Naturpool
Naturpool.

Der Sommerwind kräuselt leicht das türkisfarbene Wasser des Beckens, Lichtreflexe tanzen auf dem kristallklaren Spiegel und die gelb blühende, duftende Wasseriris verneigt sich. Coole Impressionen am Naturpool. So oder so ähnlich könnte es geradezu in einem Drehbuch stehen, in dem der Held oder die Heldin das gekühlte Getränk auf einer Liege in exklusiver Umgebung genießt, während dienstbare Geister scheinbar jeden Wunsch beflissen von den Lippen ablesen. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren unmerklich verändert.

Während es früher der arbeitsintensive Swimmingpool sein musste, der wie ein gekacheltes Labor das gechlorte Wasser beherbergte, gilt heute der Naturpool als Maß der Dinge. Das ist auch kein Wunder, denn er verbindet auch das Beste aus zwei Welten: den klassischen Pool mit der Naturnähe und Wasserqualität des bewährten Schwimmteiches.

Die Entwicklung

In der Anfangsphase der „natürlichen“ Bewegung zum Badeteich verlief der Trend streng in Richtung naturnah. Der Markt favorisierte die Vorstellung vom Natur-See im Garten, wenn auch meist in kleinerer Form. Kennzeichen dafür waren unregelmäßige Formen, mit Pflanzen eingefasste flache Uferzonen und große, bewachsene Filterbereiche. So wurde aus dem Garten eine Naturlandschaft mit Wasserfläche. Inzwischen hat der Geschmack aber eine Variation entdeckt: den Naturpool. Anlass dafür waren nicht zuletzt auch die kleineren Grundstücksgrößen, denn nicht jeder Hauseigentümer besitzt einen Schlosspark. Daher findet sich der Naturpool auch im Reihenhausgarten. Das ist möglich, weil die strengen geometrischen Formen des klassischen Schwimmbeckens in die begrenzten Gärten einbeziehbar sind, allerdings mit der Technik und den Erfahrungen des Schwimmteichbaues, die am Ende das schmeichelnde Wassererlebnis unabhängig von der Form und Gestaltung des Beckens auch in diesem Umfeld ermöglichen. Das bepflanzte Reinigungsbecken wird bei dieser Variante vollkommen separat angelegt, sodass keine Pflanzen im Becken selber zu finden sind.
Bei extremen Platzverhältnissen ist es sogar möglich, Filtertechniken zu benutzen, die das sonst übliche Aufbereitungsbecken vollkommen ersetzen. Diese Filter werden meist unterirdisch montiert. Genau genommen hat man dann aber auch keinen echten Naturpool mehr. Ich frage mich manchmal sogar, ob es nicht sinnvoller ist für den erwünschten Badespaß etwa mit einer sogenannten Swim Spa, im Garten so wenig als möglich Naturfläche zu verbrauchen und auf nutzbare Wasserflächen zu verzichten. Wie hoch ist oft der Aufwand und wie oft wird man die Öko-Badeanlage dann doch nutzen?

Kennzeichen des Naturpools

Kennzeichnend sind zum einen die klaren Formen auch mit senkrechten, betonierten Wänden, aber auch der teilweise oder vollständige Verzicht auf bepflanzte Uferzonen mit Ausnahme der Reinigungsbereiche. Mancher Badende liebt die dadurch besser zu überschauende Wasserfläche. Die Ränder lassen sich vorteilhaft mit entsprechend aufbereiteten und gewachsten Hölzern – auch aus einheimischen Beständen - sowie Felsen dekorieren, sodass die Wasserfläche harmonisch in die gestaltete Gartenlandschaft verläuft. Letzten Endes kann man den Naturpool nicht mehr vom klassischen Becken unterscheiden, denn sowohl Reinigungsroboter, Gegenstromanlage, Heizung und natürlich eine Abdeckung sind verwendbar. Trotzdem ist das Badevergnügen dank des Wassers ein völlig anderes!


(Gastbeitrag, Aktualität beachten, 8/2013, die Urheberrechte liegen beim Autor)