Staudensonnenblumen Helianthus Lemon Queen
Staudensonnenblumen: Hybride ‘Lemon Queen’

Die hier vorgestellten Staudensonnenblumen sind alle winterhart und am Ende der Seite wird auch noch einmal in aller Kürze auf die einjährige Form eingegangen. Es sind alles recht imposante Gartenblumen, deren Heimat Nordamerika ist. Etliche der Zierpflanzen sind nebenher auch noch als Schnittblume zu gebrauchen, was uns die Möglichkeit verschafft schönes auch nützlich zu gestalten. Überhaupt sollten wir bei der Gestaltung unserer Gärten wieder mehr auf Nutzwirkungen und Zweckmäßigkeiten setzen, wobei natürlich auch die Schönheit selber ein Hauptzweck sein kann. Sonnenblumen haben dabei einen wichtigen Platz in solch einem Konzept, denn sie wirken alle heiter auf unser Gemüt. Sie bringen Sonne ins Herz und als Sommerblumenstrauß hellen sie auch das düsterste Zimmer auf.

Kaufen oder selber Vermehren

Staudensonnenblumen lassen sich sehr leicht selber vermehren. Das ist wohl auch der Grund, warum sie früher in den Haus- und Bauerngärten viel mehr verbreitet waren, als heute. Wenn wir im Gartenmarkt Staudensonnenblumen kaufen, bzw. wenn sie dort in Töpfen ausgestellt sind, sieht diese Verkaufsware nie so schön aus, wie wir uns die Ziergewächse vorstellen. Weil diese Prachtstauden beim Gärtner also nie besonders schön aussehen, werden sie auch seltener gekauft und man sieht sie in den Gärten und besonders in den Vorgärten eher wenig.

helianthus decapetalus capenoch star stauden sonnenblume

Früher, als noch viel an Pflanzenmaterial getauscht wurde, war es genau anders herum. Weil sich die Staudensonnenblumen durch Teilung der Wurzelballen leicht vermehren ließen (und heute noch lassen), wurden sie gern von Nachbar zu Nachbar weiter gegeben. Das wiederum bedingte, dass in den Vorgärten einer Dorfstraße oder Siedleranlagen in vielen der Gärten oft auch gleiche Blütenstauden zur gleiche Zeit zu bewundern waren. In der Gesamtoptik einer Dorfansicht ist dies auf keinen Fall abträglich, wenn das gleiche Motiv hier und da in abgewandelter Form immer wieder auftaucht. Doch nun soll die Teilung und Vermehrung der Pflanzen noch kurz beschrieben werden.

Im Frühling, wenn die Pflanzen zu treiben beginnen – meist ist das Anfang April – graben wir den ganzen (oder ein Teilstück) des Wurzelstockes der Blumen aus. Da die Stauden keine tiefen Wurzeln ausbilden, sondern mehr seitliche Wurzelausläufer, ist dieses mit einem Spaten leicht zu bewerkstelligen. Der Spaten, mit dem wir arbeiten sollte aber kein stumpfes Blatt haben. Notfalls schleifen wir es vorher an – natürlich auch nicht wieder Messerscharf, damit wir uns nicht verletzen. Das Tragen fester, geschlossener Schuhe sollte bei Arbeiten mit diesem Gerät selbstverständlich sein. Der Wurzelballen (40 x 40 cm breit) ist schnell ausgestochen und ausgehoben. Haben wir nun solch ein Stück mit den genannten Maßen, stechen wir senkrecht von oben mit dem scharfen Blatt des Spatens mit kreuzförmigen Stich vier Stücken aus dem einen. Das ist schon alles. Die einzelnen Teile setzen wir wieder in den Boden ein, der zuvor gut gelockert wurde. Man pflanzt etwa 2 bis 3 cm tiefer, als die Wurzelstöcke vorher im Boden gestanden haben. Dann wird noch die Erde der Pflanzstelle gut abgedrückt und angegossen, damit sich der Boden um die Wurzeln gut schließt. Zu beachten ist, dass nach solch einer Neupflanzung die Stauden nicht gedüngt werden sollen. Sie sollen sich am Platz erst einen Sommer lang einleben und an die Natur anpassen, bevor sie mit Pflanzennährstoffen überschüttet werden.

Pflanzen und Pflegen

Die Pflanzung der Staudensonnenblumen ist im vorangegangenen Textabschnitt bereits hinlänglich beschrieben. Daneben müssen wir müssen nur noch beachten, dass der Boden des Standortes keine staudende Nässe aufweist, anderenfalls müssten wir im Grunde des Pflanzloches ein Kiesbett (20 cm grobe Kiesschicht oder Steinschotter) anlegen. Was den Nährstoffgehalt des Bodens betrifft, so haben die verschiedenen Arten nicht die gleichen Ansprüche, was wir beachten müssen. Helianthus salicifolius möchte beispielsweise einen mageren Grund und Helianthus atrorubens nährstoffreichen Boden.

Eine Sonderbehandlung bei Pflanzung und Pflege bekommt die Art und Sorte H. atrorubens 'Monarch' (Wald-Sonnenblume)', welche auf der entsprechenden Seite speziell beschrieben ist. Die Nutzstaude H. tuberosus (Topinambur) vermehren wir mit den bekannten Ausläuferknollen.

Die verschiedenen staudenförmigen Arten und Sorten

Die Arten folgen nun in kurzer Beschreibung und sind mit ihren Sorten auf separaten Infoseiten ausführlicher beschrieben. Die Auswahl für unseren Garten sollte vor allem dem Zweck entsprechen, welchen die geplante Staudenpflanzung erfüllen soll. Der Grund für die sorgfältige Sortenwahl ist der, dass die verschiedenen Arten doch recht verschiedene Eigenschaften aufweisen. Finden wir unter den Staudensonnenblumen keine geeignete Form, welche unseren Vorstellungen entsprechen, können wir uns noch bei der sehr weit gefächerten Gruppe der Sonnenhut-Stauden umschauen. Dort gibt es auch Gartenblumen, die mit relativ viel Schatten auskommen, welcher den Sonnenblumen weniger behagt.

Helianthus atrorubens 'Monarch' – die Wald-Stauden-Sonnenblume. Für nährstoffreichen, trockenen, sonnigen Standort. Die Pflanzen werden gut 1,5 m hoch. Blütezeit von August bis Anfang Oktober. Verwendung als Schnittblume.

Helianthus rigidus die Armblütige Sonnenblume

Helianthus decapetalus – die Stauden-Sonnenblume. Von ihr nimmt man altbekannte Sorten, wie 'Capenock Star' oder 'Soleil d Or'. Für normale Gartenplätze in der Sonne. Etwas Halbschatten wird vertragen. Die Sorten haben sehr unterschiedliche Höhen von 1,2 bis 1,7 m. Blütezeit von August bis September. Verwendung in ländlich geprägten Gärten. Sie eignet sich für Rabatten mit Wildstaudencharakter ebenso, wie für bunte Blumenbeete.

Helianthus microcephalus 'Lemon Queen' – Zitronen-Stauden-Sonnenblume. Normaler Gartenboden genügt. Die einzige Sonnenblume, die Halbschatten toleriert. Die schöne Gartenstaude, die etwa 2 m hoch wird und trotzdem recht grazil wirkt, sieht man nicht zu oft in unseren Gärten. Sie sollte wirklich öfter gepflanzt werden, besonders in Bauerngärten und ländlichen Gärten. Blütezeit von September bis Oktober – also ein Spätblüher.

Helianthus rigidus – die Armblütige Sonnenblume. Man verwendet die Sorte 'Miss Melish'. Ein sonniger und trockener Standort ist gewünscht. Die Art wird 1,8 m hoch und hat hellgelbe große Blüten mit schöner rotbrauner Mitte. Die Pflanzen besitzen Wildstaudencharakter. Der Flor erscheint im August und September.

Helianthus salicifolius – das ist die Weidenblättrige Sonnenblume, eine imposante Großstaude, die weniger durch ihre Blüten wirkt, als durch ihren Habitus. Bis zu 2,5 m wird diese Staude hoch. Sie wünscht trockenen, nährstoffarmen Boden. Kalkböden sind ideal. Blüten erscheinen vom September an und bleiben oft bis zum ersten Nachtfrost.

helianthus salicifolius var orgyalis

Helianthus tuberosus – Topinambur. Diese Art wird wegen der essbaren Knollen angebaut, doch auch aus jungen Blatttrieben kann ein köstlicher Salat bereitet werden. Topinambur wuchert sehr stark, doch da können wir aus der Not eine Tugend machen und pflanzen ihn auf den Komposthaufen. Die Gartenabfälle können ruhig in dieses Staudenbeet geworfen werden – die Abfälle verrotten hier und Unkräuter haben keine Chance hochzukommen. Die Nutzpflanze wird über 2 m hoch und blüht von September bis Oktober.

Topinambur

Einjährige

Helianthus annuus – die Sonnenblume ist die Art, welche sicher die bekannteste ist. Es ist die Art und viele ihrer Sorten, welche die beliebten breiten Blütenscheiben ausbildet. Die Urform der Sonnenblume ist 1,5 m hoch und blüht gelb. Die gezüchteten Sorten reichen von 80 cm bis über 2 m Höhe und besitzen sehr unterschiedliche Blütenformen und -farben. Einige Formen wachsen buschig, andere bilden große Einzelblüten aus. Man nimmt die Blumen in Rabatten und setzt sie dort in kleinen Gruppen. Die Pflanzen benötigen sehr nährstoffreiche Böden, aber nicht besonders viel Wasser. Blütezeit von Juni bis Oktober. Aussaat Ende April bis Mitte Mai.

sonnenblumen rabatte

Helianthus argophyllus die – Silberblatt-Sonnenblume ist ähnlich der H. annuus, doch viel zierlicher als diese. Das Laub dieser einjährigen Sommerblume ist mit einem silbrig glänzenden Filz überzogen. Diese Art steht H. annuus so nahe, dass sie sich untereinander kreuzen.

Ähnliche Arten

Die Staudensonnenblumen sind leicht mit den Garten-Sonnenaugen (Heliopsis helianthoides) zu verwechseln. Diese sind wirklich in Blatt und Blüte sehr ähnlich, nur die Blütenknöpfe werden nicht so dunklen, wie bei Helianthus. Meist wachsen sie niedriger, doch in der Verwendung als Schnittblume sind sie den Sonnenblumen gleich, wenn nicht sogar an Haltbarkeit überlegen.