsarten einen Lebensraum bieten.

In den Vorgärten sind immer noch die sogenannten Harlekinweiden gepflanzt, also die kleinen etwa 1 m hohen Bäumchen mit kugelrunder Krone und den grün/weiß/roten Blättern. Im Landschaftsbau sind weitere Verwendungsmöglichkeiten der Salix üblich und zwar die Dünenbefestigung und Ödlandbegrünung. Damit sind aber auch die Verwendungsarten der Weidenarten genannt. Erinnert sei aber auch an die Heilkraft der Weiden (Rinde), welche die Substanzen Salicin, Salicortin und Tremulacin enthalten und besonders bei Rückenschmerzen und Arthrose zum Einsatz kommen. Helfen sollen Weidenrinde auch bei Kopfschmerzen und Fieber entsprechend zubereitete Drogen sollen auch Entzündungen eindämmen. Für die Heilzwecke wird die Rinde von Salix alba und Salix purpurea verwendet. Über genaue Anwendungen informiere man sich bei Ärzten oder Apothekern.

Verwendung in der Selbstversorger-Wirtschaft

Die verschieden Formen der Korbweiden sei aber noch einmal erwähnt. Früher standen sie oft in der Nähe von Bauernhöfen und lieferten dort verschiedenste Materialien für die weitgehend autark agierenden Höfe. Wie erwähnt schnitt man von ihnen Ruten für Flechtarbeiten und brauchte sie für Flechtzäune und dergleichen, doch schnitt man auch aus langtriebigen Ästen Stiele für Arbeitsgeräte, welche leicht in der Hand liegen sollten, wie zum Beispiel Heurechen. Das Holz, was keinen besonders hohen Brennwert besitzt, wurde im Sommer gern in den Küchen im Herd verbrannt, weil es in den heißen Tagen dann nicht auch noch viel Hitze im Hause erzeugte. Im Juni und Juli (auch noch später) hatte man in Notzeiten (Trockeheit) mit den jungen Trieben und Blättern auch noch Grünfutter für das Vieh.

Botanik

Die Purpur-Weide Salix purpurea ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Weiden (Salix), welche der Pflanzenfamilie der Weidengewächse (Salicaceae) angehörig ist. Weiden sind erdgeschichtlich sehr alte Pflanzen, entsprechende Fossilien kennt man bereits von den oberen Kreidezeitsedimenten. Interessant ist der Herkunft des Namens Salix, denn dieser findet sich zwar im Latein, stammt aber aus der keltischen Sprache. Sálix (Gen. sálicis) fügt sich aus dem sal = nahe und lis = Wasser zusammen. Bei den Kelten hatte die Weide gewiss auch eine tiefere kulturelle Bedeutung und steht vermutlich im Zusammenhang mit dem keltischen Gott Esus, dem Gott der Wege. In der Natur sind die Weidenarten oft Sträucher und eher niedrige und kriechende Gehölze im Gebirge und in der Tundra oder strauchartige Bäume in den Flussauen und flussnahen Landschaften.

Arten für den Garten

Hier sind nur die Arten gelistet, welche ich auf meinen Seiten näher beschrieben habe. Ich beginne mit den hohen, baumartigen Salix:

  • S. alba – Weiß- oder Baumweide; 15 bis 20 m hoch; oft wird aber nur die Sorte Salix alba 'Tristis Resistenta'  gepflanzt, welche die typische Trauerweide darstellt 
  • S. matsudana 'Tortuosa' – Korkenzieherweide, sie wird ein mächtiger Baum, doch es gibt eine schönere und kleinere Korkenzieher-Art und das ist S. erythroflexuosa (siehe unten)
  • S. viminalis – Hanf- oder Korbweide
  • weitere Korbweiden: S. purpurea
  • S. erythroflexuosa – Lockenweide
  • S. eleágnos – Rosmarinweide als mediterrane Ersatzpflanze empfohlen
  • S. purpurea 'Nana' – Kugelweide; sie ist für Hecken geeignet