Japanischer MoosgartenNur ganz wenige Pflanzenarten schaffen diese ruhige und malerische Bildwirkung.
Nur ganz wenige Pflanzenarten schaffen diese ruhige und malerische Bildwirkung.

Moosgärten romantischster Art kennt man aus Japan wo sie meist von Zen-Mönchen angelegt sind und meditativen Charakter besitzen. Diese japanischen Moosgärten zeichnen sich durch extremste Einfachheit aus und wirken fast ausschließlich durch die Schönheit der gleichmäßigen, grünen Bodendecke. Diese Anlagen haben auch viele hiesige Gartenbesitzer inspiriert solche naturromantischen Szenen für heimischen Hausgarten zu kopieren.

Die Idee mit ähnlichen Gestaltungsmotiv den eigenen Garten zu gestalten ist möglich, doch muss zuvor klar gesagt werden, dass die japanischen Varianten nicht 1:1 kopiert werden können, denn diese Anlagen stammen aus Regionen, wo ein feuchtes See-Klima vorherrschend ist und entsprechende Bedingungen für Gewächse herrschen, welche eine hohe Luftfeuchtigkeit lieben. Zudem werden diese sehr speziellen Gärten mit hohem Personalaufwand gepflegt und unterhalten, was nicht selten außer Acht gelassen wird.

DeltaWorks Kyoto Moosgarten

Moose und Flechten wachsen in der Natur besonders in geschützten und feuchten Tälern, wo im Winter die Temperaturen etwas milder sind, als in ungeschützten Lagen. Im eigenen Grundstück wird man solche Bedingungen allerdings kaum vorfinden. Ersatzpflanzen für Moos sind eine Alternative, diese werden unten vorgestellt. Letztlich ist es aber so, dass von dieser Auswahl möglichst nur eine einzige Pflanzenart zur Verwendung in Frage kommen sollte. Für diese Zwecke macht es sich jedoch notwendig, zunächst verschiedene der Moosersatzpflanzen an den verschiedenen Standorten zu testen (sonnig/halbschattig/schattig) und ein Jahr später dann die schönsten und robustesten Gewächse für Komplettbepflanzung bestimmen.

Hanggarten natürliches MoosBesonders schattige Hanggärten eignen sich. Dieser ist mit alten Rhododendren baumartig überwachsen. Den Boden bedeckt natürliches Moos.

Ein Moosgarten bekommt erst dann Wirkung, wenn möglichst nur eine Pflanzenart oder -sorte zum Einsatz kommt. Doch das betrifft nicht nur die Bodenbedeckung. Da diese Anlagen ihrer Eigenart entsprechend eher schattige Gärten sind, so bedürfen sie einer hainartigen Überpflanzung mit hochstämmigen Bäumen. Es versteht sich, dass es in kleinen Gärten kleine Bäume zu verwenden sind, beziehungsweise von unten her aufgelichtete strauchartige Gehölze (z.B. Rhododendren). Auch bei diesen Bäumen ist darauf zu achten, dass hier kein Sortenmix der Formen Anwendung finden darf. Anderenfalls wird dein Moosgartenprojekt nie diese optische Ruhe ausstrahlen, wie diejenigen im Original.
Zur Anlage ist noch zu erwähnen, dass jeder Gartenbereich auch einen Zweck erfüllen sollte. In unserem Falle liegt die Nutzung als Meditationsgarten klar auf der Hand und es ist von vornherein daran zu denken, dass dafür das Projekt auch nutzbar ist. Du solltest also nicht nur auf eine gewisse optische Abgeschiedenheit achten, sondern vielleicht auch auf die nötige akustische Abschirmung.

Moosgarten Hier wurde als Moosbepflanzung das Bubiköpfchen (Soleirolia soleirolii) gewählt. Die Pflanzen sind aber nicht winterhart und müssen jährlich neu gesetzt werden.

Moosartige Polsterstauden, Moosersatzpflanzen

Ich habe die geeignetsten Arten vorangestellt.

Sternmoos (Sagina subulata)

Die Staude ist auch unter dem Namen Mastkraut oder Pfriemen-Mastkraut im Handel.

Sagina subulata SternmoosSagina subulata

Das Sternmoos, ein Nelkengewächs, steht im Aussehen den Moosen wohl am nächsten, obwohl es keines ist. Sagina subulata wächst in Sonne und Halbschatten. In trockenen Lagen sollte das Sternmoos aber nur halbschattig stehen. Die weißen Sternenblüten erscheinen Mai, Juni und Juli. Die Flächen der Polster müssen nicht immer 100% eben sein - kleine Unebenheiten sind erwünscht. Das Sternenmoos verdrängt Unkräuter nicht und so kann die Pflege der Moospolster recht arbeitsaufwendig werden.

Moossteinbrech (Saxifraga)

Diese Polsterpflanze ist an zusagenden Standorten im Garten ein guter Ersatz für Moose.

SaxifragaSaxifraga-Polster vor aufbrechen der Blütchen.

Im Frühjahr entstehen schöne Blütenpolster, welche nach dem verblühen die Pflanzen etwas strubbelig aussehen lassen. Saxifraga-Arendsii-Hybriden , mit zahlreichen Sorten der echte Moossteinbrech: Saxifraga hypnoides var. spathulata Saxifraga hypnoides - meidet Kalk, auch für tiefen Schatten! Saxifraga muscoides Beste Sorte 'Findling'. Rasensteinbrech (Saxifraga rosacea) ist ebenfalls eine geeignete Art.

Andenpolster (Azorella trifurcata)

für Halbschatten und Sonne, wie es sich im Schatten bewährt, ist mir nicht bekannt. Bildet schöne moosartige Polster. Blüht im Juni mit unauffällig gelben Blüten; robuster Flächendecker für Sonne und lichten Schatten. Es gibt auch eine Zwergsorte, die ebenfalls in Betracht gezogen werden sollte.

Bruchkraut (Herniaria glabra)

Wintergrüner, sich an den Boden schmiegender heimischer Bodendecker, sehr wuchsfreudig, sonnig bis halbschattig. Überwächst auch Steinpartien.

Wollthymian (Thymus praecox pseudolanguinosus)

Für sonnige und halbschattige Plätze eignet sich besonders gut der Wollthymian, der meist auch nicht so üppig blüht.

WollthymianThymus praecox pseudolanguinosus

Dieser Thymian bildet als begehbarer Bodendecker ganz flache Polster, auch auf trockenen Plätzen.Thymus praecox pseudolanguinosus ist neben Thymus villosus einer der wenigen flachen Polster-Thymiane, die Halbschatten gut vertragen. Auch hier sind die Pflanzenteppichte am wirkungsvollsten, wenn sie mit den Schwingungen der unregelmäßigen Bodenfläche mitgehen.

Blaugrüner Portugal-Thymian (Thymus villosus)

wächst ähnlich, wie die zuletzt beschriebene Form. Karl Foerster schätzte diese Art besonders für halbschattige Polster-Pflanzungen: "auch im lichten Halbschatten ist dieser Thymian noch immergrün [...] vor schweren Frösten nur im Anfangsjahr etwas schützen und etwas Geduld aufbringen, bis er sich flächig ausbreitet". Die Blüten sind spärlich - lilarosa.

Aubrieta deltoidea Blaukissen

Bekannter sind die Aubrieta-Hybriden, welche schöne regelmäßige Polster bilden. Eine Urform dieser Hybriden (auch Aubrieta culorum) ist: Aubrieta deltoidea. Dieses Blaukissen wächst etwas ruppig, aber doch rasenartig. 

Polsterknöterich (Muehlenbeckia  axillaris)

Die Pflanze hat viele Namen: Mühlenbeckia, Scheinknöterich, Kriechender Draht, Neuseeländischer Efeu, Matratzenwein, Muehlenbeckie, Maidenhair Vine, Mattress Vine.

MuehlenbeckiaMuehlenbeckia axillaris

So viele Namen und doch so wenig bekannt. Der aus Australien stammende Polsterknöterich ist ein schöner flacher Bodendecker für sonnige Lagen. Das staudenartige Gehölz mit den winzigen Blättchen wächst auf allen Böden und auch gut auf Sandboden. Im Winter verliert der Polsterknöterich die Blätter und treibt dann im Frühjahr wieder voll durch. In ungünstigen Lagen können Frostschäden auftreten.

Igelpolster (Acantholimon ulicinum albanicum)

Eine interessante Polsterstaude, die im Alter besonders schön wird, aber eine sehr stachelige Angelegenheit ist. Bekannter und sicherer in der Kultur ist die Art: Acantholimon glumaceum (Stechnelke). Die Pflanzen benötigen volle Sonne und eine gute Drainage.

IgelpolsterAcantholimon ulicinum albanicum

Bährenfellschwingel (Festuca gautieri, Festuca scoparia)

Der Bärenfellschwingel ist zwar keine Staude, sondern ein Gras. Festuca gautieri wächst in Sonne und Halbschatten. Verwendet werden meist Sorten, wie 'Col de Buchara' oder 'Pic Carlit'. Beide sind schwachwüchsig, haben aber sehr stachlige Blätter. Als moosgrüner Bodenbegrüner bilden sie harmonische Flächen.

Festuca gautieriFestuca gautieri

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