Zuckermais
Zuckermais eignet sich am besten zum Verzehr

Was ist der beste Speisemais? Welchen Mais sollte ich im Garten anbauen und wieviel? Ich möchte versuchen, all diese Frage kurz zu beantworten, doch vorweg ist Folgendes zu sagen: Der Maisanbau im Garten kann nur in geringem Umfang erfolgen, da man keine Massenerträge wie auf einem Acker erzielen kann. Aber als frisch geerntet Frucht für den Grillabend eignen sich die Kolben hervorragend. Auch Kleintierhalter haben mit dem Mais eine zusätzliche Futterquelle.

Der Mais (bot. Zea mays) zählt zu den Getreiden und ist eine uralte Kulturpflanze der Indianer. Er war ihr wichtigstes Nahrungsmittel überhaupt, weil er einfach angebaut und die Maiskolben ohne Verlust gelagert werden konnten. Nach Europa kam er um 1520. Heute ist er vor allem eine Futterpflanze, die als Feldfrucht angebaut wird. Doch auch im Kleingarten ist der Maisanbau möglich.

Folgende Nutzformen werden unterschieden

Zahlreiche Sorten werden heutzutage für unterschiedliche Zwecke kultiviert:

Körnermais

  • Hart-, Steinmais Sorte: Die Kerne haben eine harte, glänzende Außenschicht; innen sind sie mehlig. Dieser wird zu Mehl, Grieß oder Puder vermahlen (glutenfreie Ernährung, Zöliaki-Ernährung ). Eine Sonderform ist der Popkornmais (Puff-, Perl-), eine Sorte mit relativ kleinen Körnern (durch und durch hart). Der Ziermais mit seinen bunten Körnern gehört ebenfalls in die Hartmais-Gruppe, die besonders für kühleres Klima geeignet ist.
  • Speisemais: Was landläufig unter dieser Bezeichnung verkauft wird, ist Hartmais.
  • Zahn-, Pferdezahn-Mais: Zahnartig; die Körner sind außen hart, aber die Oberseite ist weich und etwas runzelig; Wärme liebend.
  • Weich-, Stärkemais: Weiche, matte Körner; man nimmt sie für Mehl und Stärkemehl (Maisstärke), sowie zum Whiskybrennen.

Zuckermais

Unser üblicher Gemüsemais. Von diesen sehr zuckerhaltigen Sorten (Saccharata-Gruppe) werden die noch nicht völlig ausgereiften Kolben (Körner) gegessen. Diese Maisform wird gärtnerisch angebaut und ist keine klassische Feldkultur. Unbedingt zu erwähnen ist hier die alte freie Sorte ’Golden Bantam’. Die Besonderheit des Bantam ist der Wuchs von Nebentrieben, die zum Teil Kolben tragen können. In feuchten Jahren können sich am Wurzelhals Seitentriebe bilden, die ausgebrochen als Futter Verwendung finden.

Grünmais

(Saat-), Futtermais; Er wird frisch als Grünfutter an Großtiere oder im Kleingarten an Kaninchen usw. verfüttert. Oft eine Hartmais-Form mit wüchsiger Blattmasse, die bis zur Milchreife der Kolben gefüttert werden kann. Wer ihn im Garten anbaut, der kann die Kolben auch ausreifen lassen und für den Winter trockenen.

Silomais

Diese speziellen Grünmais-Sorten werden dem Gärfutter beigemischt (oft eine Hartmais-Form). Auch wird diese Sorte als Energiespender für Bio-Gasanlagen angebaut.

Unterschied zwischen Futter- und Speisemais

Mais im GartenDer beste Mais für Speisezwecke ist natürlich der Zuckermais, nicht nur, weil er viel Zucker enthält, sondern neben Stärke und Eiweiß auch Fette, die den Geschmack verstärken. Die Kolben können roh, gekocht oder gegrillt gegessen werden. Allerdings müssen die Kolben im Spätsommer geerntet werden, wenn die Körner sogenannt "milchreif", also saftig sind. Später knittern die Körner zusammen, werden hart und für den Menschen ungenießbar.

Natürlich kann man auch den Hart- und Zahnmais grillen oder dünsten, nur ist der Geschmack etwas derber. Auch ist das Zeitfenster für die Ernte kurz (Juli), kurz bevor die Körner hart werden. Eine gewisse Zwischenstufe zwischen Hart- und Zuckermais ist der Pferdezahn-Mais, der aber bei uns kaum als Saatgut zu bekommen ist. Eine gewisse Zwischensorte ist auch der vorhin erwähnte Bantam-Mais (eine Sorte aus dem Jahre 1902).

Der Anbau im Garten

Der Anbau auf einem Gemüsebeeten mit den anderen Gemüsekulturen ist nicht geeignet. Günstiger ist es, die über mannshoch werdenden Pflanzen nordwestlich der Gemüsebeete zu platzieren, wo sie auch als Windschutz gute Dienste leisten. Für denjenigen, der diese interessante, uralte Kulturpflanze intensiver im Kleingarten anbauen möchte, ist die sogenannte Milpa-Kultur eine sehr effektive Methode. Die komplette Anbauanleitung findest du hier.

Die frischeste und gesündeste Verwertung der Kolben ist sicher die, wenn sie unmittelbar nach der Ernte (August/September) mit etwas Öl und Salz auf den Grill kommen. Dafür braucht es den Zuckermais oder, wer es mag, den Weichmais. Im Schnitt rechnet man mit einem Kolben pro Pflanze und so kannst du dir gut ausrechnen, wie hoch dein Bedarf ist. Da genügt oft schon ein kleiner Acker von 2 x 2 m.

Effektiver finde ich den Anbau des Getreides als Futterpflanze für Hühner, Kaninchen und Schafe. Die Körner sind in der Winterzeit eine wertvolle Ergänzung der Futtervorräte.

Ein wichtiges Kriterium, welchen Mais man kaufen sollte, ist die Möglichkeit, eigenes Saatgut gewinnen zu können. Versorge dir freie Sorten, alte Sorten oder einfache Sorten (keine F1-Hybriden), welche dir wieder vitales Saatgut bringen. Mais ist ein uraltes Nahrungsmittel der Menschheit, und du kannst dazu beitragen, dass es dieses bleibt und nicht Objekt von Gier, Profit, genetischen Experimenten und Dummheit wird.

Literatur & Quellen:

  • Dr. Manfred Ernst - Gemüsebau im Garten, Berlin 1981
  • eigene Anbauerfahrungen