Rettich anbauen: Besonderheiten der Kultur

Schnellwachsende Mairettiche

Man nimmt für die entsprechende Jahreszeit Frühjahrs-, Sommer- oder Winterrettich, also spezielle Sorten, da sonst nur allzuoft holzige oder pelzige Rettiche geerntet werden. Es kommt beim Rettichanbau also sehr auf die Wahl der richtigen Sorte an. Sonst benötigt die Kultur wenige Pflege und mann kann man sich im Prinzip vom Frühjahr bis zum Herbst mit diesem pikanten Gemüse selbstversorgen und selbst über die Wintermonate Winterrettich einlagern.

Allgemeine Kulturanleitung

Düngung: Keine frische Düngung mit Stallmist! Es muss ausreichend Kali vorhanden sein. Stickstoff zwar auch, aber keinesfalls ist mit Stickstoff zu überdüngen, was mit frischem Stallmist leicht geschehen kann.

Boden und Lage: Altbebauter, lockerer, durchdüngter Boden, offene sonnige Lage.

Aussaat: Frührettich kann im kalten Gewächshaus schon ab Februar gesät werden und im Freiland ab März. Vom Sommerrettich werden ab Ende April zwei Aussaaten mit 14 Tagen Zwischenraum gemacht. Winterrettich wird von Juli bis August gesät, empfohlen wird vor allem die dritte Juliwoche (ideal als Nachkultur, nach den Frühkartoffeln).

Rettiche sät man in Reihe etwa aller 4 – 5 cm 1 Korn, etwa 2 cm tief. Oder man macht mit dem Pflanzholz einzelne Löcher (2 – 3 cm tief) und legt drei Samenkörner da hinein. Sind die Pflanzen aufgegangen, lässt man von den dreien die stärkste stehen. Die herausgezogenen Pflünzchen kann man auch woanders einsetzten! Die Reihenabstände sollten etwa 20 cm betragen (bei Winterrettich 30 cm) und der Pflanzenabstand 15 – 20 cm.

Rettich Münchner Bier'Münchner Bier'

Pflege: Sehr viel gießen* und das Beet unkrautfrei halten.

Ernte und Aufbewahrung: Ernte der Frührettiche (Mairettiche) 8 bis 9 Wochen nach der Aussaat. Die frühen Rettiche erntet man besser ein wenig zu früh als zu spät wegen des späten "Pelzigwerdens". Die ersten Sommerrettiche werden Mitte Juli geerntet. Winterrettiche können im Oktober herausgenommen und in Erdmieten überwintert werden. Die Sommer- und Winterrettiche benötigen 10 – 12 Wochen Kulturzeit.

Tipp zum Verzehr: Werden geschnittene Rettiche (und Radieschen) vor dem Verzehr gesalzen, oder wenn sie mit Salz, Öl und Gewürzen zu Salat angesetzt, dann schmecken sie viel zarter.

Welche Sorten kaufen?

  • 'Hildes Roter Neckarruhm' – sehr früher Anbau: Februar/März ins Frühbeet oder Gewächshaus, April bis Juli ins Freiland. Bei mir ist allerdings die spätere Saat holzig geworden. Also: für den sehr frühen Anbau verwenden.
  • 'Ostrgruß', 'Mairettich Otsergruss' – Universalsorte als Frühjahrs- und Sommerrettich. Er eignet sich, um im Frühjahr Fehlstellen auf den Beeten schnell aufzufüllen, oder als Markiersaat (Zwiebeln).
  • 'Münchner Bierrettich', 'Münchener Bier' – eine bewährte alte Sorte, der für die Sommer- und Herbstkultur verwendet werden kann. Lagerfähig.
  • 'Schwarzer Winterrettich' (es gibt Sorten-Varianten als runder und länglicher Schwarzer Rettich) – Man baut ihn meist auf abgeerntete Kartoffel- oder Erbsenbeete an. Im Winter in Erdgruben oder im Keller sehr gut lagerbar: 3 – 4 Monate lagerfähig.

Übrigens: Radieschen sind eigentlich nur Mini-Rettiche. Es gibt von ihnen mittlerweile auch größere und längliche Sorten, wie 'Eiszapfen' oder 'Flamboyant', welche wie die Frühjahrssorten verwendet werden.

Mischkultur? 

Mischkultur: Mairettich vor einer Reihe ErbsenMischkultur: Mairettich vor einer Reihe Erbsen

Früh- und Sommerrettich wird oft als Zwischenkultur angebaut. Winterrettich kommt allein aufs Beet. Früher Rettich wird traditionell als Zwischenkultur mit Sellerie, Roten Rüben und Kohl angebaut. Die späteren Sorten stehen besser allein, da sie sehr üppiges Laub treiben und damit relativ viel Platz benötigen. Mairettiche können auch aus Zwischenkultur neben der Erbsensaat wachsen und sind dann schon geerntet, wenn die Erbsen mehr Platz benötigen. Zudem gibt es nach meinen Erfahrungen kaum eine andere Mischkulturpflanze, welche sich zum Erbsenanbau gut fügt.

Achtung: Keinen Kohl als Nachkultur auf Rettich anbauen!

* Damit Gieswasser optimal genutzt wird, kann man das Rettich- (oder Radieschenbeet) mit einem Bretterkasten einrahmen, oder man versieht das Beet am Rand mit einem kleinen Erdwall. So kann das Gies- und Regenwasser nicht fortlaufen. Regnet es nicht, so sollte auf durchlässigen Böden jeden Tag gegossen werden, was übrigens auch die Maden und Erdflöhe von dem Gemüse fernhält.


Literatur & Quellen: