Wohngarten mit Trennmauer
Terrassengarten und Ziergarten mit Trennmauer.

Es gibt zwei – genau genommen drei – konträre Vorstellungen unter den Gartengestaltern, die in den letzten 200 Jahren mehr oder weniger ihr Gartenmodell profilieren wollten: Da hat man die alte Vorstellung vom 1.) Garten als erweitertem Wohnzimmer, 2.) vom Naturgarten und 3.) vom Architekturgarten. Prinzipiell ist immer akzeptiert worden, dass nahe am Haus der Wohngarten als erweiterte grüne Wohnung seine Berechtigung hat. Diesem kleinen Hausgärtchen schließt sich dann ein mehr natürlich oder ein mehr architektonisch gestalteter Garten an.

Wenn du ein Freund des Naturgartens bist oder andererseits klare, moderne Formen in der Gartengestaltung umgesetzt sehen möchtest, so ist doch der Wohngartenbereich eine ganz eigene Sache und unabhängig vom restlichen Garten zu sehen. Etwas übertrieben ausgedrückt heißt das: Es kann durchaus der Wohnterrassengarten des Spießers genauso aussehen wie der Wohngarten des "Natur- und Müsli-Fanatikers". Hier werden keine Weltaunschauungen proklamiert sondern die Nützlichkeit bestimmt, was wie auszusehen hat.

Klare Trennung von Wohn-, Zier- und Nutzgarten

Gartenbar und SchwimmteichDer Garten sollte ganz klar in Zweck-Bereiche gegliedert werden: a) der Wohngarten und b) der Ziergarten. Bereich c) der Nutzgarten darf nicht unerwähnt bleiben. Wir neigen oft dazu, diese Bereiche und die verschiedenen Nutzungen zu vermengen. Davon rate ich ab. Selbst der Nutzgarten sollte in sich wieder klar in Obstbaum-, Beerenobst- und Gemüsegarten aufgeteilt sein, anderenfalls wird man ärgerliche Einschränkungen hinnehmen müssen. Unter Bäumen wächst das Gemüse nie richtig und wird krank, oder die Johannisbeeren bleiben im Schatten des Kirschbaumes sauer.

Ebenso verhält es sich mit dem Wohnteil. Ärgerlich ist es, wenn man etwa ständig auf die Kinder der eingeladenen Freunde aufpassen muss, damit sie nicht in den Schwimmteich fallen oder die Blumenrabatten zertreten.

Was Kinder wirklich wollen

Sandkasten mit SpielterrasseDas letzte Beispiel zeigt, dass es durchaus sinnvoll ist, auch den Wohngarten in Teilbereiche aufzuteilen: Platz für Tische und Stühle, für Grillecke und vor allem für die Spielecke der Kinder, die von dem Grillplatz zwar etwas entfernt, aber dennoch nahe an der Terrasse liegen sollte. Kleinkinder spielen nicht gern hinten im Garten, und auch das modernste Planschbecken mit Filteranlage bleibt verwaist, wenn es, von der Terrasse zu weit entfernt, irgendwo an der Grundstücksgrenze steht; Kleinkinder halten sich immer nahe bei den Eltern auf; Nur für kurze Zeit gehen sie hin und wieder auf "Entdeckungsreise".

Vorteil der strikt getrennten Gartenbereiche: Du verzettelst dich nicht!

TerrassenbauIch habe schon an anderen Stellen viel darüber geschrieben, dass wir uns beim Anlegen oder bei der Umgestaltung des Gartens eigentlich gar nicht so sehr auf die Gestaltung fixieren müssen, wenn wir nur das Zweckmäßige schön zu gestalten brauchen. Durch die getrennten Gartenbereiche hast du extra noch die Möglichkeit, dich bei der Anlage immer nur auf einen Teilbereich konzentrieren zu müssen. Den Garten in einem Stück anzulegen, überfordert uns oft. Selbst, wer sein Gelände durch eine Landschaftsbaufirma gestalten lassen möchte, der mache dies besser schrittweise, denn die besten Gestaltungsideen kommen gewöhnlich dann, wenn im Garten gebaut und umgestaltet wird.