Saxifraga-Posterstauden
Für kleine Stücken genügen Posterstauden.

Aus der Gestaltung von Gärten und Parkanlagen sind Bodendecker nicht mehr wegzudenken. Und selbstverständlich sollte im eigenen Ziergarten jeder Flecken nackter Erde begrünt sein. Da gibt es sicher in vielen Gärten noch Nachholbedarf, denn ganz besonders für schattige Ecken bieten sich diese Gehölze und Stauden an. Bodendecker sollten stets flächig gepflanzt werden. Viele Arten "durcheinander" zu pflanzen bietet sich dabei nicht an. Auf besonders schwierig zu begrünenden beispielsweise sehr schattigen Gartenplätzen ist es sinnvoll, zunächst unterschiedliche Pflanzen zu testen. Man merkt schnell, welcher Bodendecker sich gut ausbreitet und welcher nicht. Die Robusteren Arten werden nachgepflanzt. Den Rest wird die Natur dann von ganz allein regulieren.

Testpflanzung machen!

Tiarella cordifolia, Schaumblüte im MaiSo kannst du in Bereichen, welche im Halbschatten bzw. im Schatten liegen, beispielsweise zunächst Bodendecker-Geranien, Ysander, Waldsteinia und Efeu in Konkurrenz pflanzen und schaust, was sich in der kommenden Vegetationsperiode besonders gut ausbreitet. Eine andere Testpflanzung mit etwas wenig stark wuchernden Stauden (Halbschatten) wären Frühlings-Gedenkemein (Omphalodes verna), Herzblärrige Schaumblüte (Tiarella cordifolia), Kleines Immergrün (Vinca minor) und Waldmeister.

Diese Probepflanzungen wären mein erster Tipp, denn sie sparen am Ende eine Menge Geld. Gerade die Bodendeckerpflanzungen sollten als ein langfristiges Projekt gesehen werden. Sind sie richtig ausgeführt, dann ist dieser Gartenbereich wirklich pflegeleicht eingerichtet. Funktioniert die Bepflanzung aber nicht, dann hast du nur Ärger. Denn wenn der Bodendecker nicht richtig wächst, siedeln sich ganz schnell Unkräuter an, die er ja eigentlich verdrängen soll. So ist folgender Tipp noch vor der Pflanzung von besonderer Wichtigkeit:

Pflanzfläche muss 100 % unkrautfrei sein - Wichtige Pflegehinweise

Waldsteinia geoides, die Goldjohannisbeere als Bodendecker auf einem Waldfreidhof.bBevor du an die Bepflanzung einer Fläche gehst, solltest du darauf achten, dass der vorbereitete Boden absolut unkraufrei ist. Ganz besonders Wurzelunkräuter können sich schon durch wenige Wurzelreste im Boden wieder ausbreiten. Nur 100 % befreite Flächen können bepflanzt werden, weil die Anlage sonst sofort wieder mit Quecke, Giersch und anderen, sich durch Wurzelausläufer verbreitende Unkräuter durchsetzt werden.

Im Landschaftsbau habe ich es deshalb so gemacht: Die gut vorbereitete Pflanzfläche wurde eine halbe Vegetationszeit unbepflanzt gelassen, um sicher zu gehen, dass auch wirklich keine vergessenen Wurzelreste von neuem Fuß fassen und sich wieder ausbreiten. Ansonsten muss man eben noch einmal tiefgründig durcharbeiten.

Dann habe ich die Bodendecker recht dicht gepflanzt, damit die Fläche schnell geschlossen wird. Die ideale, bodendeckende Bepflanzung verdrängt dann von allein das Unkraut. Aber nur solches, das sich durch Samen verbreitet. Werden die Flächen in der Folge regelmäßig gedüngt und bei Trockenheit gut gegossen, dann sind diese bald auch sehr pflegeleicht.

Geeignete Bodendecker für die Gartengestaltung

Hier findest du weitere Informationen und weiterführende Links zur Thematik.

Polsterstauden: Wer sich eingehender mit ihnen befasst, wird feststellen, dass sie für sich schon ein interessantes Thema bieten. Polsterstauden sind im Prinzip moosartige Bodendecker und aus Steingärten und Grabbepflanzungen nicht mehr wegzudenken.

Bodendecker als Grabbepflanzung: Unklug, wer es nicht tut, sind sie doch die beste und am wenigsten pflegeaufwendige Art der Grabgestaltung. Auch Grabhügel können so wunderbar eingesponnen werden. Und es muss nicht immer nur Efeu sein. Mehr zum Thema

Bodenbefestigende Bepflanzungen an Hängen und Böschungen.

Kriechspindel, Efeu und Sedum: Die sogenannte Kriechspindel, Euonymus fortunei ist ein immergrünes, pflegeleichtes Kriechgehölz, welches noch robuster und pflegeleicher als Efeu ist. Efeu und Sedum hingegen sind wieder modern und wichtige Basispflanzen der heutigen Gartengestaltung. Vor allem für pflegeleichte, größere Flächen und um eine Flächenwirkung zu erzielen, ist Efeu ideal. Aber er begrünt nicht nur den Boden, sondern auch Mauern, Wände und Maschendraht. Ist das immergrüne Gewächs erst einmal gut angewachsen, dann versorgen tiefgehende Wurzeln die Pflanze optimal mit Wasser. Zusätzliches Gießen ist nur selten nötig. Im Vergleich zu Rasen ist eine Efeufläche sehr pflegeleicht. Sedum - besonders die flachen Formen sind von den begrünten Dächern nicht mehr wegzudenken. Auch in den ökologisch wertvollen und bei Insekten sehr beliebten Schottergärten (Präriegärten) sind Sedumarten gute Bodendecker. Sedum telephium, die Fetthenne ist eine höher wachsende Sedumart. In voller Sonne lassen sich damit Flächen bepflanzen.

Gräser: Zur Gruppe der Bodendecker gehören natürlich auch die Gräser, die leider noch viel zu selten Verwendung finden, vor allem in schattigen Gartenecken. Luzula sylvatica, die Waldhainsimse oder Carex morrowii 'Variegata', die gelb-grüne Japansegge will ich als Beispiele hier nennen.

Bodendecker EfeuNoch viel zu wenig bekannt ist die "Symbiose" einiger Bodendecker mit zeitig blühenden Zwiebelpflanzen (z.B. Schneeglöckchen, Krokus, Schneestolz, Szilla). Man kann sie in Efeu pflanzen, ins Immergrün, zu Frühlings-Nabelnüsschen (Omphalodes verna, auch Gedenkemein) oder zwischen Maiglöckchen... auch hier wirkt sich eine regelmäßige Düngung – besonders im Frühjahr – positiv sowohl auf Zwiebelgewächse als auch auf Bodendecker aus.

Überhaupt sind die meisten Schatten-Bodendecker regelrechte Stickstoff-Fresser, weil sie sich ja in der Natur vom Humus der zerfallenen Laubblätter ernähren. Viele dieser so bepflanzten Flächen sind in der Lage, Herbstlaub aufzunehmen. Es sollte also ruhig ein Teil der herabgefallenen Blätter im Herbst in den Flächen verbleiben. Dafür besonders gut geeignet sind Pflanzungen mit Efeu, Dickmännchen (Pachysandra), Großblättrigem Immergrün (Vinca major) oder Farnen.